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Here you will find recent judgements concerning the IT, telecommunication, and media industries. This is a service of the magazine JurPC. If you have any question concerning further details of the reports, please feel free to contact us.
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OLG Hamm: Wettbewerbliches Handeln von
Medienunternehmen
Urteil vom 17.03.2009 (4 U 184/08)
Um
das Bestehen eines Wettbewerbsverhältnisses in Bezug auf ein Internetportal für
Stellenangebote zu belegen, bedarf es mindestens der Vorlage von Ausdrucken der
betreffenden Internetseiten; die Vorlage von Ausdrucken nur lokal abgespeicherter
Dateien genügt hierzu nicht. Es besteht grundsätzlich keine Vermutung für ein
wettbewerbsmäßiges Handeln, wenn Medienunternehmen im Rahmen ihres
journalistischen Auftrags tätig werden. Von einer Wettbewerbshandlung bzw.
geschäftlichen Handlung ist nur auszugehen, wenn konkrete Umstände vorliegen,
dass neben der Absicht, das Publikum zu unterrichten, der Zweck der Förderung
des Wettbewerbs mehr als nur eine untergeordnete weil notwendig begleitende
Rolle gespielt hat. Das ist der Fall, wenn das Unternehmen bei der
Veröffentlichung des Artikels mit der beanstandeten Aussage außerhalb des
wettbewerbsmäßigen Geschehens gehandelt hat. Dann ist für wettbewerbsrechtliche
Unterlassungsansprüche kein Raum.
JurPC Web-Dok. 252/2009
LG Hamburg: Irreführende Angaben über die
Lieferbarkeit
Urteil vom 12.05.2009 (312 O 74/09)
Irreführende
Angaben über die Lieferbarkeit von Waren liegen vor, wenn der Anbieter bzw.
sein Zulieferer - zumindest vorübergehend - über keinerlei Lagerbestand
verfügen und gleichwohl den Artikel in Preissuchmaschinen binnen 2 bis 4 Tagen
und in ihrem Online-Shop binnen 5 bis 7 Tagen als lieferbar bewerben, obwohl
Anbieter und Zulieferer nicht in der Lage sind, zum maßgeblichen Zeitpunkt der
Werbung die Ware zu liefern.
JurPC Web-Dok. 248/2009
BGH: "save.tv"
Urteil vom 22.04.2009 (I ZR 175/07)
Das
Aufzeichnen von Sendungen eines Fernsehsenders auf den "Online-Videorecordern
(OVR)", die der Betreiber von "save.tv" ihren Kunden zur
Verfügung stellt, greift in das dem Sendeunternehmen zustehende ausschließliche
Recht ein, ihre Funksendungen auf Bild- und Tonträger aufzunehmen (§ 87
Abs. 1 Nr. 2 Fall 1 UrhG) und damit zu vervielfältigen
(§ 16 UrhG). Ein "OVR" ermöglicht die wiederholbare Wiedergabe
von Bild- oder Tonfolgen und ist nach der Legaldefinition des § 16
Abs. 2 UrhG daher ein Bild- oder Tonträger.
JurPC Web-Dok. 241/2009
BGH: Partnerprogramm
Urteil vom 07.10.2009 (I ZR 109/06)
Unterhält
ein Unternehmen ein Werbepartnerprogramm, bei dem seine Werbepartner auf ihrer
Website ständig einen Link auf die das Angebot dieses Unternehmens enthaltende
Internetseite bereitstellen, so sind diese Werbepartner jedenfalls dann als
Beauftragte des Unternehmens i.S. von § 14 Abs. 7 MarkenG anzusehen,
wenn ihnen für jeden Besucher, der über diesen Link zu dem Unternehmen gelangt
und mit diesem einen Geschäftsabschluss tätigt, eine Provision gezahlt wird und
der betreffende Werbepartner erst nach einer Überprüfung durch den Unternehmer
selbst, der den Werbepartnern eine Auswahl für die Gestaltung der Werbemittel
vorgibt, in das Partnerprogramm aufgenommen wird. Die Haftung nach § 14
Abs. 7 MarkenG beschränkt sich dabei auf das Handeln des Beauftragten auf
eine bestimmte zum Partnerprogramm angemeldete Website, wenn nur über diese
Website getätigte Links abgerechnet werden und der Auftraggeber auch nicht
damit rechnen muss, dass der Beauftragte noch anderweitig für ihn tätig wird.
JurPC Web-Dok. 235/2009
Kammergericht: Belehrung über Erstattungsfrist
und über Gefahrtragung des Unternehmers nach Widerruf
Beschluss vom 08.09.2009 (5 W 105/09)
Über
die auch für den Unternehmer geltende 30-Tage-Frist (zur Erstattung von
Zahlungen des Verbrauchers nach Ausübung des Widerrufsrechts) ist der
Verbraucher - entsprechend der Neufassung der Musterbelehrung in Anlage 2
zu § 14 Abs. 1 und 3 BGB-InfoV - gem. § 1 Abs. 1 Nr. 10
BGB-InfoV zu informieren. Dies gilt jedenfalls nach Ablauf der Umstellungsfrist
des § 16 BGB-InfoV zum 30. September 2008. Über die Gefahrtragung des
Unternehmers bei Rücksendung der Ware nach Ausübung des Widerrufsrechts ist der
Verbraucher - entsprechend der Neufassung der Musterbelehrung in Anlage 2
zu § 14 Abs. 1 und 3 BGB-InfoV - gem. § 1 Abs. 1
Nr. 10 BGB-InfoV zu informieren. Dies gilt jedenfalls nach Ablauf der
Umstellungsfrist des § 16 BGB-InfoV zum 30. September 2008. Insoweit
kann nunmehr auch nicht mehr von einem Bagatellverstoß i.S. des § 3
Abs. 1 UWG ausgegangen werden (überholt insoweit die Entscheidung des
Senats vom 16. November 2007, 5 W 341/07).
JurPC Web-Dok. 236/2009
LG Berlin: Unterlassung einer Äußerung im
Internet
Urteil vom 24.02.2009 (27 O 1191/08)
Das
Behaupten einer Äußerung kann auch durch ein Sich-Zu-Eigen-Machen einer fremden
Äußerung geschehen. Dabei ist eine ausdrückliche Biligung der fremden Äuußerung
nicht erforderlich, es reicht, wenn dies zwischen den Zeilen geschieht. Das
Sich-Zu-Eigen-Machen kann auch dadurch erfolgen, dass die Äußerung in den
Mittelpunkt eines Berichtes gerückt wird. Nicht entscheidend ist, ob die
Äußerung als Zitat ausdrücklich gekennzeichnet ist, ausschlaggebend ist, ob die
Äußerung als Beleg für die eigene Meinung herangezogen wird (im Streitfalle
bejaht). Äußerungen sind dann nicht mehr unter dem Gesichtpunkt der zulässigen
Verdachtsberichterstattung hinzunehmen, wenn bewusst eine auf Sensation
ausgelegte, einseitige oder verfälschende Darstellung gewählt wird. Vielmehr
müssen auch die für eine Entlastung des Betroffenen sprechenden Umstände
erwähnt werden. Vor Veröffentlichung der Äußerungen ist regelmäßig eine
Stellungnahme des Betroffenen einzuholen. Sofern in dem Bericht nicht oder
nicht hinreichend zum Ausdruck kommt, dass es sich (lediglich) um einen
Verdacht handelt, spricht dies unter dem Blickwinkel der
Verdachtsberichterstattung entscheidend gegen eine Zulässigkeit der Äußerung.
JurPC Web-Dok. 229/2009
LG Stuttgart: Unzulässigkeit von Formulierungen
in einer Widerrufsbelehrung
Urteil vom 09.05.2008 (39 O 25/08 KfH)
Die
Formulierung "Als Verbraucher im Sinne des § 13 BGB steht Ihnen ... ein
Widerrufsrecht zu..." weicht von der Musterbelehrung nicht unerheblich ab
und kann auch als Bedingung im Sinne "...falls Sie Verbraucher
sind..." missverstanden werden. Dies widerspricht dem Transparenzgebot des
§ 312 c Abs. 1 Satz 1 BGB, wonach der Verbraucher nicht im Unklaren bleiben
darf, wie er die Belehrung zu verstehen hat. Gleiches gilt für die Formulierung
"bezüglich der bei uns im Wege des Fernabsatzes gekauften Waren". Bei
dem Begriff "Fernabsatz" handelt es sich nämlich um einen
juristischen Fachbegriff, der sich dem juristischen Laien nicht ohne Weiteres
erschließt und daher missverstanden werden kann. Die Auflistung einer gesetzlichen
Ausnahme vom Widerrufsrecht (vorliegend: § 312 d Abs. 4 BGB) verdeutlicht dem
Verbraucher seine ihm zustehenden Rechte nicht, sondern benennt lediglich eine
einzelne Ausnahme vom Widerrufsrecht und ist daher verwirrend. Es widerspricht
dem Deutlichkeitsgebot der §§ 312 c Abs. 1 Satz 1, 355 Abs. 2 BGB, mit einer
für den Großteil der Kunden unbedeutenden Information die Widerrufsbelehrung
auszudehnen und in ihrem Verständnis zu erschweren, denn auch ein überflüssiger
Zusatz ist geeignet, das Verständnis des Verbrauchers vom wesentlichen Inhalt
der Belehrung zu beeinträchtigen und trägt daher nicht zur Verdeutlichung des
gebotenen Inhalts bei.
JurPC Web-Dok. 231/2009
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg: Angabe
der Versandkosten am Ende der Internetseite
Beschluss
vom 20.05.2008 (3 U 225/07)
Wird
im Internetversandhandel der Hinweis, dass der Preis die Umsatzsteuer enthält
und dass Versandkosten hinzukommen, ohne Zuordnung zu den Warenangeboten
(z. B. Sternchen oder Link) nur am unteren Ende der
Internetseite gegeben, so sind die nach §§ 1 Abs. 2 PAnGV
erforderlichen Angaben nicht "leicht erkennbar und gut wahrnehmbar"
(§ 1 Abs. 6 Satz 2 PAngV), wenn man sie nur beim Herabscrollen
zum Seitenende sichtbar sind. Der Nutzer wird vor Einleitung des
Bestellvorgangs nicht notwendigerweise zu diesem Hinweis geführt.
JurPC Web-Dok. 222/2009
OLG Koblenz: Wettbewerbswidrigkeit des Zusendens
von Ware nach erfolgtem Widerruf
Urteil vom 17.06.2009 (9 U 120/09)
Das
Zusenden von Ware nach einem erfolgten Widerruf ist nach §§ 3, 7
Abs. 1 und 2 Nr. 1 UWG a.F. unlauter und wettbewerbswidrig. Eine
unzumutbare Belästigung liegt insbesondere in einer Werbung, die der
angesprochene Marktteilnehmer erkennbar nicht wünscht (§7 Abs. 2 Nr.1
UWG). Die Zusendung unbestellter Waren und die Erbringung unbestellter
Dienstleistungen dient der Förderung des Absatzes dieser Waren und ist als eine
solche Werbung zu werten. Sie erfüllt schon nach der bisherigen Rechtsprechung
den Tatbestand des § 7 Abs. 1 und 2 Nr. 1 UWG a. F. als
sogenannte anreißerische Werbung. Auch durch die Unlauterkeitsrichtlinie wird
ein solches Verhalten als unlautere Geschäftspraktik ausdrücklich verboten
(Art. 5 Abs. 5 i.V.m. Anhang I Nr. 29 Unlauterkeitsrichtlinie).
Danach ist es unter allen Umständen unlauter, einen Verbraucher zur sofortigen
oder späteren Bezahlung oder Zurücksendung oder Verwahrung von Produkten, die
der Gewerbetreibende geliefert, der Verbraucher aber nicht bestellt hat,
aufzufordern.
JurPC Web-Dok. 224/2009
OLG Hamm: Klarheit und Verständlichkeit des
Impressums
Urteil vom 04.08.2009 (4 U 11/09)
Ist
ein rechtsgültiges Impressum unter der Überschrift "Rechtliche
Informationen des Verkäufers" nicht vorhanden, wohl aber auf der
"Mich-Seite", kommt es auf die insoweit zutreffenden Angaben auf der
"Mich-Seite" nicht mehr an, da ein durchschnittlicher Nutzer bei der
deutlichen und "sprechenden" Bezeichnung "Rechtliche
Informationen des Verkäufers" keine Veranlassung mehr sieht, noch nach dem
Link zum Impressum und ggf. einer weiteren Informationsseite zu suchen. Es wäre
vielmehr reiner Zufall, wenn er vor dem Bestellvorgang noch auf die
"Mich-Seite" gelangen würde.
JurPC Web-Dok. 216/2009
OLG Köln: "Opt-In"-Einwilligung in
Telefonwerbung
Urteil vom 29.04.2009 (6 U 218/08)
Die
von dem Veranstalter eines Gewinnspiels vorformulierte Klausel: "Ja ich
bin damit einverstanden dass ich telefonisch/per eMail/ SMS/Post über
interessante Angebote… informiert werde" unterliegt als Allgemeine
Geschäftsbedingung der Inhaltskontrolle auch dann wenn die Einwilligungserklärung
das individuelle Markieren eines Feldes erfordert ("Opt-in" Klausel).
JurPC Web-Dok. 220/2009
AG Hamburg: Schadensersatz bei unberechtigter
Nutzung von Fotos im Internet
Urteil vom 30.12.2008 (36C C 119/08)
Der
Urheber eines Fotos, das unberechtigt im Internet verwendet wird, kann als
Schadensersatz eine Lizenzgebühr von 100,-- Euro pro verwendetem Bild
verlangen. Schadensersatz wegen unterlassener Namensnennung kann er hingegen
nicht beanspruchen.
JurPC Web-Dok. 209/2009
AG Waiblingen: Keine Vertragsstrafe bei Rücknahme
eines Gebotes in der eBay-Auktion
Urteil vom 12.11.2008 (9 C 1000/08)
Eine
Klausel im Rahmen einer eBay-Auktion, nach der der Bietende verpflichtet wird,
bei Rücknahme eines Gebotes 25% des erzielten Kaufpreises als Vertragsstrafe zu
zahlen, verstößt gegen § 309 Nr. 6 BGB und ist unwirksam.
JurPC Web-Dok. 208/2009
LG Stade: Rechtsmissbräuchlichkeit einer
wettbewerbsrechtlichen Abmahnung
Urteil vom 23.04.2009 (8 O 46/09)
Eine
Abmahnung ist rechtsmissbräuchlich, wenn der Umfang der Abmahntätigkeit in
keinem vernünftigen Verhältnis zum betrieblichen Nutzung des Abmahnenden steht
und das beherrschende Motiv sachfremde Erwägungen und Interessen sind. Indizien
dafür sind das Verhältnis von Umsatz und Abmahnverhalten und die Tatsache, ob
der Gegner der Abmahung überhaupt ein relevanter Wettbewerber ist oder ob
andererseits dem Anwalt eine zusätzliche Einnahmequelle verschafft werden soll.
JurPC Web-Dok. 200/2009
LG Nürnberg-Fürth: Zur Verletzung des Rechts am
eigenen Bild bei Einstellen eines Fernsehinterviews ins Internet
Beschluss vom 06.02.2009 (11 O 762/09)
Wer
eine Einwilligung zur Veröffentlichung eines Interviews im Fernsehen gibt und
eine Veröffentlichung auch im Internet nicht ausdrücklich ausschließt, kann
aufgrund der Einwilligung keine Verletzung des Rechtes am eigenen Bild geltend
machen. Im Rahmen der Auslegung der erklärten Einwilligung ist dabei auf die
Sicht des Erklärungsempfängers abzustellen. Ein Widerruf einer derartigen
Einwilligung kommt nur dann in Betracht, wenn die Weiterverwendung des
Bildnisses infolge einer Wandlung der Persönlichkeit persönlichkeitsverletzend
wäre, nicht aber, wenn ein äußerer Umstand eintritt.
JurPC Web-Dok. 199/2009
EuGH: Zur Wertersatzpflicht im Falle des
Widerrufs
Urteil vom 03.09.2009 (C-489/07)
Die
Bestimmungen des Art. 6 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2 der
Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 1997
über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im Fernabsatz sind dahin
auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung entgegenstehen, nach der der
Verkäufer vom Verbraucher für die Nutzung einer durch Vertragsabschluss im
Fernabsatz gekauften Ware in dem Fall, dass der Verbraucher sein Widerrufsrecht
fristgerecht ausübt, generell Wertersatz für die Nutzung der Ware verlangen
kann. Diese Bestimmungen stehen jedoch nicht einer Verpflichtung des
Verbrauchers entgegen, für die Benutzung der Ware Wertersatz zu leisten, wenn
er diese auf eine mit den Grundsätzen des bürgerlichen Rechts wie denen von
Treu und Glauben oder der ungerechtfertigten Bereicherung unvereinbare Art und
Weise benutzt hat, sofern die Zielsetzung dieser Richtlinie und insbesondere
die Wirksamkeit und die Effektivität des Rechts auf Widerruf nicht
beeinträchtigt werden; dies zu beurteilen ist Sache des nationalen Gerichts.
JurPC Web-Dok. 194/2009
OLG Hamm: Keine Telefonnummer in der
Widerrufsbelehrung
Urteil vom 02.07.2009 (4 U 43/09)
Nach
§ 355 BGB ist der Verbraucher bei Fernabsatzverträgen klar und deutlich über
seine Rechte, insbesondere über sein Widerrufsrecht zu belehren. Diese
Belehrung darf auch nicht durch Zusätze unklar werden. Eine solche
gesetzwidrige Irritierung kann auch durch die Hinzufügung einer Telefonnummer
bewirkt werden, wenn dadurch für den Verbraucher der Eindruck erweckt wird, er
könne den Widerruf entgegen § 355 Abs. 1 BGB auch telefonisch
erklären und nicht nur in Textform. Eine Irreführung in diesem Sinne liegt auch
dann vor, wenn die Angabe der Telefonnummer sich (nur) in den Allgemeinen
Geschäftsbedingungen (AGB) befindet, sofern in den AGB geregelt ist, dass und
an wen ein Widerruf zu richten ist.
JurPC Web-Dok. 191/2009
BGH: "Dr. Clauder's Hufpflege"
Urteil vom 26.02.2009 (I ZR 163/06)
Im
Rahmen der Preisangabenverordnung stellt die Werbung im Verhältnis zum Angebot
kein Aliud, sondern ein Minus im Sinne einer Vorstufe dar. Der Grundpreis ist
dann i.S. des § 2 Abs. 1 Satz 1 PAngV in unmittelbarer Nähe des
Endpreises angegeben, wenn beide Preise auf einen Blick wahrgenommen werden
können (Abgrenzung gegenüber BGH GRUR 2003, 889, 890 -
Internet-Reservierungssystem und BGH GRUR 2008, 84 Tz. 29 und 31 -
Versandkosten). Die Regelung in § 4 Abs. 4 PAngV über die
Preisauszeichnung bei Waren, die nach Katalogen oder Warenlisten oder auf
Bildschirmen angeboten werden, kann nicht auf die bereits bei der Werbung
bestehende Verpflichtung zur Angabe des Grundpreises gemäß § 2 PAngV
übertragen werden.
JurPC Web-Dok. 179/2009
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
Begehungsort bei Internet-Werbung
Urteil vom 09.11.2006 (3 U 58/06)
Im
Hinblick auf Internet-Werbung ist Begehungsort jeder Ort, an dem die Werbung
bestimmungsgemäß abgerufen werden kann. Darüber hinaus muss die
Internet-Werbung in wettbewerblich relevanter Weise verbreitet sein, d.h. die
wettbewerblichen Interessen der Parteien müssen (auch) im Bezirk des
angerufenen Gerichts aufeinander stoßen. Im Falle eines Verstoßes gegen § 5 UWG
kommt es darauf an, ob auch im Bezirk des angerufenen Gerichts eine relevante
Irreführung Dritter möglich ist. Daran fehlt es, wenn sich aus der
Internetwerbung ergibt, dass die beworbenen Waren nur lokal begrenzt, und nicht
im Bezirk des angerufenen Gerichts bezogen werden können.
JurPC Web-Dok. 184/2009
OLG Nürnberg: Festhalten an offensichtlich
falscher Preisangabe
Hinweis vom 10.06.2009, Beschluss vom 23.07.2009 (14 U 622/09)
style='font-weight:
Zur
Frage, wann beim Internetversandhandel ein wirksamer Antrag auf Abschluss eines
Kaufvertrages vorliegt. Es kann gegen Treu und Glauben verstoßen, wenn ein
Käufer bei einem im Internetversandhandel abgeschlossenen Kaufvertrag den
Verkäufer an einer offensichtlich falschen Preisangabe festhält. Aus den
während des Bestellvorgangs erkennbaren Umständen (kein Sonderangebot und
10-fach höherer Preis vergleichbarer Markenprodukte) und aus der Bestellung
einer für den Normalverbrauch unüblichen Anzahl der angebotenen Ware (hier: 18
Plasma-Flachbildschirmfernsehgeräte) kann geschlossen werden, dass der Käufer
die falsche Preisangabe unredlich ausnutzen wollte.
JurPC Web-Dok. 178/2009
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
Antwortpflicht des Abgemahnten
Beschluss vom 24.11.2008 (5 W 117/08)
In
wettbewerbsrechtlichen Streitigkeiten ist eine "Antwortpflicht des
Abgemahnten" dann nicht anzuerkennen, wenn der Abgemahnte eine
wettbewerbswidrige Handlung nicht begangen hat oder eine solche nicht droht.
Der Anspruch einer Partei auf Gewährung rechtlichen Gehörs verpflichtet das
Gericht, die Ausführungen der parteien zur Kenntnis zu nehmen und in Erwägung
zu ziehen. Nicht hingegen hat das Gericht jedes Vorbringen in den Gründen der
Entscheidung ausdrücklich zu bescheiden.
JurPC Web-Dok. 174/2009
OLG Düsseldorf: Zur Erschöpfung des
Verbreitungsrechts eines Computerprogrammes
Urteil vom 29.06.2009 (I-20 U 247/08)
Gemäß
§ 69c Nr. 3 Satz 2 UrhG erschöpft sich das Verbreitungsrecht -
mit Ausnahme des Vermietrechts - in Bezug auf ein Vervielfältigungsstück eines
Computerprogramms, das mit Zustimmung des Rechtsinhabers im Gebiet der
Europäischen Union oder eines anderen Vertragsstaates des Abkommens über den
Europäischen Wirtschaftsraum im Wege der Veräußerung in Verkehr gebracht wird.
Erschöpfung kann danach nur bezogen auf ein in einem Vervielfältigungsstück
körperlich festgelegtes Werk eintreten.
JurPC Web-Dok. 170/2009
LG Bochum: Werbung mit versichertem Versand und
Echtheitsgarantie
Urteil vom 10.02.2009 (I-12 O 12/09)
Durch
die ohne nähere Erläuterung in einer Auktionsplattform aufgezeigte Möglichkeit
des versicherten bzw. unversicherten Versands zu unterschiedlichen Preisen
werden Kunden in die Irre geführt (§ 5 UWG). Denn der Kunde wird davon
ausgehen, der versicherte Versand, für den er einen höheren Betrag zu zahlen
hat, bringe ihm Vorteile. Dies ist jedoch tatsächlich nicht der Fall, da der
Unternehmer allein das Risiko des Versandes (§§ 474, 447 BGB) zu tragen
hat. Ein Hinweis auf die Echtheit der Waren verstößt (zumindest in der
konkreten Verwendungsform) gegen § 5 UWG unter dem Gesichtspunkt der
Werbung mit Selbstverständlichkeiten. Grundsätzlich hat jeder Verkäufer - wenn
er nicht etwas anderes mitteilt - Originalware zu liefern. Mit seiner auffällig
herausgestellten Garantiezusage täuscht der Anbieter vor, seinen Kunden einen
besonderen Vorteil zu bieten. Gerade auch aus der Sicht redlicher Mitbewerber
verschafft er sich damit einen ungerechtfertigten Vorteil. Zu einem
anderen Ergebnis kommt man auch nicht dann, wenn man die Echtheitsbestätigung
als echte Garantie auffassen wollte. Denn dann läge ein Verstoß gegen §§ 4
Nr. 11 UWG i.V.m. § 477 BGB vor, weil detaillierte Angaben zu Art und
Umfang der Garantie fehlen.
JurPC Web-Dok. 167/2009
OLG Düsseldorf: Erforderlicher Vortrag zur
"wesentlichen Investition" i.S.d. §§ 87a ff. UrhG
Beschluss vom 07.08.2008 (I-20 W 103/08)
Für
die Darlegung des Merkmals der "wesentlichen Investition" i.S.d. §§
87a ff. UrhG ist erforderlich, dass konkret zur Art und Weise der
Strukturierung der Datenbank und dem dafür getätigten Aufwand vorgetragen wird.
Der Aufwand muss dabei beziffert werden. Es muss auch deutlich werden, was
hinsichtlich der Investitionen über den Standard auf dem betreffenden Gebiet
hinausgeht.
JurPC Web-Dok. 162/2009
LG Köln: Zur Nachahmung eines Sozialen Netzwerkes
Urteil vom 16.06.2009 (33 O 374/08)
Die
Gefahr einer Täuschung über die betriebliche Herkunft eines nachgeahmten
Erzeugnisses setzt, sofern nicht Original und Nachahmung nebeneinander
vertrieben werden und der Verkehr damit beide Produkte unmittelbar miteinander
vergleichen kann, voraus, dass das nachgeahmte Erzeugnis eine gewisse
Bekanntheit bei nicht unerheblichen Teilen der angesprochenen Verkehrskreise
erlangt hat (vorliegend verneint).
JurPC Web-Dok. 164/2009
OLG Frankfurt a.M.: Anforderungen an
Preishinweise bei sog. "Kostenfallen"
Urteil vom 04.12.2008 (6 U 187/07)
Werden
im Internet kostenpflichtige Angebote unterbreitet, bei denen der
durchschnittlich verständige Internetnutzer wegen der Art dieses Angebots und
wegen der weiteren Umstände seiner Präsentation mit einer Kostenpflichtigkeit
nicht rechnet (sog. "Kostenfalle"), sind an den erforderlichen
Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit (§ 1 Abs. 1 und Abs. 6
S. 2 PAngV; § 5 UWG) erhöhte Anforderungen zu stellen; diese
Anforderungen sind im Streitfall nicht erfüllt.
JurPC Web-Dok. 157/2009
OLG Koblenz: Störerhaftung des Admin-C für
Namensrechtsverletzungen durch die Domain-Registrierung
Urteil vom 23.04.2009 (6 U 730/08)
Da
sich der Pflichtenkreis des admin-c nicht von vornherein allein auf das
Rechtsverhältnis zwischen Domaininhaber und der Denic bezieht, ist nicht
bereits aus diesem Grund der admin-c hinsichtlich der Domain, für die er
benannt ist, von einer Prüfungspflicht i. S. der Rechtsprechung zur
Störerhaftung befreit. Eine Störerhaftung des admin-c dürfte aber ohne
Hinzutreten besonderer Umstände deshalb ausscheiden, weil ihm
i. d. R. eine umfassende Prüfung nicht zuzumuten ist.
JurPC Web-Dok. 156/2009
BGH: "Bananabay"
Urteil vom 22.01.2009 (I ZR 125/07)
Dem
Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften wird zur Auslegung der Ersten
Richtlinie des Rates 89/104/EWG vom 21. Dezember 1988 zur Angleichung der
Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Marken (ABl. EG
Nr. L 40 vom 11.2.1989, S. 1) folgende Frage zur
Vorabentscheidung vorgelegt: Liegt eine Benutzung im Sinne von Art. 5
Abs. 1 Satz 2 lit. a der Richtlinie 89/104/EWG vor, wenn ein
Dritter ein mit der Marke identisches Zeichen ohne Zustimmung des
Markeninhabers einem Suchmaschinenbetreiber gegenüber als ein Schlüsselwort
(Keyword) zu dem Zweck angibt, dass bei Eingabe des mit der Marke identischen
Zeichens als Suchwort in die Suchmaschine ein absatzfördernder elektronischer
Verweis (Link) zur Website des Dritten als Werbung für identische Waren oder
Dienstleistungen in einem von der Trefferliste räumlich getrennten Werbeblock
erscheint, dieser Verweis als Anzeige gekennzeichnet ist und die Anzeige selbst
weder das Zeichen noch sonst einen Hinweis auf den Markeninhaber oder auf die
von diesem angebotenen Produkte enthält?
JurPC Web-Dok. 150/2009
OLG Hamm: Werbung für Waren im Internet mit
Hinweis "Lieferzeit auf Nachfrage"
Urteil vom 17.03.2009 (4 U 167/08)
Eine
Internetwerbung, in der Matratzen angeboten werden mit dem Zusatz
"Lieferzeit auf Nachfrage", ist irreführend, wenn die beworbenen
Matratzen, insgesamt 116 verschiedene Artikel, in Wahrheit nicht geliefert
werden können. Eine denkbare Beschaffungsmöglichkeit beseitigt die
vorgeworfene Irreführung dabei nicht, da der Verkehr grundsätzlich davon
ausgeht, dass der Händler auch im Internetversandhandel unverzüglich liefern
kann. Kann er dies nicht, muss der Händler genau angeben, wann und wie er
liefern kann. Die entsprechenden aufklärenden Hinweise müssen den Kunden genau
darüber informieren, ob und wann er mit der beworbenen Ware rechnen kann.
JurPC Web-Dok. 148/2009
OLG Frankfurt a.M.: Zur Widerrufsfrist bei
Verwendung der unberichtigten Musterwiderrufsbelehrung
Beschluss vom 22.06.2009 (9 U 111/08)
Die
- unberichtigte - Musterwiderrufsbelehrung nach dem Muster zu
§ 14 Abs. 1 BGB-InfoV vermag die Widerrufsfrist des
§ 355 Abs. 2 BGB nur dann nicht in Gang zu setzen, wenn
sich der Mangel der Musterwiderrufsbelehrung im konkreten Fall ausgewirkt hat.
JurPC Web-Dok. 144/2009
OLG Köln: Vorformulierte Klausel bezüglich
Einverständnis mit Werbung unwirksam
Urteil vom 29.04.2009 (6 U 218/08)
Nach
der Rechtsprechung des BGH schließt der Schutz der Privatsphäre wegen der mit
Werbeanrufen verbundenen massiven Beeinträchtigungen eine Einwilligung in die
Telefonwerbung durch Allgemeine Geschäftsbedingungen generell aus. Ob dieser
Auffassung uneingeschränkt zuzustimmen ist oder der Auffassung der Vorzug
gebührt, dass nur diejenige vorformulierte Einverständniserklärung zu einer
unangemessenen Benachteiligung führt, die auch über die Belange des bereits
bestehenden bzw. des konkret anzubahnenden Vertrages hinausgehende Werbung
umfasst, kann offen bleiben. Die angegriffene Klausel hält nämlich auch unter
Zugrundelegung der letztgenannten Rechtsauffassung einer Inhaltskontrolle nicht
stand. Die Formulierung der Klausel ist so allgemein gehalten, dass sie
"interessante Angebote" aus jedem Waren- und Dienstleistungsbereich
erfasst. Ein Bezug zu dem konkreten Gewinnspiel wird nicht hergestellt.
Zugleich beansprucht das Einverständnis Geltung nicht nur für den Verwender,
sondern auch für "Dritte und Partnerunternehmen". Die
streitgegenständliche Klausel erlaubt somit die Bewerbung aller möglichen Waren
und Dienstleistungen durch einen nicht überschaubaren Kreis von Unternehmen.
Dadurch ist für den Verbraucher insbesondere nicht erkennbar, wer sich ihm
gegenüber auf seine der Beklagten erteilte Einwilligung berufen kann.
JurPC Web-Dok. 142/2009
BGH: "METROBUS"
Urteil vom 05.02.2009 (I ZR 167/06)
Ob
ein bekanntes Klagekennzeichen (hier: Klagemarke und Firmenschlagwort
"METRO") in einem zusammengesetzten Zeichen (hier: METROBUS) eine
selbständig kennzeichnende Stellung behält kann maßgeblich von dem jeweiligen
Produktbereich und Dienstleistungssektor abhängen in dem das angegriffene
Zeichen benutzt wird. Zwischen einem bekannten Klagekennzeichen und einem
zusammengesetzten Zeichen ist eine Verwechslungsgefahr unter dem Aspekt eines
Serienzeichens ausgeschlossen wenn der Verkehr das angegriffene Zeichen als
Gesamtbegriff mit einem eigenständigen Sinngehalt auffasst und den mit dem
Klagekennzeichen identischen Wortbestandteil in dem zusammengesetzten Zeichen
deshalb nicht als Stammbestandteil einer Zeichenserie ansieht.
JurPC Web-Dok. 132/2009
BGH: "pcb"
Urteil vom 22.01.2009 (I ZR 139/07)
Wird
bei einer Internetsuchmaschine eine Bezeichnung die von den angesprochenen
Verkehrskreisen als eine beschreibende Angabe über Merkmale und Eigenschaften
von Waren verstanden wird (hier: "pcb" als Abkürzung von
"printed circuit board") als sogenanntes Schlüsselwort (Keyword)
angemeldet ist eine kennzeichenmäßige Verwendung zu verneinen wenn bei Eingabe
einer als Marke geschützten Bezeichnung durch einen Internetnutzer (hier:
"pcb-pool") auf der dann erscheinenden Internetseite rechts neben der
Trefferliste unter einer Rubrik mit der Überschrift "Anzeigen" eine
Werbeanzeige des Anmelders des Schlüsselworts eingeblendet wird in der das
geschützte Zeichen selbst nicht verwendet wird.
JurPC Web-Dok. 134/2009
Pfälzisches Oberlandesgericht Zweibrücken: Zur
Urheberrechtsverletzung durch Foren- bzw. Plattformbetreiber im Internet
Urteil vom 14.05.2009 (4 U 139/08)
Der
Umstand, dass eine Betreiberin eines Internetforums für Fotos über die z. T.
kostenpflichtigen Mitgliedschaften finanziell an dem Einstellen der Fotos
profitiert, begründet noch kein zu Eigen machen der Fotos durch die Betreiberin
und damit verbunden das Anbieten eigener Informationen i. S. d.
§ 7 Abs. 1 TMG. Die Pflicht des Betreibers zur Überprüfung der
eigenen Internetplattform darf nicht so weit gehen, dass der Diensteanbieter
"pro-aktiv", d.h. anlassunabhängig, nach Rechtsverletzungen jedweder
Art zu suchen hat. Das besagt schon § 7 Abs. 2 Satz 1 TMG, der
eine entsprechende allgemeine Überwachungspflicht ausschließt. Dies folgt auch
aus der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, der den Plattformbetreiber -
auch ohne ausdrückliche Bezugnahme auf § 7 Abs. 2 Satz 1 TMG -
nicht zu einer vorsorglichen Überprüfung sämtlicher Inhalte auf etwaige
Rechtsverletzungen verpflichten will.
JurPC Web-Dok. 121/2009
OLG München: Zur gerichtlichen Zuständigkeit bei
Urheberrechtsverletzung im Internet
Beschluss vom 07.05.2009 (31 AR 232/09)
Bei
Urheberrechtsverletzungen ist Ort der Verletzungshandlung nicht der Ort, an dem
die Lizenz einzuholen gewesen wäre, sondern der Ort, an dem die nur entgeltlich
gestattete Handlung vorgenommen wird. In der neueren Rechtsprechung besteht die
Tendenz, den "fliegenden Gerichtsstand der bestimmungsgemäßen
Verbreitung", der als zu ausufernd empfunden wird, einzuschränken und
zusätzlich einen gewissen Ortsbezug bzw. die bestimmungsgemäße Auswirkung des
Verstoßes im betreffenden Gerichtsbezirk zu fordern. Es wird dabei die Meinung
vertreten, auf den konkreten Internetauftritt des Urheberrechtsverletzers
abzustellen und zu prüfen, ob sich daraus Umstände ergeben, die für einen lokal
begrenzten Auswirkungskreis der Internetseite sprechen. Sofern der Sachvortrag
des Klägers hierfür nichts hergibt und noch nicht einmal die bestimmungsgemäße
Aufrufbarkeit der Internetseite der Beklagten im Bezirk des gewählten Gerichtes
vorgetragen worden ist, kann das angegangene Gericht seine Zuständigkeit
durchaus verneinen.
JurPC Web-Dok. 129/2009
OLG Brandenburg: Ausschluss des Widerrufsrechts
nach § 312 d Abs. 3 Nr. 2 BGB nur bei unteilbaren
Dienstleistungen?
Urteil vom 11.02.2009 (7 U 116/08)
Die
Belehrung "Ihr Widerrufsrecht erlischt, wenn … mit der Ausführung der
Dienstleistungen mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung vor Ende der
Widerrufsfrist begonnen hat oder Sie selbst diese veranlasst haben (z.B. durch
Nutzung der Mobilfunkleistung)" geht vielmehr über den Wortlaut des
§ 312 d Abs. 3 Nr. 2 BGB nicht hinaus und ist nicht zu
beanstanden. § 312 d Abs. 3 Nr. 2 BGB ist nicht dahingehend
teleologisch zu reduzieren, dass der Ausschluss des Widerrufsrechts nur bei
unteilbaren Dienstleistungen zu gelten habe.
JurPC Web-Dok. 117/2009
OLG Frankfurt a.M.: "Screen-Scraping"
nicht rechtswidrig
Urteil vom 05.03.2009 (6 U 221/08)
Die
Vermittlung von Flugtickets durch ein anderes Unternehmen im Wege des
sogenannten Screen-Scrapings ist grundsätzlich auch dann rechtlich nicht zu
beanstanden wenn das Flugunternehmen diesen Vertriebsweg nicht wünscht;
insbesondere kann hierin weder eine Verletzung des "virtuellen
Hausrechts" des Flugunternehmens an seiner Internetseite noch ein Verstoß
gegen die Datenbankrechte (§ 87 b UrhG) des Flugunternehmens gesehen
werden.
JurPC Web-Dok. 112/2009
BGH: "raule.de"
Urteil vom 23.10.2008 (I ZR 11/06)
Als
Namensträger der - wenn er seinen Namen als Internetadresse hat
registrieren lassen - einem anderen Namensträger nicht weichen muss kommt
auch der Träger eines ausgefallenen und daher kennzeichnungskräftigen Vornamens
(hier: Raule) in Betracht.
JurPC Web-Dok. 110/2009
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg: Kein
Bagatellfall bei Angabe einer 4-wöchigen statt 1-monatigen Widerrufsfrist
Beschluss vom 26.03.2007 (3 W 58/07)
Wird
die im Internetversandhandel geltende Widerrufsfrist unrichtig (hier:
4 Wochen statt 1 Monat) angegeben, so ist die unlautere Verletzung
von Informationspflichten wegen der Nachahmungsgefahr in aller Regel kein
Bagatellfall im Sinne des § 3 UWG.
JurPC Web-Dok. 109/2009
BGH: "Beta Layout"
Urteil vom 22.01.2009 (I ZR 30/07)
Wird
ein mit einem fremden Unternehmenskennzeichen übereinstimmender Begriff bei
einer Internetsuchmaschine als sogenanntes Schlüsselwort (Keyword) angemeldet
so kann eine Verwechslungsgefahr zwischen dem Schlüsselwort und dem geschützten
Kennzeichen zu verneinen sein wenn bei Eingabe des Begriffs durch einen
Internetnutzer auf der dann erscheinenden Internetseite rechts neben der
Trefferliste unter einer Rubrik mit der Überschrift "Anzeigen" eine
Werbeanzeige des Anmelders des Schlüsselworts eingeblendet wird in der das
geschützte Zeichen selbst nicht verwendet wird.
JurPC Web-Dok. 105/2009
BGH: "Halzband"
Urteil vom 11.03.2009 (I ZR 114/06)
Benutzt
ein Dritter ein fremdes Mitgliedskonto bei eBay zu Schutzrechtsverletzungen und
Wettbewerbsverstößen nachdem er an die Zugangsdaten dieses Mitgliedskonto
gelangt ist weil der Inhaber diese nicht hinreichend vor fremdem Zugriff
gesichert hat muss der Inhaber des Mitgliedskontos sich wegen der von ihm
geschaffenen Gefahr einer Unklarheit darüber wer unter dem betreffenden
Mitgliedskonto gehandelt hat und im Falle einer Vertrags- oder
Schutzrechtsverletzung in Anspruch genommen werden kann so behandeln lassen als
ob er selbst gehandelt hätte.
JurPC Web-Dok. 102/2009
OLG Frankfurt a.M.: Zur Hinweispflicht bei
irreführender Blickfang-Werbung
Urteil vom 31.03.2009 (11 U 2/09)
Nachdem
in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes der Grundsatz der isolierten
Beurteilung der Blickfang-Werbung relativiert wurde, gilt, dass, sofern der
Blickfang für sich genommen eine Fehlvorstellung auslöst, eine
irrtumsausschließende Aufklärung durch einen klaren und unmissverständlichen
Hinweis erfolgen muss. In Fällen, in denen der Blickfang zwar nicht objektiv
unrichtig ist, aber nur "die halbe Wahrheit" enthält, muss ein Stern
oder ein anderes hinreichend deutliches Zeichen den Betrachter zu dem
aufklärenden Hinweis führen. Insoweit trifft den Werbenden eine aus dem
Irreführungsverbot abzuleitende Pflicht, die anderen belastenden
Preisbestandteile klar zugeordnet und ähnlich deutlich herauszustellen. Wie
deutlich Stern und aufklärender Hinweis gestaltet sein müssen, hängt von den
Umständen des Einzelfalls ab.
JurPC Web-Dok. 104/2009
OLG Celle: Keine Garantieübernahme bei Hinweis im
eBay-Angebot
Urteil vom 08.04.2009 (3 U 251/08)
Der
Hinweis in einem Internetangebot, der nicht angeschlossene Motor einer
gebrauchten Segelyacht sei in einer Wassertonne getestet worden, beinhaltet
noch keine Übernahme einer Garantie für die Gebrauchstauglichkeit des Motors
gemäß § 443 Abs. 1 BGB. Dies kommt insbesondere dann nicht in Betracht, wenn
der Verkäufer in der Anzeige explizit zum Ausdruck gebracht hat, eine Garantie
nicht übernehmen zu wollen. Für ein über das Internetauktionshaus eBay
unterbereitetes Angebot gelten insoweit keine Besonderheiten.
JurPC Web-Dok. 99/2009
LG Koblenz: Unzulässige Rechtsausübung im Rahmen
eines über eBay geschlossenen Kaufvertrages
Urteil vom 18.03.2009 (10 O 250/08)
Der
grundsätzlichen Wirksamkeit eines über eBay geschlossenen Vertrages kann der
Einwand der unzulässigen Rechtsausübung aus § 242 BGB entgegenstehen, wenn das
dem Gläubiger zugrunde liegende Interesse im Einzelfall aus besonderen Gründen
nicht schutzwürdig erscheint. Eine solche Aberkennung der Schutzwürdigkeit ist
das Ergebnis einer umfassenden Wertung des Interesses. Nicht schon jedes
Ungleichgewicht, nicht schon jede übermäßige wirtschaftliche Benachteiligung
der Gegenseite macht eine Rechsausübung unzulässig, sondern es muss sich um
Ausnahmefälle einer grob unbilligen, mit der Gerechtigkeit nicht zu
vereinbarenden Benachteiligung handeln. Ein solcher Fall liegt vor, wenn der
Anbietende bei der Einstellung des Angebots einen (vorliegend für §§ 119 ff.
BGB unbeachtlichen) Fehler machte, indem er einen sehr hochpreisigen Gegenstand
zu einem sehr geringen Mindestgebot anbot und er diesen Fehler unverzüglich
durch Absenden des "Formulars für die frühzeitige Beendigung von
Angeboten" zu korrigieren versuchte. Dem Anbietenden kann in diesem
Zusammenhang unter dem Gesichtspunkt der unzulässigen Rechtsausübung nicht zum
Nachteil gereichen, dass dieser Vorgang insgesamt 8 Minuten dauerte und
innerhalb dieser Zeit bereits wirksam auf den Artikel geboten wurde.
JurPC Web-Dok. 97/2009
OLG Stuttgart: "Hartplatzhelden"
Urteil vom 19.03.2009 (2 U 47/08)
Die
Veröffentlichung und Ausstrahlung von Ausschnitten und Berichten von
Amateurfußballspielen auf der Internetplattform "Hartplatzhelden" ist
wettbewerbswidrig und daher zu untersagen.
JurPC Web-Dok. 93/2009
LG München I: Verletzung der Marke
"POSTERLOUNGE"
Beschluss vom 10.04.2008 (1 HK O 5500/08)
Eine
Verletzung des Markenrechts an dem Zeichen "POSTERLOUNGE" ist nicht
glaubhaft gemacht, wenn eine unmittelbare Nutzung des Zeichens
"posterlounge" nicht durch Verwendung dieses Begriffes als Suchwort
für die google-Adword-Anzeige erfolgte. Es ist daher davon auszugehen, dass die
Worte "lounge" und "poster" als Suchworte verwendet wurden
und die Standardoption "weitgehend passende Keywords" beibehalten
wurde. Das von der Antragsgegnerin unmittelbar (im Text der Anzeige und als
Suchworte) genutzte Zeichen "lounge poster" ist mit den
Antragsschutzrechten nicht verwechslungsfähig; eine Nutzung wäre überdies
privilegiert nach § 23 Ziff. 2 MarkenG.
JurPC Web-Dok. 82/2009
LG Berlin: Zur Haftung des Buchhändlers für
Urheberrechtsverletzungen durch Übernahme geschützter Textpassagen in einem
Buch
Urteil vom 14.11.2008 (15 O 120/08)
Ein
Buchhändler haftet weder als Täter noch als Störer einer
Urheberrechtsverletzung durch Übernahme geschützter Passagen aus einer
wissenschaftlichen Arbeit in ein Buch. Der Buchhändler hat grundsätzlich keine
Prüfungspflichten hinsichtlich möglicher Urheberrechtsverletzungen. Erst wenn
greifbare und konkrete Anhaltspunkte entweder dem jeweiligen Buchhändler durch
einen Hinweis übermittelt werden oder in der einschlägigen Branchenpresse,
deren Verfolgung dem Buchhändler zumutbar ist, veröffentlicht werden, kann eine
derartige Prüfungspflicht des Buchhändlers in Betracht kommen.
JurPC Web-Dok. 85/2009
OLG Naumburg: Fehlerhafte Belehrung über das
Widerrufsrecht
Urteil vom 13.07.2007 (10 U 14/07 (Hs))
Eine
Mitteilung der Widerrufsbelehrung "in Textform", wie sie § 355
Abs. 2 S. 1 BGB voraussetzt, liegt nicht vor, wenn sich die Belehrung
lediglich auf der Internetseite des Anbietenden befindet. Zwar war die
beanstandete Widerrufsbelehrung der Verfügungsbeklagten für den Verbraucher
schon vor Vertragsschluss zugänglich. Denn jeder Interessent hatte die
Möglichkeit, sie zusammen mit dem Angebot auf dem Bildschirm zu lesen. Dies
genügt jedoch nach Auffassung des Senats nicht, um die Textform im Sinne der
§§ 355 Abs. 2 S. 1, 126 b BGB zu wahren. Die Widerrufsbelehrung
muss den Verbraucher bei Verkauf über das Internet darüber in Kenntnis setzen,
dass die Widerrufsbelehrung erst mit Erhalt der Waren beginnt. Ein
Missverständnis des Verbrauchers darüber, wann die Frist in der er sein
Widerrufsrecht ausüben kann, beginnt, kann die Ausübung dieses Rechts
beeinträchtigen. Möglicherweise meint ein Verbraucher, die Widerrufsfrist sei
bereits abgelaufen und übt das Recht daher nicht aus. Die beanstandete
Widerrufsbelehrung ("...Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser
Belehrung...") erweckt den Eindruck, dass die Widerrufsbelehrung schon
vorher, nämlich mit dem Lesen des Textes auf dem Bildschirm beginnen könne.
Jedenfalls ist diese Belehrung nicht eindeutig und daher missverständlich.
JurPC Web-Dok. 79/2009
OLG Köln: "Winter-Check -Wochen" -
Neues Verbot von Zugaben durch Schwarze Liste?
Beschluss vom 30.12.2008 (6 W 180/08)
Das
Versprechen einer kostenlosen Zugabe stellt kein Gratis-Angebot i. S. der
Nr. 20 des Anhangs I der EG-Richtlinie 2005/29 - vgl. jetzt UWG
Anhang Nr. 21 - dar, wenn der Verbraucher nicht darüber im Unklaren
gelassen wird, dass er die Hauptleistung zu bezahlen hat.
JurPC Web-Dok. 71/2009
LG Berlin: Angabe der Auslandslieferkosten
und Widerrufsbelehrung per Grafikdatei
Urteil vom 24.06.2008 (16 O 894/07)
Nach
§§ 1 Abs. 2 S. 2 PAngV, 1 Abs. 1 Nr. 8 BGB-InfoV sind
zusätzlich anfallende Liefer- und Versandkosten der Höhe nach anzugeben. Der
Verbraucher soll vor Vertragsschluss über die - gerade im Auslandsversand
nicht unerheblichen und damit den Zahlbetrag erheblich verteuernden -
Lieferkosten informiert werden, nicht zuletzt damit ihm überhaupt erst ein
Preisvergleich mit dem stationären Handel vor Ort oder dem Versandhandel im
Herkunftsland ermöglicht wird. Es handelt sich mithin um eine
Informationspflicht, die insbesondere dann wettbewerbserheblich ist, wenn
gezielt mit einem Versand in die gesamte Europäische Union geworben wird, der
Auslandsumsatz nicht völlig unbedeutend ist und die Plattform für die gesamte
"Europäische Union" konzipiert ist. Nach § 312c Abs. 1 BGB
i.V.m. § 1 Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV muss der Unternehmer dem Verbraucher
vor Abgabe der Vertragserklärung klare und verständliche Informationen zum
Bestehen oder Nichtbestehen eines Widerrufs- oder anstelle dessen eingeräumten
Rückgaberechts sowie die Bedingungen, Einzelheiten der Ausübung, insbesondere
über Namen und Anschrift desjenigen, gegenüber dem der Widerruf zu erklären
ist, und die Rechtsfolgen des Widerrufs oder der Rückgabe zur Verfügung
stellen. Die Verlinkung auf eine externe Grafikdatei genügt hierzu nicht.
JurPC Web-Dok. 73/2009
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
"Mettenden" - Haftung des Foren-Betreibers
Urteil vom 04.02.2009 (5 U 167/07)
Der
Betreiber eines Themenportals für "Kochrezepte", der u. a.
kochbegeisterten Internet-Nutzern die Gelegenheit bietet, in dem Bereich
"Gemeinschaft" im Rahmen einer Chat-Struktur Kochrezepte und/oder
Abbildungen zu veröffentlichen, ist für dort eingestellte Foren-Beiträge (hier:
urheberrechtsverletzendes Lichtbild) ohne das Hinzutreten weiterer Umstände
weder als Täter noch als Teilnehmer verantwortlich, es sei denn, er hat sich
den Beitrag z.B. zu eigen gemacht.
JurPC Web-Dok. 68/2009
OLG Frankfurt a.M.: Abo-Fallen im Internet
Urteil vom 04.12.2008 (6 U 186/07)
Werden
im Internet kostenpflichtige Angebote unterbreitet bei denen der
durchschnittlich verständige Internetnutzer wegen der Art dieses Angebotes und
wegen der weiteren Umstände seiner Präsentation mit einer Kostenpflichtigkeit
nicht rechnet (sog. "Kostenfallen") sind an den erforderlichen
Hinweis auf die Kostenpflichtigkeit (§ 1 Abs. 1 und Abs 6 S. 2
PAngV; § 5 UWG) erhöhte Anforderungen zu stellen; diese Anforderungen sind
im Streitfall nicht erfüllt.
JurPC Web-Dok. 59/2009
OLG München: AdWord-Werbung
Beschluss vom 06.05.2008 (29 W 1355/08)
Aus
der bloßen Tatsache, dass die Eingabe eines geschützten Kennzeichens bei Google
zur Anzeige einer Adword-Anzeige eines Konkurrenten führt, kann nicht auf das
Vorliegen einer Markenverletzung nach § 14 Abs. 2 Nr. 2 MarkenG
geschlossen werden, wenn nicht dargetan ist, dass der Konkurrent das
Kennzeichen selbst oder ein von dessen Schutzbereich umfasstes hochgradig
ähnliches Zeichen bei Schaltung der Anzeige als Keyword genutzt hat. Die
Nutzung rein beschreibender Begriffe als Keywords für Adword-Anzeigen ist nach
§ 23 Nr. 2 MarkenG privilegiert, auch wenn sie - aufgrund der bei
Google vorgesehenen Standardeinstellung "weitgehend passende
Keywords" - dazu führt, dass die Anzeige auch bei der Eingabe geschützter
Kennzeichen, die aus derartigen beschreibenden Begriffen zusammengesetzt sind,
erscheint.
JurPC Web-Dok. 57/2009
LG Frankfurt a.M.: Kein Betrug durch sog.
Abo-Fallen im Internet
Beschluss vom 05.03.2009 (5/27 Kls 3330 Js 212484/07 KLs - 12/08)
style='font-weight:
Sog.
Abo-Fallen im Internet, bei denen die Tatsache der Kostenpflichtigkeit des
Angebots verschwiegen oder verschleiert wird, sind zwar zivilrechtlich und
wettbewerbsrechtlich angreifbar und bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone;
ein strafrechtlich relevantes Verhalten (insbesondere ein Betrug) ist hierin
aber nicht zu sehen.
JurPC Web-Dok. 60/2009
BGH: Widerrufsbelehrung
Urteil vom 13.01.2009 (XI ZR 118/08)
Der
Zusatz in einer Widerrufsbelehrung, der Lauf der Widerrufsfrist beginne
"frühestens, wenn Ihnen diese Belehrung über ihr Widerrufsrecht
ausgehändigt worden ist, jedoch nicht bevor Sie die von uns gegengezeichnete
Ausfertigung des Darlehensvertrages erhalten haben", widerspricht nicht
dem Deutlichkeitsgebot des § 2 Abs. 1 Satz 2 HWiG
a. F.
JurPC Web-Dok. 52/2009
LG Essen: Anforderungen an ein Impressum i.S.d. §
5 TMG
Urteil vom 19.09.2007 (44 O 79/07)
Ein
Impressum genügt nicht den Anforderungen des § 5 Abs. 1 Nr. 1
TMG, wenn die Unternehmensform und der Inhaber des Unternehmens nicht genannt
werden. Ein Kontaktformular, das eine über den Befehl "Abschicken"
eine Verbindung zum Unternehmen herstellt, genügt nicht den Anforderungen des
§ 5 Abs. 1 Nr. 2 TMG. Dieser verlangt nicht nur technische
Vorrichtungen, durch die faktisch eine Verbindung hergestellt wird, sondern
"Angaben", die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme
ermöglichen. Dies ist typischerweise die E-Mail-Anschrift. Dem Interessenten
muss es auch möglich sein, ohne vorheriges Ausfüllen eines Kontaktformulars zu
erkennen, auf welche Weise ein elektronischer Kontakt mit dem Unternehmen
möglich ist.
JurPC Web-Dok. 47/2009
BGH: Tragung der Kosten der Zusendung im Falle
des Widerrufs
Beschluss vom 01.10.2008 (VIII ZR 268/07)
Dem
Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften wird folgende Frage zur Auslegung
des Gemeinschaftsrechts gemäß Art. 234 EG zur Vorabentscheidung vorgelegt:
Sind die Bestimmungen des Art. 6 Abs. 1 Satz 2 und Abs. 2
der Richtlinie 97/7/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom
20. Mai 1997 über den Verbraucherschutz bei Vertragsabschlüssen im
Fernabsatz dahin auszulegen, dass sie einer nationalen Regelung entgegenstehen,
nach der die Kosten der Zusendung der Waren auch dann dem Verbraucher auferlegt
werden können, wenn er den Vertrag widerrufen hat?
JurPC Web-Dok. 42/2009
OLG Stuttgart: Keine
Persönlichkeitsrechtsverletzung durch sog. "Snippets" in
Trefferlisten der Suchmaschinen
Urteil vom 26.11.2008 (4 U 109/08)
Durchschnittliche
Nutzer von Suchmaschinen wissen, dass die Suchergebnisse von Suchmaschinen
nicht auf der intellektuellen Leistung von Menschen beruhen, sondern aufgrund
eines automatisierten Vorgangs zustande kommen. Die Nutzer wissen auch, dass
eine Suchmaschine die gefundene Seite ohne menschliche Einwirkung nach darin
vorkommenden Begriffen erfasst, registriert und bei Aufruf darin vorhandener
Begriffe deren Internetadresse zusammen mit einzelnen Textteilen anzeigt. Mit
dem Suchergebnis verbindet sich für den Nutzer jedenfalls dann keine
inhaltliche Aussage, wenn darin nicht ganze Sätze der gefundenen Seite, sondern
lediglich einzelne Worte als "Schnipsel" (sog. "Snippets")
aufgeführt werden.
JurPC Web-Dok. 35/2009
OLG Köln: "Wesentliche Teile" der Datenbank
i.S.d. § 87 b UrhG
Urteil vom 14.11.2008 (6 U 57/08)
In
der Summe müssen die entnommenen Daten die Wesentlichkeitsgrenze überschreiten,
damit eine Verletzung der Rechte aus § 87 b Abs. 1 UrhG angenommen werden kann.
Im Einklang mit der Rechtsprechung des EuGH sind somit "mit 'Handlungen …,
die einer normalen Nutzung … (einer) Datenbank entgegenstehen oder die
berechtigten Interessen des Herstellers der Datenbank unzumutbar
beeinträchtigen', unzulässige Verhaltensweisen gemeint, die darauf gerichtet
sind, durch die kumulative Wirkung von Entnahmehandlungen die Gesamtheit oder
einen wesentlichen Teil des Inhalts der durch das Schutzrecht sui generis
geschützten Datenbank wieder zu erstellen und/oder der Öffentlichkeit durch die
kumulative Wirkung von Weiterverwendungshandlungen die Gesamtheit oder einen
wesentlichen Teil des Inhalts einer Datenbank zur Verfügung zu stellen, und die
dadurch die Investition der Person, die diese Datenbank erstellt hat,
schwerwiegend beeinträchtigen."
JurPC Web-Dok. 36/2009
LG Stuttgart: Haftung des Admin-C für
Tippfehler-Domain
Urteil vom 27.01.2009 (41 O 101/08 KfH)
Ein
Admin-C, der für ein ausländisches Unternehmen tätig wird, das im Inland
mehrere Tippfehlerdomains unterhält, haftet für die durch die Tippfehlerdomains
eingetretenen Marken- oder Namensrechtsverletzungen als Störer. Der einem
Admin-C obliegenden Überprüfungspflicht kann dieser sich nicht dadurch
entziehen, dass er dem die Eintragung vornehmenden Unternehmen eine
Generaleinwilligung erteilt. Durch den Verzicht auf die vorherige
Kenntniserlangung von der Eintragung nimmt er vielmehr in Kauf, dass seine
Einwilligung für die Eintragung rechtsverletzender Domains benutzt wird. Mit
der dennoch erteilten Einwilligung hat der Admin-C damit einen Tatbeitrag
gesetzt, der aufgrund der rechtlichen Möglichkeit, auf den Eintragungsinhalt
einzuwirken, seine Störereigenschaft begründet.
JurPC Web-Dok. 30/2009
OLG Frankfurt a.M.: Pflicht eines
Internetportalbetreibers zur Belehrung über Impressumspflicht
Urteil vom 23.10.2008 (6 U 139/08)
Der
Betreiber eines Internetportals für kostenlose anonyme Kleinanzeigen hat auf
Grund einer ihn treffenden wettbewerbsrechtlichen Verkehrspflicht Vorkehrungen
dafür zu treffen dass gewerbliche Anbieter ihrer Verpflichtung zur Angabe ihres
Namens und ihrer Anschrift (§ 5 I Nr. 1 TMG) nachkommen. An die insoweit
erforderlichen Maßnahmen sind jedoch keine allzu hohen Anforderungen zu
stellen; es kann ausreichen, dass die Anzeigenkunden vor Abgabe ihres
Anzeigenauftrags in geeigneter Form über die Impressumspflicht belehrt, zur
Preisabgabe der Gewerblichkeit ihres Angebots bei der Anmeldung nachdrücklich
angehalten und in diesem Fall zur Angabe ihres Namens und ihrer Anschrift
gezwungen werden.
JurPC Web-Dok. 26/2009
AG Wuppertal: Kein Erlöschen des Widerrufsrechts
nach § 312d Abs. 3 BGB bei fehlender Kenntnis vom Widerrufsrecht
Urteil vom 01.12.2008 (32 C 152/08)
Eine
ausgeprochene Kündigung kann als Erklärung eines Widerrufs ausgelegt werden.
Eine Kenntnis des Widerufsrechts ist Voraussetzung dafür, dass das Widerrufsrecht
gemäß § 312d Abs. 3 BGB erlöschen kann.
JurPC Web-Dok. 24/2009
OLG Hamm: "anwaltskanzlei-ortsname.de"
Urteil vom 19.06.2008 (4 U 63/08)
Es
ist nicht unlauter i.S.d. § 3 UWG (a.F.), die Internetadresse
"anwaltskanzlei-ortsname.de" zu benutzen. Eine Irreführung durch die
Nutzung dieser Domain liegt nicht vor. Mit der Führung der Domain wird nicht
suggeriert, dass den Rechtsanwälten unter den in dem betreffenden Ort
ansässigen Rechtsanwälten eine Spitzenstellung zukommt. Eine solche
Spitzenstellungswerbung könnte nur gegeben sein, wenn der bestimmte Artikel
vorangestellt wird, weil bei dessen Betonung der jeweilige Geschäftsbetrieb
gemäß den allgemeinen Sprachgewohnheiten als hervorgehoben erscheint.
Vorliegend fehlt auch jeder weitere Zusatz, der die Kanzlei aus der Zahl der
übrigen Kanzleien heraushebt. Eine solche Herausstellung leistet auch nicht der
Ortsname .... Dem Verkehr ist es nämlich bekannt, dass es in großen Städten
eine Fülle von Rechtsanwaltskanzleien gibt.
JurPC Web-Dok. 15/2009
OLG Koblenz: Irreführende Werbung mit
Telefonnummer
Urteil vom 25.03.2008 (4 U 959/07)
Es
ist irreführend, mit der Angabe einer Telefonnummer mit einer bestimmten
Ortsnetzkennzahl im Internet oder einem Telefonbuch zu werben ohne auf eine
Anrufweiterschaltung hinzuweisen, wenn das Unternehmen in dem betreffenden Ort
gar keinen Sitz bzw. keine Zweigstelle unterhält.
JurPC Web-Dok. 13/2009
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
Verantwortlichkeit bei Verbreitung eines Interviews
Urteil vom 05.08.2008 (7 U 37/08)
Die
Verantwortlichkeit auch des bloßen Verbreiters eines Interviews ist dann
gegeben, wenn dieser ungeprüft Behauptungen des Interviewten wiedergibt, die
eine besonders schwere Beeinträchtigung von Persönlichkeitsrechten enthalten.
JurPC Web-Dok. 5/2009
LG Hamburg: Urheberrechtsverletzung durch
"thumbnails"
Teilurteil vom 26.09.2008 (308 O 42/06)
Das
Bereithalten von urheberrechtlich geschützten Bildern als „thumbnails“ in der
Datenbank einer Bildersuchmaschine zum Zwecke des Abrufs von Ergebnislisten
aufgrund einer Suchanfrage stellt ein öffentliches Zugänglichmachen im Sinne
des § 19a UrhG dar, das nicht durch urheberrechtliche Schrankenbestimmungen
gedeckt ist und für das der Betreiber der Bildersuchmaschine als Täter haftet (Fortführung
der Kammerrechtsprechung zum Urteil vom 5.9.2003, GRUR-RR 2004, 313 ff. –
thumbnails).
JurPC Web-Dok. 10/2009
BGH: 40 Jahre Garantie
Urteil vom 26.06.2008 (I ZR 221/05)
Der
Abschluss eines Garantievertrages für die Haltbarkeit einer Sache mit einer
Laufzeit von 40 Jahren ist mit den Verjährungsvorschriften des Bürgerlichen
Gesetzbuchs vereinbar. Die Werbung mit einer solchen Garantie ist nicht wettbewerbswidrig,
wenn sie sich auf eine Sache bezieht, die bei normaler Benutzung eine
entsprechend lange Lebensdauer hat (Abgrenzung zu BGH, Urt. v. 9.6.1994 - I ZR
91/92, GRUR 1994, 830, 831 = WRP 1994, 732 - Zielfernrohr).
JurPC Web-Dok. 2/2009
OLG Saarbrücken: Kein Sofort-Kauf bei eBay für
2,- Euro bei klarstellendem Hinweis
Beschluss vom 18.04.2008 (4 W 93/08-17)
Ein
Kaufvertrag über einen Pkw zum Preis von zwei Euro kommt mangels
korrespondierender Willenserklärungen trotz eines Kaufangebots zum Sofort-Kauf
eines Pkws für zwei Euro, das über die eBay-Plattform per E-Mail abgegeben
wird, nicht zustande, wenn in der E-Mail des Verkäufers ein klarstellender
Zusatz "Kaufpreis 8.900 Euro" erfolgt.
JurPC Web-Dok. 1/2009
OLG Düsseldorf: Fehlen des persönlich haftenden
Gesellschafters im Impressum
Urteil vom 04.11.2008 (I-20 U 125/08)
Das
zeitweise Fehlen der Angaben zum persönlich haftenden Gesellschafter ist ein Verstoß
gegen §§ 8 Abs. 1, 3, 4 Nr. 11 UWG i.V.m. § 5 Abs. 1 Nr. 1 TMG. Ein Verstoß
gegen eine gesetzlich ausdrücklich zum Zwecke des Verbraucherschutzes
bestehende Informationspflicht ist stets erheblich i.S.d. § 3 UWG.
JurPC Web-Dok. 203/2008
OLG Köln: Haftung des Portalbetreibers für
Urheberrechtsverletzungen
Urteil vom 26.09.2008 (6 U 111/08)
Der
Internetportalbetreiber, dessen Geschäftsmodell darin besteht, dass durch
Dritte - nicht die Kunstschaffenden selbst - Kunstwerke zum Kauf angeboten
werden, und dass die Werke länger als eine Woche nach Kaufabschluss noch im
Netz für jedermann einsehbar sind, ist Gehilfe der Rechtsverletzung des
Veräußerers, der das Werk über die durch § 58 Abs. 1 UrhG gezogenen Grenzen
hinaus öffentlich zugänglich gemacht hat.
JurPC Web-Dok. 202/2008
BGH: "afilias.de"
Urteil vom 24.04.2008 (I ZR 159/05)
Grundsätzlich
verletzt ein Nichtberechtigter, für den ein Zeichen als Domainname unter der in
Deutschland üblichen Top-Level-Domain ".de" registriert ist, das
Namens- oder Kennzeichenrecht desjenigen, der an einem identischen Zeichen ein
Namens- oder Kennzeichenrecht hat. Etwas anderes gilt jedoch regelmäßig dann,
wenn das Namens- oder Kennzeichenrecht des Berechtigten erst nach der
Registrierung des Domainnamens durch den Nichtberechtigten entstanden ist (im
Anschluss an BGH, Urt. v. 9.9.2004 - I ZR 65/02, GRUR 2005, 430 = WRP 2005, 488
- mho.de).
JurPC Web-Dok. 192/2008
Kammergericht: Keyword-Advertising keine
Markenverletzung
Urteil vom 26.09.2008 (5 U 186/07)
Erscheint
bei der Eingabe eines Kennzeichens als Suchbegriff in Suchmaschinen durch
Verbraucher räumlich getrennt von der Auflistung in der Trefferliste eine
Werbeeinblendung Dritter gemäß deren Vereinbarungen mit dem
Suchmaschinenbetreiber zur Schaltung von Werbeeinblendungen bei bestimmten
"Schlüsselworten", so liegt darin in der Regel kein kennzeichenmäßiger
Gebrauch des Kennzeichens durch den Werbetreibenden.
JurPC Web-Dok. 194/2008
OLG Frankfurt a.M.: Aufgedrängte
Drittunterwerfung
Urteil vom 09.10.2008 (6 U 128/08)
Die
nach Abmahnung durch einen Mitbewerber gegenüber einem Wettbewerbsverband
unaufgefordert abgegebene Unterwerfungserklärung ("aufgedrängte
Drittunterwerfung") beseitigt die Wiederholungsgefahr jedenfalls dann
nicht wenn der Wettbewerbsverband die Erklärung nicht angenommen hat.
JurPC Web-Dok. 196/2008
BGH: Formularmäßige Einwilligung in Werbung per
SMS oder E-Mail
Urteil vom 16.07.2008 (VIII ZR 348/06)
In
Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die der Betreiber eines Kundenbindungs- und
Rabattsystems für Verträge mit Verbrauchern über die Teilnahme an dem System
verwendet, hält die Klausel "Mit meiner Unterschrift erkläre ich mich
einverstanden, dass die von mir oben angegebenen Daten sowie die Rabattdaten
(Waren/Dienstleistungen, Preis, Rabattbetrag, Ort und Datum des Vorgangs) für
an mich gerichtete Werbung (z.B. Informationen über Sonderangebote,
Rabattaktionen) per Post und mittels ggfs. von mir beantragter Services (SMS
oder E-Mail-Newsletter) sowie zu Zwecken der Marktforschung ausschließlich von
der L. GmbH und den Partnerunternehmen gemäß Nummer 2 der beiliegenden Hinweise
zum Datenschutz gespeichert und genutzt werden. (...) Hier ankreuzen, falls die
Einwilligung nicht erteilt wird." der Inhaltskontrolle nach § 307
Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB nicht stand, soweit sie die Einwilligung in die
Speicherung und Nutzung der Daten für die Zusendung von Werbung per SMS oder
E-Mail-Newsletter betrifft.
JurPC Web-Dok. 186/2008
AG Brühl: Widerruf und Unterlassung von
Bewertungen bei eBay
Urteil vom 07.04.2008 (28 C 447/07)
Es
besteht kein Anspruch auf Widerruf von Bewertungen, die Werturteile darstellen.
Ob eine Bewertung unzutreffend ist, ist nämlich im Falle der Abgabe von
Werturteilen letztlich wiederum eine Frage der Bewertung. Die vorliegend
abgegebenen Werturteile sind insgesamt gesehen nicht unsachlich und damit
unzulässig. Vielmehr ist die Grenze zur Unsachlichkeit erst dann als
überschritten anzusehen, wenn bewusste Fehlurteile oder Verzerrungen
vorgenommen werden oder die abschließende Bewertung als sachlich nicht mehr
vertretbar, d.h. indiskutabel erscheint. Die für die Geltendmachung eines
Unterlassungsanspruchs erforderliche Wiederholungsgefahr ist trotz zweier
abwertender Äußerungen per E-Mail nicht gegeben, wenn seit den Äußerungen etwa
ein Jahr vergangen ist, ohne dass erneute Äußerungen während dieser Zeit
erfolgt wären.
JurPC Web-Dok. 190/2008
OLG Köln: Zur Haftung des administrativen
Ansprechpartners der DENIC
Urteil vom 15.08.2008 (6 U 51/08)
Der
administrative Ansprechpartner (Admin-C), der nicht bei der Anmeldung der
Domain beteiligt war und auch an der Verbindung der Domain mit einem inhaltlichen
Auftritt nicht mitgewirkt hat, haftet vor einer Kenntniserlangung (hier: durch
Abmahnung) nicht als Störer für Markenrechtsverletzungen, die etwa in der
Registrierung der Domain oder in inhaltlichen Auftritten unter diesem
Domain-Namen ihre Ursache haben. Die Erstattung der durch eine Abmachung
entstandenen Kosten kann von ihm nicht verlangt werden.
JurPC Web-Dok. 184/2008
OLG Düsseldorf: Verneinte Störerhaftung des
Server-Betreibers eines Peer-to-Peer-Systems
Urteil vom 20.05.2008 (I-20 U 196/07)
Eine
Störerhaftung setzt die Verletzung von Prüfungspflichten voraus. Deren Umfang
bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem Inanspruchgenommenen nach den
Umständen eine Prüfung zuzumuten ist. Eine erhöhte Prüfungspflicht besteht
immer dann, wenn der Störer vom Rechteinhaber auf eine klare Rechtsverletzung
hingewiesen worden ist; in diesem Fall muss er nicht nur den Zugang zu der
konkreten Datei unverzüglich sperren, sondern darüber hinaus Vorsorge treffen,
dass es möglichst nicht zu weiteren derartigen Rechtsverletzungen kommt. Der
Dienstanbieter muss dabei nicht jeden nur denkbaren Aufwand betreiben, um die
Nutzung rechtswidriger Inhalte zu vermeiden, vielmehr muss die Bedeutung des
Einzelfalles und der erforderliche technische und wirtschaftliche Aufwand sowie
die Auswirkungen auf andere Teile des Dienstes gesehen werden. Der Einsatz
großflächiger Wortfilter z.B. mit dem Namen des betreffenden Künstlers und
ein anschließendes Aussortieren von illegalen Inhalten im Wege einer händischen
Kontrolle ist dabei nicht verhältnismäßig und zumutbar.
JurPC Web-Dok. 177/2008
BGH: Namensklau im Internet
Urteil vom 10.04.2008 (I ZR 227/05)
Wird
der Betreiber einer Internet-Auktionsplattform wegen Verletzung eines
Kennzeichen- oder Namensrecht nach den Grundsätzen der Entscheidung
"Internet-Versteigerung I" (BGHZ 158, 236) als Störer in
Anspruch genommen, trifft den Gläubiger grundsätzlich die Darlegungs- und
Beweislast dafür, dass es dem Betreiber technisch möglich und zumutbar war,
nach dem ersten Hinweis auf eine Verletzung des Schutzrechts weitere von
Nutzern der Plattform begangene Verletzungen zu verhindern. Da der Gläubiger
regelmäßig über entsprechende Kenntnisse nicht verfügt, trifft den Betreiber
die sekundäre Darlegungslast; ihm obliegt es daher, im Einzelnen vorzutragen,
welche Schutzmaßnahmen er ergreifen kann und weshalb ihm - falls diese
Maßnahmen keinen lückenlosen Schutz gewährleisten - weitergehende
Maßnahmen nicht zuzumuten sind.
JurPC Web-Dok. 168/2008
EuGH: Keine Angabe der Telefonnummer im Impressum
Urteil vom 16.10.2008 (C-298/07)
Die
Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr (2000/31/EG vom 8. Juni
2000) ist dahin auszulegen, dass der Diensteanbieter verpflichtet ist, den
Nutzern des Dienstes vor Vertragsschluss mit ihnen neben seiner Adresse der
elektronischen Post weitere Informationen zur Verfügung zu stellen, die eine
schnelle Kontaktaufnahme und eine unmittelbare und effiziente Kommunikation
ermöglichen. Diese Informationen müssen nicht zwingend eine Telefonnummer
umfassen. Sie können eine elektronische Anfragemaske betreffen, über die sich
die Nutzer des Dienstes im Internet an den Diensteanbieter wenden können,
woraufhin dieser mit elektronischer Post antwortet; anders verhält es sich
jedoch in Situationen, in denen ein Nutzer des Dienstes nach elektronischer
Kontaktaufnahme mit dem Diensteanbieter keinen Zugang zum elektronischen Netz
hat und diesen um Zugang zu einem anderen, nichtelektronischen
Kommunikationsweg ersucht.
JurPC Web-Dok. 163/2008
Thüringer Oberlandesgericht Jena:
Urheberrechtsschutz von sog. "thumbnails" bei der Bildersuche im
Internet
Urteil vom 27.02.2008 (2 U 319/07)
Durch
das Anzeigen, also Verwerten, von Verkleinerungen von Bildern (sog.
"thumbnails") im Rahmen der Anzeige in der Trefferliste einer
Suchmaschine wird in das dem Urheber nach § 23 UrhG vorbehaltene Recht zur
Bearbeitung und Umgestaltung eines Werkes eingegriffen. Die Geltendmachung des
urheberrechtlichen Unterlassungsanspruchs kann jedoch unter dem Gesichtspunkt
des "venire contra factum proprium" (Selbstwiderspruch, § 242 BGB)
rechtsmissbräuchlich sein, wenn der Urheber seinerseits eine
Suchmaschinenoptimierung seiner Internetseite vornimmt, die erst dazu führt,
dass durch das Auffinden bestimmter Meta-Informationen die Crawler der
Suchmaschine quasi auf die Seite angelockt werden.
JurPC Web-Dok. 165/2008
BGH: Faxanfrage im Autohandel
Urteil vom 17.07.2008 (I ZR 75/06)
§ 7
Abs. 2 UWG erfasst als Werbung grundsätzlich auch Nachfragehandlungen.
Dies gilt auch dann, wenn sie sich an Gewerbetreibende oder Freiberufler
richten. Veröffentlicht ein Unternehmen die Nummer seines Telefaxanschlusses in
allgemein zugänglichen Verzeichnissen, so erklärt es damit sein konkludentes
Einverständnis, dass potentielle Kunden den Anschluss bestimmungsgemäß
insbesondere für Kaufanfragen nutzen, die sich auf die übliche
Verkaufstätigkeit des Unternehmens beziehen. Sofern nicht im Einzelfall
besondere Umstände dagegen sprechen, steht der dem allgemeinen Verkehr für
Anfragen bereitgestellte Telefaxanschluss eines Unternehmens im Rahmen seiner
unmittelbaren geschäftlichen Bestimmung auch gewerblichen Wiederverkäufern für
Kaufanfragen zur Verfügung.
JurPC Web-Dok. 147/2008
AG Nürtingen: Falsche Bezeichnung eines Notebooks
im Urteil
Beschluss vom 25.09.2008 (11 C 817/08)
Bei
der falschen Bezeichnung eines Notebooks mit "Thinkpad 400 E" statt
"Thinkpad 600 E" im Urteil handelt es sich nicht um eine
"ähnliche offenbare Unrichtigkeit" im Sinne des § 319 ZPO, die zur
Berichtigung des Tatbestandes des Urteils berechtigt, sofern im gesamten
vorherigen Verfahrensverlauf kein Begleitpapier vorgelegt worden ist, das den
Gegenstand richtig bezeichnet hat. Nur wenn diese Begleitpapiere vorgelegen
hätten und der Kläger danach durchgängig irrtümlich die falsche Bezeichnung in
seinen Schriftsätzen verwendet hätte, wäre von einer ähnlichen offenbaren
Unrichtigkeit auszugehen. Dem Kläger bleibt damit vorliegend nur die
Möglichkeit, in einem neuen Erkenntnisverfahren auf Feststellung der Identität
des übergebenen Geräts mit dem bezeichneten Gerät zu klagen und im Rahmen
dieses Verfahrens den neuen Lebenssachverhalt vorzutragen.
JurPC Web-Dok. 158/2008
BGH: Abmahnkostenersatz
Urteil vom 08.05.2008 (I ZR 83/06)
Möchte
ein Unternehmen einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch geltend
machen und beauftragt es deswegen einen Rechtsanwalt mit der Abmahnung, kann es
grundsätzlich die dadurch entstehenden Kosten auch dann vom Verletzer ersetzt
verlangen, wenn es über eine eigene Rechtsabteilung verfügt.
JurPC Web-Dok. 153/2008
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
Rapidshare
Urteil vom 02.07.2008 (5 U 73/07)
Lässt
der Betreiber eines Sharehosting-Dienstes in Kenntnis begangener
Urheberrechtsverletzungen weiterhin einschränkungslos eine anomyme Nutzung
seines Dienstes zu, schneidet er dem verletzten Urheber sehenden Auges den
erforderlichen Nachweis wiederholter Begehungshandlungen ab, welchen dieser
benötigt, um auf der Grundlage der höchstrichterlichen Rechtsprechung seine
Rechte erfolgreich und wirksam durchsetzen können. In diesem Fall kann sich der
Betreiber zur Vermeidung seiner Verantwortlichkeit als Störer unter bestimmten
Voraussetzungen nicht mehr auf eine ansonsten gegebenenfalls bestehende
Unzumutbarkeit umfangreicher Prüfungspflichten berufen.
JurPC Web-Dok. 156/2008
BGH: Internet-Versteigerung III
Urteil vom 30.04.2008 (I ZR 73/05)
Der
Markeninhaber, der gegen einen Störer (hier: Betreiber einer
Internet-Plattform) vorgeht, muss ein Handeln im geschäftlichen Verkehr
derjenigen Personen darlegen und gegebenenfalls beweisen, die gefälschte
Markenprodukte auf der Internet-Plattform anbieten. Hat er einen Sachverhalt
dargelegt und bewiesen, der ein Handeln im geschäftlichen Verkehr nahelegt
(hier: mehr als 25 sogenannte Feedbacks bei den Anbietern), kann der Betreiber
der Internet-Plattform nach den Grundsätzen der sekundären Darlegungslast
seinerseits gehalten sein, zum Handeln der Anbieter substantiiert vorzutragen,
wenn er ein Handeln im geschäftlichen Verkehr in Abrede stellen will. Das
Angebot der vollständigen Nachahmung eines Produkts, an dem die Marke des
Originalprodukts angebracht ist, stellt auch dann eine rechtsverletzende
Verwendung der Marke dar, wenn in dem Angebot darauf hingewiesen wird, dass es
sich um eine Produktfälschung handelt.
JurPC Web-Dok. 146/2008
BGH: "TV-Total"
Urteil vom 20.12.2007 (I ZR 42/05)
Auch
Teile von auf Filmträgern aufgenommenen Filmwerken und Laufbildern genießen
Leistungsschutz nach §§ 94, 95 UrhG. Eine entsprechend § 24 Abs. 1 UrhG
zulässige freie Benutzung fremder Laufbilder setzt voraus, dass ein
selbständiges Werk geschaffen wird. Ein Geschehen, bei dem es der
Öffentlichkeit nicht auf eine aktuelle Berichterstattung ankommt, ist kein
Tagesereignis im Sinne des § 50 UrhG. Ein Zitat ist nach § 51 UrhG nur
zulässig, wenn eine innere Verbindung zwischen der zitierten Stelle und eigenen
Gedanken des Zitierenden hergestellt wird.
JurPC Web-Dok. 145/2008
BGH: "FC Troschenreuth"
Urteil vom 17.07.2008 (I ZR 197/05)
Gibt
ein Sportverein in der Rechtsform des eingetragenen Vereins auf seiner Website
eine E-Mail-Adresse an, so liegt darin keine konkludente Einwilligung,
gewerbliche Anfragen nach Dienstleistungen des Vereins (hier: Platzierung von
Bannerwerbung auf der Website des Vereins) mittels E-Mail zu empfangen.
JurPC Web-Dok. 143/2008
OLG Saarbrücken: Veranlassung zur Klageerhebung
ohne vorherige Abmahnung des Wettbewerbers
Beschluss vom 14.07.2008 (1 W 99/08 - 19)
Zwar
ist eine hinreichende Veranlassung zur gerichtlichen Rechtsverfolgung
regelmäßig zu verneinen, wenn die einen Unterlassungsanspruch verfolgende
Verfügungsklägerin entgegen der grundsätzlichen Forderung des § 12 Abs. 1 UWG
sogleich den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt, ohne dem
Unterlassungsschuldner zuvor eine Abmahnung übermittelt und ihm so Gelegenheit
gegeben zu haben, ein gerichtliches Verfahren durch die Abgabe einer strafbewehrten
Unterlassungserklärung zu vermeiden. Etwas anderes muss jedoch dann gelten,
wenn es der Verfügungsklägerin nach den konkreten Umständen des Falles
unzumutbar war, die Verfügungsbeklagte als Verletzerin vor der Inanspruchnahme
gerichtlicher Hilfe erst noch abzumahnen, weil eine besondere Dringlichkeit
bestand. Eine solche besondere Eilbedürftigkeit kann etwa dann angenommen
werden, wenn der in Rede stehende Wettbewerbsverstoß, als die Gefahr seiner
Begehung für die Verfügungsklägerin erkennbar wurde, aus objektivierter
klägerischer Sicht ohne die sofortige Erwirkung einer einstweiligen Verfügung
nicht mehr verhinderbar war (vorliegend bejaht).
JurPC Web-Dok. 142/2008
LG Münster: Äußerungen in einem moderierten
Internetforum
Urteil vom 17.01.2008 (8 O 407/07)
Die
in einem moderierten Internetforum über Wasserbetten getätigte Aussage
"Bett und Service des Herstellers sind zweitklassig - nie wieder"
stellt eine Meinungsäußerung dar, vor denen §§ 3, 4 Nr. 8 UWG und § 824 Absatz
1 BGB keinen Schutz bieten. Die Äußerung stellt auch keinen rechtswidrigen
Eingriff in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb des Herstellers
dar, da die Äußerung in den Schutzbereich der Meinungsfreiheit nach Art. 5 GG
fällt und der Gewerbebetrieb sich einer Kritik seiner Leistungen stellen muss.
Die grundsätzliche Zulässigkeit der "freien Rede" gilt auch im
Bereich der Äußerungen über die Bewertung von Waren und Leistungen. Die Grenze
ist dort erreicht, wo es nur um die diffamierende Herabsetzung des
Gewerbetreibenden geht. Diese Grenze zur Schmähkritik ist vorliegend durch die
Äußerungen nicht überschritten worden.
JurPC Web-Dok. 138/2008
OLG Frankfurt a.M.: Unwirksame AGB als
Wettbewerbshandlung
Beschluss vom 09.05.2008 (6 W 61/07)
In
der Verwendung unwirksamer AGB-Klauseln kann, auch wenn diese die
Vertragsabwicklung betreffen, eine Wettbewerbshandlung mit dem Ziel liegen,
planmäßig den Kunden zu übervorteilen.
JurPC Web-Dok. 133/2008
OLG Düsseldorf: Streitwert bei Verletzung der
Informationspflichten im Fernabsatz
Beschluss vom 05.07.2007 (I-20 W 15/07)
Für
die Bewertung des Interesses daran, dass die gesetzlichen Informationspflichten
bei Fernabsatzgeschäften erfüllt werden und dass derjenige, der die Pflichten
verletzt, sich keinen Wettbewerbsvorsprung durch Rechtsbruch verschafft, spielt
es eine Rolle, inwieweit sich der gerügte Wettbewerbsverstoß gerade im
Verhältnis der Parteien zueinander auswirkt. Dafür kommt es auf die Größe des
Marktes und die Vielzahl der Marktteilnehmer, die mit den betreffenden Waren
handeln, an. Sofern es eine Vielzahl von vergleichbaren Angeboten im Internet gibt,
dürfte es ein nicht häufig vorkommender Zufall sein, dass ein Kaufinteressent
sich wegen einer falschen Belehrung für dessen Angebot entscheidet, statt für
dasjenige des korrekt belehrenden Wettbewerbers. Das Interesse ist daher mit
bis zu 900,-- Euro zu bewerten.
JurPC Web-Dok. 135/2008
OLG Köln: spickmich.de
Urteil vom 03.07.2008 (15 U 43/08)
In
der Bewertung einer Lehrerin in einem Internet-Schülerportal liegt keine
Verletzung ihres allgemeinen Persönlichkeitsrechts gemäß Art. 2 Abs. 1, Art. 1
Abs. 1 GG i. V. m. §§ 823, 1004 BGB analog. Bei der Nennung des Namens der
Lehrerin, ihrer beruflichen Tätigkeit und der von ihr unterrichteten Fächer
handelt es sich um - wahre - Tatsachenbehauptungen, während die vorgenommenen
bzw. vorzunehmenden Bewertungen der Klägerin Meinungsäußerungen bzw.
Werturteile darstellen.
JurPC Web-Dok. 130/2008
AG Hagen: Beweiswirkung einer
Telefax-Sendebestätigung
Urteil vom 02.07.2008 (16 C 68/08)
Eine
fehlerfreie Telefax-Sendebestätigung erbringt entgegen BGH NJW 1995, 665 ff.
den Beweis, dass eine entsprechende Datentransferverbindung zwischen Sendegerät
und Empfangsgerät hergestellt und die die übermittelten Daten beim
Empfangsgerät angekommen sind.
JurPC Web-Dok. 129/2008
LG Bochum: Beeinträchtigung des Wettbewerbs durch
unwirksame AGB-Klauseln
Urteil vom 08.07.2008 (13 O 128/05)
Bei
Verwendung unwirksamer Allgemeiner Geschäftsbedingungen (AGB) liegen auch die
Voraussetzungen des § 3 UWG vor, wenn die Verbraucher in unzulässiger Weise
benachteiligt werden. Dies ist der Fall, wenn die AGB geeignet, sind, den
Wettbewerb zum Nachteil der Mitbewerber und der Verbraucher nicht nur
unerheblich zu beeinträchtigen. Durch die streitgegenständlichen AGB können die
Kunden davon abgehalten werden, berechtigte Ansprüche geltend zu machen. Aus
Laiensicht schließen die AGB die Haftung des Verwenders eindeutig aus, obwohl
gesetzliche Ansprüche bestehen. Die potentielle Abschreckwirkung auf Kunden,
ihre berechtigten Ansprüche geltend zu machen, bedeutet für den Verwender
einen Wettbewerbsvorteil, da er in seiner Kalkulation niedrigere Kosten für
berechtigte Reklamationen berücksichtigen muss. Dies kann sich zum Nachteil der
Mitbewerber auf die Preisgestaltung auswirken.
JurPC Web-Dok. 127/2008
OLG Nürnberg: Zur Pflicht des
Suchmaschinenbetreibers zur Sperrung bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen
Beschluss vom 22.06.2008 (3 W 1128/08)
style='font-weight:
Für
einen Internet-Suchmaschinenbetreiber besteht grundsätzlich keine
Rechtspflicht, die von ihm verlinkten Seiten auf eine etwaige Verletzung des
Persönlichkeitsrechts eines Dritten zu überprüfen. Erfolgt jedoch durch den
Dritten eine inhaltlich sachlich gehaltene Abmahnung, dann ist es jedenfalls
einem der weltweit größten Suchmaschinenbetreiber im Einzelfall zuzumuten, in
eine Überprüfung der Abmahnung einzutreten. Bei klaren und eindeutigen
Rechtsverstößen ist der Beurteilungsspielraum bei dieser Überprüfung
eingeschränkt mit der Folge, dass der Suchmaschinenbetreiber als Störer nach §
1004 BGB zu qualifizieren ist, wenn er die konkret beanstandete Verlinkung auf
eine bestimmte Webseite weiter aufrechterhält.
JurPC Web-Dok. 121/2008
AG Hamm: Kein Zahlungsanspruch bei sog.
"Internet-Abzocke"
Urteil vom 26.03.2008 (17 C 62/08)
Wird
durch die Gestaltung einer Internetseite der Eindruck erweckt, es würde eine
Möglichkeit zur Versendung von Gratis-SMS angeboten, so wird eine Klausel in
Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die eine Kostenpflicht statuiert, als
überraschende Klausel nicht Vertragsbestandteil.
JurPC Web-Dok. 123/2008
LG Frankfurt a.M.: Wettbewerbswidrige Werbung im
Zusammenhang mit Filesharing-Angeboten
Urteil vom 02.01.2008 (3-08 O 143/07)
Werden
auf einer Internetseite, auf der im Wege des Filesharings auch
jugendgefährdende Filme heruntergeladen werden können, Werbeanzeigen
eingeblendet und veröffentlicht, so haftet auch der Werbende als Störer des
Wettbewerbsverstoßes wegen Verletzung des Jugendschutzes, da er willentlich die
wettbewerbswidrige Handlung des eigenverantwortlich handelnden Dritten durch
die Schaltung der Werbeanzeige unterstützt und ausnutzt. Die erforderlichen
Prüfungspflichten werden durch den Werbenden dadurch verletzt, dass die Werbung
nach einer ergangenen Abmahnung aufrecht erhalten bleibt.
JurPC Web-Dok. 119/2008
LG Frankenthal: Zu den Informationspflichten im
Fernabsatzrecht bei Verkauf über eBay
Urteil vom 14.02.2008 (2 HK O 175/07)
Die
Informationspflichten über die technischen Schritte, die zum Vertragsabschluss
führen (§ 312 c Abs. 1 BGB i.V.m. § 1 Nr. 4 BGB-Info-V und § 312 e Abs. 1 Satz
1 Nr. 2 BGB i.V.m. § 3 Nr. 1 BGB-Info-V) sowie die Informationen darüber, ob
der Vertragstext nach Vertragsschluss gespeichert wird und dem Verbraucher zur
Verfügung steht (§ 3 Nr. 2 BGB-Info-V) und die Information darüber, wie der
Käufer Eingabefehler erkennen und berichtigen kann (§ 3 Nr. 3 BGB-Info-V) sind
bei einem Verkaufsangebot über die Plattform eBay bereits dadurch eingehalten,
dass der Verkauf über diese Plattform abgewickelt wird und die entsprechenden
Fragen in den AGB von eBay konkret geregelt sind. Eigene Informationen des
Verkäufers sind dann nicht erforderlich.
JurPC Web-Dok. 117/2008
OLG Köln: Zurechnung eines Wettbewerbsverstoßes
Urteil vom 08.02.2008 (6 U 149/07)
Nach
§ 8 Abs. 2 UWG kann der Wettbewerbsverstoß eines Geschäftspartners im Rahmen
eines Direktvertriebssystems über das Internet dann zugerechnet werden, wenn
der Geschäftspartner in die Organisation des Auftraggebers eingegliedert ist,
der Auftraggeber auf ihn einen bestimmenden, durchsetzbaren Einfluss ausüben
kann, der Erfolg der Geschäftstätigkeit des Handelnden dem Auftraggeber zugute
kommt und die Handlung "im Unternehmen des Geschäftsherrn"
stattfindet, mithin keine rein private Tätigkeit des Handelnden vorliegt
(vorliegend bejaht).
JurPC Web-Dok. 114/2008
OLG Frankfurt a.M.: Preisangaben bei
Fernabsatzverträgen
Urteil vom 06.03.2008 (6 U 85/07)
Der
Verstoß gegen die preisangabenrechtliche (§ 1 II Nr. 1 PAngV) Verpflichtung,
bei Angeboten zum Abschluss von Fernabsatzverträgen auch anzugeben, dass die
geforderten Preise die Umsatzsteuer enthalten, stellt in der Regel keinen
wesentlichen Wettbewerbsverstoß im Sinne von § 3 UWG dar; etwas anderes gilt
jedoch bei einer unzureichenden Information über die Liefer- und Versandkosten
(§ 1 II Nr. 2 PAngV).
JurPC Web-Dok. 111/2008
LG Köln: Datenbankschutz für
Zahnarztbewertungssystem im Internet
Urteil vom 06.02.2008 (28 O 417/07)
Ein
Bewertungssystem für Zahnarztleistungen stellt eine "Sammlung von Werken,
Daten oder anderen unabhängigen Elementen, die systematisch oder methodisch
angeordnet und einzeln mit Hilfe elektronischer Mittel oder auf andere Weise
zugänglich sind" (§ 87 a Abs. 1 UrhG) dar. Die in dem Bewertungssystem
abrufbaren Bewertungen der einzelnen Zahnärzte stellen zunächst eine Sammlung
von Daten oder anderen Elementen dar, die ferner auch voneinander
"unabhängig" sind, die somit voneinander getrennt werden und auch
außerhalb der Bewertungsdatenbank isoliert noch von Bedeutung sein können. Denn
jede einzelne Bewertung ist in ihrer Zuordnung zu einem Zahnarzt auch außerhalb
der Datenbank zu verwerten. Schon hieraus ergibt sich insoweit nämlich die
Information, wie ein bestimmter Patient sich von einem bestimmten Zahnarzt
behandelt fühlte und ob der jeweilige Kostenplan eingehalten wurde.
JurPC Web-Dok. 112/2008
LG Düsseldorf: Unterlassung der Verwendung einer
Adressdatenbank
Urteil vom 06.12.2007 (12 O 66/06)
Wird
im Wege der einstweiligen Verfügung Unterlassung der Verwendung einer
Adressdatenbank mit E-Mail-Adressen verlangt, muss der Antrag, um den
Erfordernissen der Bestimmtheit und Konkretisierung zu genügen, die Adressliste
der Datenbank enthalten. Zur Glaubhaftmachung eines Urheberrechtsverstoßes
durch die Verwendung der Adressdatenbank ist es zwingend erforderlich, dass der
Antragsteller zumindest behauptet, dass ein Versand von E-Mails an
E-Mail-Adressen aus der Datenbank erfolgt ist und dies durch Benennung des
Namens und der Adressen der Adressaten belegt wird.
JurPC Web-Dok. 105/2008
Kammergericht: Bagatellverstoß bezüglich
Belehrung über Widerrufsfolgen
Beschluss vom 11.04.2008 (5 W 41/08)
Wertersatz
für eine durch bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme enstandene Verschlechterung
der Ware ist nur dann zu leisten, wenn der Unternehmer den Verbraucher
spätestens vor Vertragsschluss in Textform auf diese Rechtsfolge und eine
Möglichkeit sie zu vermeiden hingewiesen hat, vgl. § 357 Abs. 3 Satz 1 BGB. §
312c Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 BGB stellt in diesem Zusammenhang keine dem § 357 Abs.
3 Satz 1 BGB vorgehende Spezialregelung dar, so dass der Unternehmer sich
seinen Wertersatzanspruch nicht durch eine bis zur Lieferung der ware erfolgte
Information des Verbrauchers in Textform erhalten kann. Eine fehlerhafte
Belehrung über die Widerrufsfolgen gemäß § 312c Abs. 1 BGB im Zusammenhang mit
der Wertersatzpflicht ist aber vorliegend als Begatellverstoß im Sinne des § 3
UWG anzusehen, da die geschützten Informationsinteressen des Verbrauchers nur
in geringem Umfang berührt werden, da sich Verbraucher durch die Unklarheit,
die Ware auch einmal testen zu dürfen, nicht davon abhalten lassen, nach
Belieben mit der Sache zu verfahren und vom Widerrufsrecht Gebrauch zu machen.
Der Verstoß ist auch daneben auch deshalb als Bagatelle zu werten, weil der
Unternehmer den Text der Musterwiderrufsbelehrung in der derzeit gültigen
Fassung verwendet hat.
JurPC Web-Dok. 101/2008
LG Berlin: Widerrufsbelehrung und Impressum bei
eBay
Beschluss vom 27.04.2007 (16 O 205/07)
Es
ist unlauter nach §§ 3, 4 Nr. 11 UWG, wenn bei eBay-Angeboten eine E-Mail
Adresse und eine weitere Möglichleit der elektronischen Kontaktaufnahme nicht
angegeben sind. Die Verpflichtungen hierzu folgen aus § 5 TMG, da es sich bei
eBay-Angeboten um geschäftsmäßige Telemedien handelt. Das Merkmal "in der
Regel gegen Entgelt" bezieht sich zwar nicht nach dem Wortlaut, aber nach
dem Willen des Gesetzgebers als Einschränkung auf die
"Geschäftsmäßigkeit", weil rein private Homepages von der
Impressumspflicht ausgenommen werden sollen, so dass nach § 5 TMG alle
kommerziellen Webseiten von der Impresssumspflicht betroffen sind.
JurPC Web-Dok. 102/2008
OLG Köln: Abweichungen von den eBay-AGB
Teil-Anerkenntnis- und Schlussurteil vom 16.05.2008 (6 U 26/08)
style='font-weight:
Soweit
allgemeine Vertragsbedingungen von den AGB abweichen, die von dem
Plattformbetreiber eBay vorgegeben werden, kann hierauf ein
Unterlassungsanspruch gemäß §§ 3, 4 Nr. 11, 8 Abs. 1 und 3 Nr. 1 UWG i.V.m. §§
307 ff BGB nicht begründet werden, da kein Verstoß gegen eine gesetzliche
Vorschrift vorliegt, die auch dazu bestimmt ist, das Marktverhalten zu regeln.
Zu solchen gesetzlichen Regelungen gehören die AGB des Betreibers der Internet
Plattform eBay nicht. Allgemeinen Geschäftsbedingungen kommt keine
Rechtsnormqualität zu.
JurPC Web-Dok. 98/2008
LG Duisburg: "spickmich.de"
Urteil vom 18.04.2008 (10 O 350/07)
Schranken
der Meinungsfreiheit sind die allgemeinen Gesetze und das Recht der
persönlichen Ehre. Bei Kollission des allgemeinen Persönlichkeitsrechtes nach
Artikel 2 Abs. 1 GG beziehungsweise einem auf dieser Grundlage in Betracht
kommenden Unterlassungsbegehren gem. §§ 823, 1004 BGB mit dem Recht der
Freiheit auf Meinungsäußerung nach Art. 5 Abs. 1 GG, ist zwischen den
beiderseitigen Grundrechtspositionen im Rahmen der Tatbestandsmerkmale der
einschlägigen zivilrechtlichen Normen eine Abwägung vorzunehmen. In diese
Abwägung ist, unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls, die Schwere
der Persönlichkeitsbeeinträchtigung durch die Äußerung einerseits und die
Einbuße an Meinungsfreiheit durch die Untersagung der Äußerung andererseits
einzubeziehen. Eine wertende Kritik findet ihre Grenze dort, wo es sich um eine
reine Schmähkritik oder eine Formalbeleidigung handelt oder sich die Äußerung
als Angriff auf die Menschenwürde darstellt. Die Bewertung einer Lehrerin in
einem Schülerportal im Internet mit den Begriffen "cool", "faire
Benotung" etc. stellt keine Schmähkritik in diesem Sinne dar, so dass das
Recht der freien Meinungsäußerung überwiegt.
JurPC Web-Dok. 97/2008
LG München I: Urheberschaft an Fotodateien
Urteil vom 21.05.2008 (21 O 10753/07)
Für
die Frage der Urheberschaft eines Fotografen an bestimmten Fotografien spricht
ein erster Anschein, wenn er einer Person, die diese Fotos später auf ihrer
Homepage nutzt, die entsprechenden Fotodateien zuvor auf Speichermedien
übergeben hat. Kann ein Fotograf eine ganze Serie von zusammenhängenden Fotos
im Prozess vorlegen, spricht ein erster Anschein dafür, dass sämtliche Fotos
dieser Fotoserie von ihm stammen. Aus den Metadaten zu einer Fotodatei lassen
sich aufgrund ihrer Manipulierbarkeit keine zuverlässigen Rückschlüsse auf die
Wahrheit der darin enthaltenen Informationen schließen, so dass sie als Beweis
des ersten Anscheins hierfür ungeeignet sind.
JurPC Web-Dok. 95/2008
LG Dortmund: Unzulässigkeit von AGB, die zur
Datenweitergabe ermächtigen
Urteil vom 23.02.2007 (8 O 194/06)
Eine
Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die dazu ermächtigt,
personenbezogene Daten des Betroffenen praktisch nach Gutdünken an Dritte zu
übermitteln, ist wegen Verstoßes gegen § 307 Abs. 1, Abs. 2 Nr. 1 BGB i. V. m.
den §§ 4 Abs. 1, 4 a Abs. 1 BDSG unwirksam, soweit die Klausel den Verwender
entgegen der berechtigten Erwartungen des Kunden gerade nicht dazu
verpflichtet, ausschließlich die für den späteren konkreten Zweck
erforderlichen Daten, gegebenenfalls in anonymisierter Form, weiterzuleiten.
Die Verarbeitung und Nutzung der Daten bedarf deshalb der Einwilligung des
Betroffenen gemäß § 4a BGSG. Die Klausel erfüllt die Voraussetzungen dieser
Vorschrift bereits dann nicht, wenn es an der erforderlichen Schriftform fehlt.
Sofern man eine elektronische Einwilligung für ausreichend und angemessen
erachtet (§ 4 Abs. 2 TDDSG), so scheitert die Wirksamkeit der Einwilligung
vorliegend daran, dass sie nicht durch eine eindeutige und bewusste Handlung
des Nutzers erfolgt.
JurPC Web-Dok. 94/2008
LG Karlsruhe: Wertersatzklausel bei Verkauf über
eBay
Urteil vom 08.08.2007 (13 O 76/07 KfH I)
Gemäß
§ 357 Abs. 3 BGB muss der Verbraucher Wertersatz für die durch die
bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache entstandene Verschlechterung
nur dann leisten, wenn er spätestens bei Vertragsschluss in Textform auf diese
Rechtsfolge und eine Möglichkeit, sie zu vermeiden, hingewiesen worden ist. §
312 c Abs. 1 und Abs. 2 BGB gehen der Regelung des § 357 Abs. 3 BGB nicht als
Spezialvorschriften vor (a.A. OLG Hamburg, Beschluss v. 19.06.2007 - 5 W 92/07
= JurPC Web-Dok. 143/2007).
JurPC Web-Dok. 85/2008
AG Bremen: Anfechtung eines Sofortkaufs bei eBay
Urteil vom 25.05.2007 (9 C 0142/07)
Die
acht Minuten nach dem per Sofortkauf-Option zum Preis von 1,- Euro erfolgten
Vertragsschluss übersandte E-Mail-Mitteilung "Hier handelt es sich um
einen Fehler, dieses sollte eine Auktion sein" kann eine wirksame
Anfechtung wegen Erklärungsirrtums darstellen. Für die Anfechtungserklärung ist
nicht erforderlich, dass der Anfechtende das Wort "Anfechtung"
benutzt. Es muss nur deutlich werden, dass der Anfechtende den Vertrag aufgrund
eines Irrtums nicht gelten lassen will.
JurPC Web-Dok. 86/2008
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
"original-nordmann.eu"
Urteil vom 12.04.2007 (3 U 212/06)
Das
bloße Registrierthalten der Domain "www.original-nordmann.eu" ist
keine Markenverletzung betreffend die Klagemarke "original nordmann",
die gerade nicht für Tannenbäume, sondern für Bekleidungsstücke eingetragen
ist. Es besteht schon keine Verwechslungsgefahr, soweit z. B. auf den
Internetseiten Informationen über die Nadelbaumart "Nordmann-Tanne"
eingestellt sind.
JurPC Web-Dok. 82/2008
LG Offenburg: Auskunftserteilung über den
Anschlussinhaber einer dynamischen IP-Adresse
Beschluss vom 18.04.2008 (3 Qs 83/07)
Jedenfalls
seit dem 01.01.2008 ist eine von der Staatsanwaltschaft begehrte
Auskunft über ein unmittelbares Auskunftsersuchen der Staatsanwaltschaften bei
den Providern auf die §§ 161, 163 StPO i.V.m. § 113 TKG zu stützen. Ein
Fall der richterlichen Anordnung nach § 100 g, 100 h StPO
a. F. bzw. § 100 g StPO n. F., in Kraft seit 01.01.2008,
liegt somit nicht vor.
JurPC Web-Dok. 81/2008
BGH: "ueber18.de"
Urteil vom 18.10.2007 (I ZR 102/05)
Die
Haftung desjenigen, der einen Hyperlink auf eine Website mit rechtswidrigen
Inhalten setzt, richtet sich nach den allgemeinen Bestimmungen. Macht sich
derjenige, der den Hyperlink setzt, die Inhalte, auf die er verweist, zu eigen,
haftet er dafür wie für eigene Informationen. Als Täter einer unlauteren
Wettbewerbshandlung haftet, wer Internetnutzern über seine Website einen
gebündelten Zugang zu pornographischen Internetseiten Dritter vermittelt, ohne
durch ein den Anforderungen des § 4 Abs. 2 JMStV genügendes
Altersverifikationssystem Minderjährige am Zugriff auf diese Angebote zu
hindern.
JurPC Web-Dok. 78/2008
LG Berlin: Wettbewerbswidrigkeit des
Verschleierns von Kosten bei angeblichem Gratisdownload
Urteil vom 28.11.2007 (96 O 175/07)
Es
ist wettbewerbswidrig, auf einer Internetseite Verbrauchern die Möglichkeit des
"Gratisdownloadens" mit den Angaben "Jetzt kostenlos
testen" anzubieten, wenn in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen geregelt
ist, dass nach Ablauf von 14 Tagen oder bei Überschreiten eines Testvolumens
mangels Kündigung ein Vertrag mit 12-monatiger Laufzeit zustandekommt. Dies
folgt daraus, dass der Preisangabenverordnung entsprechende Angaben zum Preis
des bereits unbedingt, wenngleich kündbar, geschlossenen Vertrages fehlen.
JurPC Web-Dok. 79/2008
OLG Hamm: Geltung der fernabsatzrechtlichen
Unterrichtungspflichten auch bei Klausel bezüglich der Beschränkung des
Verkaufs an Gewerbetreibende
Urteil vom 28.02.2008 (4 U 196/07)
Die
Notwendigkeit zur Einhaltung der Unterrichtungspflichten nach §§ 312 c, 312 d,
355, 357 BGB entfällt nicht unter dem Gesichtspunkt, dass es in dem
beanstandeten Internetauftritt unter "Garantie" heißt "Wir
verkaufen ausschließlich an Gewerbetreibende, ein Widerrufsrecht wird deshalb
ausgeschlossen." Zwar gelten die hier maßgeblichen
Verbraucherschutzregelungen nicht für den Kauf durch Unternehmer. Aus der
genannten Klausel kann jedoch nicht in der nötigen Weise hergeleitet werden,
dass tatsächlich nicht auch an Verbraucher verkauft wird, mit der Folge, dass
die nötigen Widerrufsbelehrungen entfallen könnten. Ein Verkauf an Verbraucher
wird nicht mit hinreichender Sicherheit ausgeschlossen, und zwar schon deshalb,
weil die Klausel dort überaus versteckt eingestellt ist, so dass sie leicht
auch übersehen werden kann. Sie stellt sich insofern in diesem Zusammenhang als
ein Umgehungstatbestand dar, wie er etwa auch beim Verbrauchsgüterkauf nach §
475 I BGB ausgeschlossen werden soll. Zwar können Verkaufsangebote auf den Verkauf
an Gewerbetreibende beschränkt werden können. Um hierbei jedoch Konstellationen
zu vermeiden, die zu einer Umgehung des Verbraucherschutzes führen, ist zu
fordern, dass die Beschränkung für die Parteien, d.h. für die Erwerber,
transparent und klar sein muss.
JurPC Web-Dok. 75/2008
LG Köln: "M'r losse de Dom in Kölle"?
Urteil vom 21.04.2008 (28 O 124/08)
Auch
im "virtuellen Raum", hier hinsichtlich eines virtuellen Modells des
Kölner Doms im Rahmen der Online-Plattform "Second Life", können
urheberrechtlich geschützte Werke entstehen, wenn diese dem Schutz einer der in
§ 2 UrhG genannten Werkarten zuzuordnen sind. Des zum Teil diskutierten
Rückgriffs auf ein angesichts des nicht abschließenden Katalogs des § 2 UrhG
durchaus denkbares eigenständiges "Multimedia-Werk" bedarf es soweit
und solange nicht, als die erwähnte Zuordnung - wie hier - im Grundsatz
möglich erscheint. Der Umstand allein, dass die Erstellung schöpferischer Leistungen
unter Zuhilfenahme elektronischer Medien erfolgt, rechtfertigt es nach
Auffassung der Kammer nicht, den mehr oder minder unbestimmten Begriff des
"Multimedia-Werks" heranzuziehen. Entscheidend ist nicht die Art der
Festlegung des Werkes, etwa in Form von digitalen Daten (Binärcode), sondern
vielmehr die durch Sprache, Bild und Ton vermittelte gedankliche Aussage, die
die schöpferische Leistung konstituiert.
JurPC Web-Dok. 77/2008
LG Mannheim: Kein Verstoß gegen Wettbewerbsregeln
durch Verpflichtung Markenware im Internet nur über einen Internetshop zu
vertreiben
Urteil vom 14.03.2008 (7 O 263/07 Kart)
Richtet
der Hersteller von hochpreisigen Schulranzen, die er als Markenware vertreibt,
ein selektives Vertriebssystem ein, in dem er seinen Fachhändlern vorschreibt,
ein stationäres Einzelhandelsgeschäfts mit dem Ambiente eines Fachgeschäfts zu
unterhalten, sämtliche Markenprodukte einschließlich von Ergänzungswaren zu
bevorraten und anzubieten, kompetentes Fachpersonal einzusetzen und das
Geschäft während der ortsüblichen Ladenöffnungszeiten geöffnet zu halten, so
bedeutet die zusätzliche Verpflichtung, im Internet nur über einen diesen
Anforderungen entsprechenden eigenen Internetshop und nicht über Auktionsplattformen
zu vertreiben, keinen Verstoß gegen § 1 GWB, weil sich diese Bedingungen für
den Internetvertrieb auf das zur Gewährleistung eines qualitätsangemessenen
Vertriebs Erforderliche beschränken.
JurPC Web-Dok. 74/2008
OLG Karlsruhe: AdWords-Werbung
Urteil vom 26.09.2007 (6 U 69/07)
Ein
Unternehmen, das bei Google mit Adword-Anzeigen wirbt, ist lauterkeitsrechtlich
nicht verpflichtet es zu unterlassen, allgemeine, beschreibende Begriffe als
keywords zu verwenden, auch wenn dies dazu führt, dass seine Werbeanzeige auch
dann erscheint, wenn ein Internet-Nutzer als Suchbegriff eine Internet-Adresse
(domain) oder eine Firmenbezeichnung eines Wettbewerbers eingibt, die die
gleichen Begriffe enthält.
JurPC Web-Dok. 61/2008
LG Düsseldorf: Abmahnung wegen Werbeeinblendungen
auf Domain-Parking-Website
Urteil vom 13.02.2008 (2a O 212/07)
Wird
in einem "Abmahnschreiben" wegen Werbeeinblendungen auf einer
Internetseite, auf der Domains geparkt werden, eine vertretbare, in
Rechtsprechung und Literatur noch nicht besprochene Rechtsmeinung vertreten,
kann von einem vorsätzlichen oder fahrlässigen Eingriff in den ausgeübten und
eingerichteten Gewerbebetrieb nicht ausgegangen werden. Bei dem für den geltend
gemachten Schadensersatzanspruch erforderlichen Verschulden sind die
Anforderungen an die Sorgfalt bei der Beurteilung der Rechtslage nicht zu
überspannen, da der Schutzrechtsinhaber ansonsten mit für ihn unübersehbaren
Risiken belastet werden würde.
JurPC Web-Dok. 62/2008
BGH: Zur Abgrenzung von Unternehmer- und
Verbraucherhandeln
Urteil vom 15.11.2007 (III ZR 295/06)
Der
BGH nahm Stellung zur Abgrenzung von Unternehmer- und Verbraucherhandeln und zu
einer Haustürsituation bei einem Rechtsgeschäft, das der Vorbereitung einer
Existenzgründung dient (Fortführung der Grundsätze des Senatsbeschlusses BGHZ
162, 253).
JurPC Web-Dok. 54/2008
LG München I: "studi.de"
Urteil vom 28.11.2007 (1 HK O 22408/06)
Nicht
jede Werbeeinblendung auf einer privaten Homepage begründet ein "Handeln
im geschäftlichen Verkehr" i.S.v. § 14 MarkenG; gleiches gilt im Bezug auf
die Wiedergabe von IP-Adressen von Party-Veranstaltern.
JurPC Web-Dok. 52/2008
Kammergericht: Bagatellverstoß bei fehlender
Angabe der Auslandsversandkosten
Beschluss vom 07.09.2007 (5 W 266/07)
Ein
Bagatellverstoß nach § 3 UWG kann vorliegen, wenn ein nicht als marktstark
erkennbarer Händler von Elektro-Haushaltsgeräten in einem deutschsprachigen
Internet-Auftritt unter der Top-Level Domain „de“ einen „Versand nach Europa“
anbietet, ohne die Kosten entgegen § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 PAngV der Höhe nach
zu beziffern oder entgegen § 1 Abs. 2 Satz 2 PAngV die Einzelheiten der
Berechnung anzugeben (a. A. OLG Hamm, Beschluss vom 28.03.2007, 4 W 19/07).
JurPC Web-Dok. 45/2008
LG Frankfurt a.M.: Preisangaben bei sog.
"Abofallen" im Internet
Urteil vom 05.09.2007 (3-08 O 35/07)
Eine
Preisangabe ist nur dann leicht erkennbar i.S.d. § 1 Abs. 6 S. 2 PAngV, wenn
der Verbraucher sie ohne Schwierigkeiten auffinden kann. Die Preisangabe darf
also nicht versteckt werden. Die Preisangabe kann in diesem Sinne auch durch
einen unmissverständlichen Sternchenhinweis erfolgen, wenn der Verbraucher
hinreichend klar darauf hingewiesen wird. Der Sternchenhinweis ist dann so zu
platzieren, dass der Verbraucher vor der Inanspruchnahme der Leistung klar und
eindeutig auf den für die Leistung zu zahlenden Preis hingewiesen wird. Wird
der Verbraucher hingegen nur aufgefordert, sich vollständig anzumelden, ohne
dass darauf hingewiesen wird, dass mit vollzogener Anmeldung ein bestimmter
Betrag für ein Abonnement zu zahlen ist, wird der Verbraucher nicht klar und
eindeutig auf den Preis hingewiesen. Auch wenn die Preisangabe in den AGB
enthalten ist und der Verbraucher bestätigt hat, die AGB zur Kenntnis genommen
zu haben, stellt dies keine leichte Erkennbarkeit des Preises dar. Der
Verbraucher müsste nämlich zunächst eine Fülle anderer Informationen lesen,
bevor er an versteckter Stelle in den AGB auf die Entgeltpflichtigkeit stößt.
JurPC Web-Dok. 43/2008
OLG Köln: Adwords-Werbung
Urteil vom 31.08.2007 (6 U 48/07)
Ein
Anspruch nach § 14 Abs. 2 Nr. 1 MarkenG scheitert bereits an dem Erfordernis
einer markenmäßigen Benutzung. Die Grundsätze der BGH- Entscheidung
"Impuls" (= JurPC Web-Dok. 137/2006), wonach die Verwendung eines
Unternehmenskennzeichens als Metatag eine kennzeichenmäßige Benutzung
darstellt, lassen sich entgegen einer in der instanzgerichtlichen
Rechtsprechung und im Schrifttum vertretenen Ansicht nicht auf die
Adwords-Werbung übertragen. Nach Auffassung des Senats können die Erwägungen,
die den BGH bei der Verwendung von Metatags eine kennzeichenmäßige Benutzung
bejahen lassen, eine solche im Fall des Keyword-Advertising nicht begründen.
Eine markenmäßige Benutzung ist hier zu verneinen.
JurPC Web-Dok. 37/2008
LG Düsseldorf: rapidshare.com
Urteil vom 23.01.2008 (12 O 246/07)
Der
Betreiber von "rapidshare.com" haftet für die
Urheberrechtsverletzungen als Störer, da er den einzelnen Nutzern die
Infrastruktur für ihre Urheberrechtsverstöße zur Verfügung stellt. Er kann sich
nicht auf ein etwaiges Haftungsprivileg aus § 10 S. 1 TMG berufen. Nach
höchstrichterlicher Rechtsprechung betrifft diese Vorschrift lediglich die
strafrechtliche Verantwortlichkeit sowie die Schadensersatzhaftung des Diensteanbieters.
§ 10 S. 1 TMG sagt dagegen nichts darüber aus, ob jemand als Störer auf
Unterlassung in Anspruch genommen werden kann.
JurPC Web-Dok. 36/2008
LG Hanau: Kostenpflichtige Abonnements über das
Internet
Urteil vom 07.12.2007 (9 O 870/07)
Die
leichte Erkennbarkeit und gute Wahrnehmbarkeit des Preises i.S.d. § 1 Abs. 6
PreisAngVO bedeutet, dass sich der Preis und seine Bestandteile entweder in
unmittelbarer räumlicher Nähe zu der entsprechenden Werbung befinden müssen
oder aber der Nutzer in unmittelbarer Nähe zu der Werbung unzweideutig zu dem
Preis und seinen Bestandteilen hingeführt wird. Ein Sternchenhinweis auf den
Preis kann im Internet ausreichen, wenn der Nutzer im Rahmen des Hinweises klar
und unmissverständlich auf die Entgeltpflicht und die Höhe des Entgelts
hingewiesen wird und der Sternchenhinweis so platziert ist, dass der Nutzer mit
Angaben zum Preis an dieser Stelle rechnen muss. Eine klare Preisangabe darf
aber nicht alleine über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) erfolgen.
Der Nutzer muss nicht damit rechnen, dass sich in den AGB Preisangaben
befinden, wenn der Angebotstext selbst keinen Hinweis auf dort zu findende
weitergehende Informationen enthält.
JurPC Web-Dok. 35/2008
LG Hamburg: Haftung für Äußerungen in einem
Weblog (Blog)
Urteil vom 04.12.2007 (324 O 794/07)
Wer
als Betreiber einer Internetseite Speicherplatz für die Veröffentlichung von
Kommentaren Dritter zur Verfügung stellt, haftet hinsichtlich des Inhalts
dieser Beiträge auf Unterlassung, wenn er ihm insoweit obliegende Prüfpflichten
verletzt hat. Ob und inwieweit dem Betreiber Prüfpflichten obliegen, ist
anlassbezogenen zu beurteilen. Dabei ist eine Abwägung vorzunehmen: Je mehr
konkreter Anlass zu der Befürchtung besteht, dass es durch Kommentare auf einer
Internetseite zu Persönlichkeitsrechtsverletzungen Dritter kommen wird, und je
schwerwiegender die zu befürchtenden Verletzungen sind, umso mehr Aufwand muss
der Betreiber auf sich nehmen, um die auf seiner Seite eingestellten Kommentare
einer persönlichkeitsrechtlichen Überprüfung zu unterziehen. Es besteht somit
ein "gleitender Sorgfaltsmaßstab" mit einem Spektrum abgestufter
Prüfungspflichten: Ist mit großer Sicherheit vorhersehbar, dass es zu schweren
Persönlichkeitsrechtsverletzungen kommen wird, so kann die Prüfpflicht des
Betreibers demnach an dem einen Ende des Spektrums bis hin zu einer Dauer- oder
Vorabkontrollpflicht anwachsen (vorliegend bejaht).
JurPC Web-Dok. 30/2008
OLG Braunschweig: Adword-Werbung - Marke als
Schlüsselwort/Keyword
Urteil vom 12.07.2007 (2 U 24/07)
Die
Verwendung einer Marke als Schüsselwort/Keyword im Zusammenhang mit der sog
"Adword-Werbung" stellt einen kennzeichenmäßigen Gebrauch dar, weil
damit die Funktion der Suchmaschine zunutze gemacht wird, über die Eingabe
einer bestimmten Bezeichnung Produkte aufzufinden und damit gerade die
spezifische Lotsenfunktion der Marke ausgenutzt wird, in einem großen Angebot
gezielt auf eigene Waren/Produkte hinzulenken.
JurPC Web-Dok. 25/2008
BGH: Versandkosten
Urteil vom 04.10.2007 (I ZR 143/04)
Gegen
die Preisangabenverordnung (PAngV) wird bei Internetangeboten nicht bereits
dann verstoßen, wenn auf einer Internetseite neben der Abbildung einer Ware nur
deren Preis genannt wird und nicht schon auf derselben Internetseite darauf
hingewiesen wird, dass der Preis die Umsatzsteuer enthält und zusätzlich zu dem
Preis Liefer- und Versandkosten anfallen. Den Verbrauchern ist bekannt, dass im
Versandhandel neben dem Endpreis üblicherweise Liefer- und Versandkosten
anfallen; sie gehen auch als selbstverständlich davon aus, dass die angegebenen
Preise die Umsatzsteuer enthalten. Es kann deshalb genügen, wenn die durch § 1
Abs. 2 PAngV geforderten Angaben jedenfalls alsbald sowie leicht erkennbar
und gut wahrnehmbar auf einer gesonderten Internetseite gemacht werden, die
noch vor Einleitung des Bestellvorgangs notwendig aufgerufen werden muss.
JurPC Web-Dok. 23/2008
LG Kiel: Haftung des Zugangs-Providers
Urteil vom 23.11.2007 (14 O 125/07)
Als
Störer bezüglich rechtswidriger und wettbewerbswidriger Handlungen durch
Anbieten pornografischer Filme und Abbildungen ohne hinreichende
Altersbeschränkung haftet nur derjenige, der auch ohne Verschulden willentlich
und adäquat kausal an der Herbeiführung oder Aufrechterhaltung einer
rechtswidrigen Rechtsbeeinträchtigung eines eigenverantwortlich handelnden
Dritten mitwirkt, sofern der Inanspruchgenommene die rechtlich und tatsächliche
Möglichkeit zur Verhinderung dieser Handlung hat. Zwar stehen die
Haftungsprivilegierungen nach dem Telemediengesetz einer Inanspruchnahme
des Accessproviders nicht entgegen, da die Verpflichtungen gemäß § 7 Abs. 2
Satz 2 TMG alle Diensteanbieter treffen. Der Zugangs-Provider hat aber
weder die rechtliche, noch die tatsächliche Möglichkeit, geeignete Maßnahmen
zur Verhinderung der jugendgefährdenden und die Klägerin wettbewerblich
beeinträchtigenden Handlungen zu treffen, wenn er in keinerlei vertraglicher
Beziehung zu der Betreiberin der fraglichen Internetseite steht. Die begehrte
Sperrung des Zugangs der Nutzer über den eigenen DNS-Server könnte
rechtswidrige Darbietungen weder verhindern, noch in geeigneter Weise
einschränken.
JurPC Web-Dok. 24/2008
OLG Frankfurt a.M.: Wiedergabe von
"abstracts"
Urteil vom 11.12.2007 (11 U 75/06)
Die
Wiedergabe einer Kurzfassung von Buchrezensionen Dritter (Abstracts) kann
zulässig sein, wenn das Abstract einen eigenständigen schöpferischen Gehalt
aufweist. Dies hängt vor allem davon ab, wie weit sich das Abstract in Aufbau
und Gliederung vom Original unterscheidet und in welchem Umfang Passagen aus
dem Originaltext übernommen werden.
JurPC Web-Dok. 19/2008
Kammergericht: Hinweis auf Wertersatzpflicht in
der Widerrufsbelehrung
Beschluss vom 09.11.2007 (5 W 304/07)
Ein
im Rahmen der gemäß § 312c Abs. 1 Satz 1 BGB erforderlichen Widerrufsbelehrung
erteilter Hinweis "Im Übrigen können Sie die Wertersatzpflicht vermeiden,
indem Sie die Sache nicht wie ein Eigentümer in Gebrauch nehmen und alles
unterlassen, was deren Wert beeinträchtigt" gibt die sich aus §§ 357, 346
BGB folgenden Befugnisse des Verbrauchers, mit der Ware zu verfahren, nur dann
korrekt wieder, wenn der Verbraucher spätestens bei Vertragsschluss in Textform
auf die Verpflichtung, Wertersatz im Fall der bestimmungsgemäßen
Ingebrauchnahme zu leisten, und eine Möglichkeit, dies zu vermeiden,
hingewiesen worden ist. Ist Letzteres - wie regelmäßig beim Warenabsatz über
die Internetplattform "eBay" - nicht der Fall, so ist es eine Frage
des Einzelfalls, ob ein daraus folgender Verstoß gegen § 4 Nr. 11 UWG i.V. mit
§ 312c Abs. 1 Satz 1 BGB geeignet ist, den Wettbewerb zum Nachteil der Marktteilnehmer
mehr als nur unerheblich i. S. von § 3 UWG zu beeinträchtigen (im Streitfall
verneint).
JurPC Web-Dok. 20/2008
BGH: Unaufgeforderter Anruf bei einem
Gewerbetreibenden zu Werbezwecken
Urteil vom 20.09.2007 (I ZR 88/05)
Ein
unaufgeforderter Anruf bei einem Gewerbetreibenden zu Werbezwecken kann als
eine wettbewerbswidrige unzumutbare Belästigung zu beurteilen sein, wenn der
Anrufer zuvor nicht annehmen durfte, der Anzurufende werde mit dem Anruf, so
wie er geplant war, einverstanden sein. Der kostenlose Eintrag eines
Gewerbetreibenden im Verzeichnis einer Internetsuchmaschine, die nur eine unter
einer Vielzahl gleichartiger Suchmaschinen ist, rechtfertigt grundsätzlich
nicht die Annahme, der Gewerbetreibende werde mit einem Anruf zur Überprüfung
des über ihn eingespeicherten Datenbestandes einverstanden sein, wenn der
telefonische Weg gewählt wurde, um zugleich das Angebot einer entgeltlichen
Leistung (hier: der Umwandlung des kostenlosen Eintrags in einen erweiterten
und entgeltlichen Eintrag) zu unterbreiten (Abgrenzung zu BGH, Urt. v. 5.2.2004
- I ZR 87/02, GRUR 2004, 520 = WRP 2004, 603 - Telefonwerbung für
Zusatzeintrag).
JurPC Web-Dok. 11/2008
OLG Düsseldorf: Widerrufsbelehrung bei eBay
Urteil vom 30.10.2007 (I-20 U 107/07)
Die
verwendete Belehrung: "Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt einer in
Textform noch gesondert mitzuteilenden Widerrufsbelehrung" ist zwar
insoweit zutreffend, als die Frist jedenfalls nicht vor dem Erhalt einer in
Textform erfolgten Widerrufsbelehrung beginnt, sie ist aber falsch, weil nach §
312d Abs. 2 S. 1 BGB die Frist bei der hier streitigen Lieferung von Waren
nicht vor dem Tages ihres Eingangs beim Empfänger beginnt. Die verwendete
Formulierung informiert damit unzutreffend über diesen wesentlichen Punkt, weil
beim Verbraucher der Eindruck entstehen könnte, schon die zum Beispiel in einer
Bestätigungs-E-Mail enthaltene Widerrufsbelehrung setze den Lauf der
Widerrufsfrist in Gang.
JurPC Web-Dok. 15/2008
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg:
"Sofort kaufen"
Beschluss vom 12.09.2007 (5 W 129/07)
Die
Widerrufsfrist bei einem Fernabsatzgeschäft im eBay-Angebotsformat "Sofort
kaufen" beträgt einen Monat. Verwendet ein Verkäufer für den Beginn der
Widerrufsfrist die Formulierung aus der Musterbelehrung gemäß Anlage 2 zu § 14
BGB-Info-V ("Die Frist beginnt frühestens mit Erhalt dieser
Belehrung"), liegt zumindest kein erheblicher Wettbewerbsverstoß im Sinne
des § 3 UWG vor, auch wenn diese Belehrung unvollständig ist, weil sie § 312 d
Abs. 2 BGB nicht berücksichtigt (Fristbeginn nicht vor Eingang der Ware beim
Empfänger ).
JurPC Web-Dok. 14/2008
LG München I: Verbot des Setzens eines Hyperlinks
Urteil vom 14.11.2007 (21 O 6742/07)
Der
Anbieter eines Online-Magazins im Internet ist nach den Grundsätzen der
Störerhaftung verpflichtet, einen Hyperlink, der auf die Internetseite eines
Anbieters für Software zur Umgehung von Kopierschutz verweist, zu unterlassen,
da in dem Hyperlink kausal und objektiv zurechenbar eine Unterstützung des
Verstoßes gegen § 95a Abs. 3 Nr. 1 UrhG durch Werbung für die Umgehungssoftware
zu sehen ist.
JurPC Web-Dok. 2/2008
LAG Rheinland-Pfalz: Außerordentliche Kündigung
wegen Privatnutzung des Internet
Urteil vom 02.03.2006 (4 Sa 958/05)
Ein
wichtiger Grund für eine außerordentliche Kündigung kann anzunehmen sein, wenn
ein Arbeitnehmer entgegen eines ausdrücklichen Verbots nach einer einschlägigen
Abmahnung das Internet für private Zwecke nutzt. Darüberhinaus kommt eine
kündigungsrelevante Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten auch bei
einem unbefugten Download von Dateien in einer erheblichen Menge auf
betriebliche Datensysteme in Betracht. Ein "Surfen im Internet" für
ca. eine Stunde pro Monat stellt keine umfangreiche private Nutzung des
Internet in dem oben genannten Sinne dar.
JurPC Web-Dok. 3/2008
LG Frankfurt a.M.: Perlentaucher
(Weiterverwendung von "abstracts" im Internet)
Urteil vom 23.11.2006 (2-03 O 172/06)
Die
Sekundärnutzung urheberrechtlich geschützter Textvorlagen (hier:
Originalbuchkritiken) in eigengestalteten Kurzfassungen ("abstracts")
dieser Vorlagen stellt keinen Eingriff in die urheberrechtlichen
Vervielfältigungs- und Verbreitungsrechte dar, da es bereits an einer
1:1-Dokumentation der Textauszüge fehlt, wenn wie vorliegend in den "abstracts"
nur sehr kleine Teile der Originalkritiken wie z.B. einzelne Wörter, Sätze oder
Satzteile, verwendet werden. Vielmehr stellen die "abstracts"
zulässige Inhaltsmitteilungen im Sinne des § 12 Abs. 2 UrhG dar.
JurPC Web-Dok. 4/2008
LG
Hamburg: Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen
Urteil vom 29.06.2006
(315 O 343/06)
Der Verkauf bzw. die
Veräußerung einzelner Softwarelizenzen, die zuvor im Rahmen von
Volumenlizenzverträgen wie z.B. Select-Verträgen abgegeben worden waren, ist
auch ohne Zustimmung des Softwareherstellers wirksam möglich, da sich das
Verbreitungsrecht an den Vervielfältigungsstücken der Software durch das
Inverkehrbringen mit Zustimmung des Softwareherstellers analog § 69c Nr. 3 S. 2
UrhG erschöpft hat. Eine Werbung, die dies kommuniziert, ist folglich nicht
irreführend.
JurPC Web-Dok. 208/2007
LG
Hamburg: Unlauteres Verhalten durch Verwendung eines Negativhinweises auf der
Website
Beschluss vom
11.08.2003 (312 O 404/03)
Wird auf einer
Internetseite ein sog. Negativhinweis angebracht, wonach der Anbieter der
Website "kein" offizieller Vertragspartner eines anderen bekannten
Produzenten sei, kann nicht angenommen werden, dass dieser Hinweis bewusst
angebracht wurde, um Kunden des Konkurrenten abfangen zu wollen. Ein unlauteres
Verhalten ist darin nicht zu sehen.
JurPC Web-Dok. 209/2007
OLG
Köln: Gerichtsstand bei Urheberrechtsverletzungen durch Internet-Fotos
Beschluss vom
30.10.2007 (6 W 161/07)
Ein schädigendes Ereignis
ist nicht i. S. des Art. 5 Nr. 3 EUGVVO in Deutschland eingetreten, wenn auf
einer Internet-Seite mit der Top-Level Domain „uk“ unter der Verwendung von -
die Urheberrechte Dritter verletzender - Fotos Waren mit Euro-Preisen angeboten
werden, eine elektronische Korrespondenz in deutscher Sprache aber nicht als
Option angeboten wird.
JurPC Web-Dok. 202/2007
OLG
Köln: Sharehoster-Haftung bei Urheberrechtsverstößen
Urteil vom 21.09.2007
(6 U 86/07)
Der Sharehoster, der einen
Server zur Verfügung stellt, auf dem seine Kunden Dateien speichern (hochladen)
können, die mit Hilfe eines Download-Links, den die Kunden auch an Dritte
weitergeben können, abgerufen oder anderweitig gespeichert werden können, ist
nicht eo ipso Täter oder Teilnehmer dabei vorkommender
Urheberrechtsverletzungen. Das gilt jedenfalls dann, wenn er ein Verzeichnis
der auf dem Server gespeicherten Daten nicht anbietet.
JurPC Web-Dok. 201/2007
BGH:
Unwirksame AGB-Klauseln eines Internetproviders
Urteil vom 11.10.2007
(III ZR 63/07)
Der BGH nahm zu (unwirksamen)
AGB-Klauseln eines Internet-Providers Stellung.
JurPC Web-Dok. 187/2007
OLG
Koblenz: Tatsachenbehauptungen, subjektive Meinungsäußerungen, Werturteile und
unzulässige Schmähkritik bei Äußerungen in einem Internetforum
Beschluss vom
12.07.2007 (2 U 862/06)
Gegen den Betreiber eines
Internetforums kann ein Anspruch auf Unterlassung rechtswidriger Inhalte
bestehen, weil er als Betreiber des Forums diese Inhalte verbreitet. Der
Betreiber eines Forums ist zwar nicht verpflichtet, den Kommunikationsvorgang
zu überwachen, erhält er aber Kenntnis, so muss er die Sperrung oder Löschung
des Vorgangs veranlassen (in Anknüpfung an BGH Urteil vom 27.03.2007 - VI ZR
101/06 -; OLG Düsseldorf, OLGR 2006, 581).
JurPC Web-Dok. 186/2007
OLG
Frankfurt: Verbraucherinformation mittels externer Grafikdatei
Beschluss vom
06.11.2007 - 6 W 203/06)
Die Einblendung der nach §
312 c Abs. 1 BGB erforderlichen Verbraucherinformationen gemäß § 1 Abs. 1
BGB-InfoV auf einer externen Grafikdatei wird den gesetzlichen Anforderungen
nicht gerecht, wenn diese Einblendung aus technischen Gründen nicht erfolgt,
wenn auf eBay-Angebote über WAP zugegriffen wird.
JurPC Web-Dok. 185/2007
LG
Karlsruhe: Keine Hehlerei bei Kauf unter Preis bei eBay
Urteil vom 28.09.2007
(Ns 84 Js 5040/07 - 18 AK 136/07)
Das LG Karlsruhe stellte
im Gegensatz zur Vorinstanz (AG Pforzheim, JurPC Web-Dok. 136/2007) fest, dass
auch bei einem Kauf weit unter Preis auf der Auktions-Plattform eBay der
Tatbestand der Hehlerei nicht erfüllt sei. Das Gericht führt aus, der Umstand,
dass trotz des erheblichen Werts des angebotenen Navigationsgeräts der
Startpreis lediglich 1,- EUR betragen habe, sei kein taugliches Indiz dafür,
dass der Angeklagte es für möglich gehalten hätte, er steigere auf Diebesgut.
Auch wenn der letztlich erzielte Auktionspreis sich als „Schnäppchen“ für den
Käufer darstelle, lasse dies noch keine Rückschlüsse bezüglich des Wissens um
eine rechtswidrige Tat zu.
JurPC Web-Dok. 182/2007
LG
Köln: Haftung des Webhosting-Anbieters für Urheberrechtsverletzungen
Urteil vom 21.03.2007
(28 O 15/07)
Völlig unstreitig ist,
dass es dem Betreiber einer Hosting-Plattform im Internet, wo täglich bis zu
100.000 Dateien hochgeladen werden, nicht zuzumuten ist, die Angebote vor
Veröffentlichung im Internet auf mögliche Rechtsverletzungen hin zu
untersuchen. Demgegenüber ist allerdings von erheblicher Bedeutung, dass der
Betreiber durch die Einnahmen aus dem sog. Premium-Zugang an von den Nutzern
begangenen Urheberrechtsverletzungen beteiligt ist und hiervon in erheblichem
Maße profitiert. Dies bedeutet, dass ein Diensteanbieter und Plattformbetreiber
immer dann, wenn er auf eine klare Rechtsverletzung hingewiesen worden ist,
nicht nur das konkrete Angebot unverzüglich sperren muss (vgl. §11 Satz 1 Nr. 2
TDG), sondern auch Vorsorge treffen muss, dass es möglichst nicht zu derartigen
weiteren Urheberrechtsverletzungen kommt. Die Prüfungspflicht des
Dienstanbieters im Sinne des §11 TDG wird erst durch die Kenntnis von
rechtsverletzenden fremden Informationen aktiviert und es kommt zu einer Störung
des Diensteanbieters selbst erst im Hinblick auf Rechtsverletzungen, die einer
klaren Rechtsverletzung nachfolgen, von der dem Diensteanbieter Kenntnis
verschafft worden ist.
JurPC Web-Dok. 177/2007
OLG
Düsseldorf: Wettbewerbsrechtliche Abmahnung nur mit Originalvollmacht
Urteil vom 21.11.2006
(I-20 U 22/06)
Das OLG Düsseldorf hält
trotz gegenteiliger Meinungen in Rechtsprechung und Literatur an der Auffassung
fest, dass die wettbewerbsrechtliche Abmahnung ebenso wie die Mahnung eine
einseitige rechtsgeschäftsähnliche Handlung ist, auf die § 174 BGB
entsprechende Anwendung findet. Die hiergegen von der Gegenansicht angeführte
Erwägung, dass eine Abmahnung keine unmittelbar rechtsgestaltende Wirkung
entfalte, weshalb der Abgemahnte nicht vergleichbar schutzwürdig wie der
Adressat eines einseitigen Rechtsgeschäfts sei, greift nach Auffassung des
Senats nicht durch. Es ist allgemein anerkannt, dass § 174 BGB für
geschäftsähnliche Handlungen entsprechend gilt.
JurPC Web-Dok. 168/2007
AG
Krefeld: Gerichtsstand bei im Internet begangenen unerlaubten Handlungen
Urteil vom 14.02.2007
(4 C 305/06)
Erfolgsort bei
Schadensersatz begründenden Handlungen im Internet ist nicht jeder Ort in der
Bundesrepublik oder weltweit, an dem die Internet-Veröffentlichung abgerufen
werden kann. Die Annahme eines weltweit für den Geschädigten (frei) wählbaren
Gerichtsstandes verstößt gegen das Willkürverbot und das Gebot des gesetzlichen
Richters (Art. 101 GG).
JurPC Web-Dok. 169/2007
Bundesarbeitsgericht:
Kündigung wegen Privatnutzung eines Dienst-Computers
Urteil vom 31.05.2007
(2 AZR 200/06)
Nach der Rechtsprechung
des Senats kommt als kündigungsrelevante Verletzung der arbeitsvertraglichen
Pflichten bei einer privaten Nutzung des Internets oder des Dienst-PCs u.a. in
Betracht: a) das Herunterladen einer erheblichen Menge von Daten aus dem
Internet auf betriebliche Datensysteme ("unbefugter Download"),
insbesondere wenn damit einerseits die Gefahr möglicher Vireninfizierungen oder
anderer Störungen des - betrieblichen - Systems verbunden sein könne oder
andererseits von solchen Daten, bei deren Rückverfolgung es zu möglichen
Rufschädigungen des Arbeitgebers kommen kann, beispielsweise, weil strafbare
oder pornografische Darstellungen heruntergeladen werden; b) die private
Nutzung des vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Internetanschlusses als
solche; c) die private Nutzung des vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten
Internets oder anderer Arbeitsmittel während der Arbeitszeit, weil der
Arbeitnehmer während des Surfens im Internet oder einer intensiven Betrachtung
von Videofilmen oder -spielen zu privaten Zwecken seine arbeitsvertraglich
geschuldete Arbeitsleistung nicht erbringt und dadurch seiner Arbeitspflicht
nicht nachkommt und sie verletzt. Bei einer Privatnutzung des
Internetanschlusses des Dienstherren muss es sich um eine sog. exzessive
Privatnutzung handeln, da nur in diesem Fall von einer schweren
Pflichtverletzung des Arbeitnehmers ausgegangen werden kann.
JurPC Web-Dok. 166/2007
OVG
Rheinland-Pfalz: Namensnennung im Internetauftritt einer Behörde
Urteil vom 10.09.2007
(2 A 10413/07.OVG)
Die Nennung des Namens
eines Beamten im Internetauftritt seiner Beschäftigungsbehörde ist zulässig und
verletzt insbesondere nicht datenschutzrechtliche Bestimmungen, da die
Namensnennung zum einen für die Außendarstellung der Behörde erforderlich ist,
zum anderen die Interessen der Behörde diejenigen des Beamten an seinem
Persönlichkeitsrechtsschutz zumindest dann überwiegen, wenn der betreffende
Beamte mit Außenkontakten betraut ist.
JurPC Web-Dok. 165/2007
LG
Köln: Störerhaftung des Access-Providers für Urheberrechtsverletzungen
Urteil vom 12.09.2007
(28 O 339/07)
Wer - ohne Täter oder
Teilnehmer zu sein - in irgendeiner Weise willentlich und adäquat-kausal zur
Verletzung eines geschützten Rechtsguts beiträgt, kann als Störer für eine
Schutzrechtsverletzung auf Unterlassung in Anspruch genommen werden. Dies gilt
auch für den Access-Provider, der lediglich den Zugang zu den
rechtsverletzenden Inhalten vermittelt.
JurPC Web-Dok. 164/2007
LG
Düsseldorf: Störerhaftung des Hostproviders bei Downloads über das Usenet
Urteil vom 23.05.2007
(12 O 151/07)
Der Hostprovider kann als
Störer im Sinne des Urheberrechts für die Verletzung von Urheberrechten
herangezogen werden, wenn er Speicherplatz im Internet für fremde Inhalte zur
Verfügung stellt, wie dies zum Beispiel bei Vermietung von Webservern und
Adressen der Fall ist und wenn über diese Server im Usenet Dateianhänge
zum Download zur Verfügung gestellt werden.
JurPC Web-Dok. 161/2007
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg: Verletzung des Namensrechts eines Unternehmens durch
Domainregistrierung
Beschluss vom
31.05.2007 (3 W 110/07)
Der Namensschutz kann dann
ergänzend gegen Beeinträchtigungen der Unternehmensbezeichnung herangezogen
werden, wenn der Funktionsbereich des Unternehmens ausnahmsweise durch eine
Verwendung des Unternehmenskennzeichens außerhalb des Kennzeichenrechts berührt
wird. Eine derartige Beeinträchtigung berechtigter geschäftlicher Interessen
liegt in der Regel vor, wenn ein Nichtberechtigter ein fremdes Kennzeichen als
Domainnamen benutzt und sich damit unbefugt ein Recht an diesem Namen anmaßt,
wobei ein unbefugter Namensgebrauch schon in der Registrierung der Domain
liegen kann.
JurPC Web-Dok. 152/2007
LG
Frankfurt a.M.: Störerhaftung beim Filesharing durch Nutzung einer
ungesicherten WLAN-Verbindung
Urteil vom 01.02.2007
(2/3 O 771/06)
Im Rahmen der
Störerhaftung setzt die Haftung die Verletzung von Prüfungspflichten voraus.
Deren Umfang bestimmt sich danach, ob und inwieweit dem als Störer in Anspruch
Genommenen nach den Umständen eine Prüfung zuzumuten ist. Auch die
Verpflichtung, Vorkehrungen zu treffen, damit die Rechtsverletzung verhindert
werden kann, muss sich im Rahmen des Zumutbaren und Erforderlichen halten. Die
Verwendung einer ungesicherten WLAN-Verbindung für den Zugang ins Internet
birgt die keinesfalls unwahrscheinliche Möglichkeit, dass unbekannte Dritte die
Verbindung nutzen. Dies löst Prüfungs- und Handlungspflichten aus, um der
Möglichkeit der Rechtsverletzung vorzubeugen, z.B. durch Passwortschutz,
Ausschalten des Routers während der Abwesenheit, Verschlüsselung der
Kommunikation zwischen Router und PC mittels Passwort. Hierbei muss sich der
Anschlussinhaber ggf. auch entgeltlicher fachkundiger Hilfe bedienen.
JurPC Web-Dok. 153/2007
LG
Krefeld: "Fliegender Gerichtsstand" im Internet
Urteil vom 14.09.2007
(1 S 32/07)
Der Ausuferung des
"fliegenden Gerichtsstandes" bei im Internet begangenen unerlaubten
Handlungen ist dadurch Einhalt zu geben, dass darauf abgestellt wird, ob sich
die Verletzungshandlung, das heißt die Internetseite mit dem rechtsverletzenden
Inhalt, im Bezirk des angerufenen Gerichts im konkreten Fall bestimmungsgemäß
habe auswirken sollen.
JurPC Web-Dok. 157/2007
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg: Belehrung über das Widerrufsrecht
Beschluss vom
19.06.2007 (5 W 92/07)
Bei der Belehrung über die
Rechtsfolgen des Widerrufs ist zwischen den Informationspflichten aus § 312 c
Abs. 1 BGB und denjenigen nach § 312 c Abs. 2 BGB zu unterscheiden. Erstere
müssen rechtzeitig vor Abgabe der Vertragserklärung des Verbrauchers in einer
dem eingesetzten Fernkommunikationsmittel entsprechenden Weise "klar und
verständlich" erfolgen, aber nicht notwendig in Textform gemäß § 126b BGB.
Die Erfüllung der Informationspflichten nach § 312 c Abs. 2 BGB muss hingegen
in Textform erfolgen und zwar bei Waren spätestens bis zur Lieferung an den
Verbraucher. Diese Regelungen in § 312 c BGB sind Spezialregelungen für den
Fernabsatz und gehen in ihrem Anwendungsbereich dem § 357 Abs. 3 S. 1 BGB vor.
Der Verkäufer kann sich daher die Haftung des Käufers für Verschlechterungen
der Ware dadurch erhalten, dass er innerhalb der Auktion über die Rechtsfolgen
des Widerrufs informiert, sofern er dem Verbraucher bis spätestens zur
Lieferung der Ware eine Widerrufsbelehrung in Textform (§ 126b BGB) zukommen
lässt.
JurPC Web-Dok. 143/2007
OLG
Rostock: Sprachliche Gestaltung einer Website als Werk
Beschluss vom
27.06.2007 (2 W 12/07)
Ein Schutz von Websites
kommt als Sprachwerk im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG in Betracht, wenn durch
die sprachliche Gestaltung der Website und die Auswahl, Einteilung sowie
Anordnung der Suchbegriffe aus der Alltagssprache auf den Websites und im
Quelltext eine individuelle schöpferische Eigenheit des Internetauftritts
geschaffen wird, die als Suchmaschinen-Optimierung zu Spitzenpositionen in den
Trefferlisten bei der Suche mittels bestimmter plakativer Suchbegriffe führt.
JurPC Web-Dok. 146/2007
LG
Berlin: meinprof.de
Urteil vom 31.05.2007
(27 S 2/07)
Dem Betreiber der
Internetplattform "meinprof.de", auf der im Rahmen eines Forums
Meinungsäußerungen zur Qualität von Professoren und Lehrern eingestellt werden,
obliegt keine allgemeine Prüfpflicht hinsichtlich der Rechtswidrigkeit von
Einträgen. Eine solche Prüfpflicht ist nur zumutbar, wenn der Betroffene zuvor
im Wege einer Abmahnung konkrete Persönlichkeitsrechtsverletzungen geltend
gemacht hat. Nach Kenntniserlangung von rechtswidrigen Beiträgen sind diese vom
Betreiber der Plattform unverzüglich aus dem Forum zu entfernen.
JurPC Web-Dok. 145/2007
Brandenburgisches
Oberlandesgericht: schlaubetal.de
Urteil vom 12.06.2007
(6 U 123/06)
Bei Gebietskörperschaften
genießt neben der Bezeichnung "Stadt" bzw. "Gemeinde" auch
die rein geographische Bezeichnung ohne den Stadt- bzw. Gemeindezusatz
selbständigen Namensschutz, sofern sie nur für sich allein geeignet ist, auf
die konkrete Gebietskörperschaft als juristische Person des öffentlichen Rechts
hinzuweisen und sie von anderen Personen gleicher Art deutlich zu
unterscheiden. Das kann für Körperschaften gelten, die mit ihrer räumlichen
Ausdehnung diejenige Region komplett einnehmen, deren Namen sie der Bezeichnung
"Stadt" bzw. "Gemeinde" hinzugefügt haben. Die dem Namen
zukommende Unterscheidungskraft fehlt vorliegend, da die Gemeinde Schlaubetal
den Namen einer gesamten, als Naturpark bekannten Region ausgewählt hat, in der
sie nur einen winzigen Teil einnimmt. Ohne den Zusatz "Gemeinde" ist
daher die Gebietskörperschaft Gemeinde Schlaubetal nicht unterscheidungskräftig
bezeichnet.
JurPC Web-Dok. 138/2007
OLG
Köln: Widerrufsbelehrung bei eBay
Urteil vom 03.08.2007
(6 U 60/07)
Den gesetzlichen
Anforderungen an eine zuverlässige (Vorab-) Information der Verbraucher über
ihr Widerrufsrecht genügt eine Belehrung nicht, soweit darin die Frist zur
Ausübung des Widerrufs abweichend von der wahren Rechtslage mit zwei Wochen
angegeben worden ist. Nach den für Vertragsschlüsse über "eBay" typischen
Umständen endet die Frist nämlich erst nach einem Monat.
JurPC Web-Dok. 144/2007
AG
Pforzheim: Hehlerei wegen Kauf unter Preis bei eBay
Urteil vom 26.06.2007
(8 Cs 84 Js 5040/07)
Wer bei eBay ein als neu
angebotenes technisches Gerät, das einen Neupreis von über 2.100 Euro hat, zu
einem Auktionspreis von 671 Euro ersteigert, erkennt es als möglich und nicht
fernliegend an, dass das Gerät aus einer rechtswidrigen Vortat stammt und nimmt
dies billigend in Kauf, da der Käufer anhand des eklatanten Preisunterschiedes
hätte misstrauisch werden müssen. Dies gilt um so mehr, wenn der Käufer sich
zuvor nach den regulären Handelspreisen erkundigt hat und wenn die Ware aus dem
Ausland vertrieben wird (vorliegend: aus Polen), was die Rechtsverfolgung
gegenüber dem Verkäufer ohnehin erschwert hätte.
JurPC Web-Dok. 136/2007
BGH:
AIDOL
Urteil vom 08.02.2007
(I ZR 77/04)
Verwendet ein Händler zu
Werbezwecken eine fremde Marke als Metatag im HTML-Code oder in
"Weiß-auf-Weiß-Schrift", kann er sich nur dann auf die Erschöpfung
der Rechte aus der Marke berufen, wenn sich die Werbung auf konkrete
Originalprodukte dieser Marke bezieht (im Anschluss an BGHZ 168, 28 - Impuls).
JurPC Web-Dok. 128/2007
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg: Zur Störerhaftung des admin-c für
Persönlichkeitsrechtsverletzungen des die Domain haltenden Betreibers einer
Website
Urteil vom 22.05.2007
(7 U 137/06)
Eine gesetzliche
Verpflichtung zur Benennung eines administrativen Partners im Inland durch den
im Ausland ansässigen Betreiber einer in Deutschland erreichbaren Website
existiert nicht. Allein die Tatsache, dass die Domainvergabestelle DENIC für
die eigene Vertragsabwicklung einen solchen Ansprechpartner mit entsprechenden
Vollmachten fordert, kann nicht zu einer erweiterten Haftung dieses
Ansprechpartners auch für den Inhalt der jeweiligen Website gegenüber Dritten
führen.
JurPC Web-Dok. 132/2007
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg: Widerrufs- und Rückgaberecht nach § 312 d BGB bei
Kontaktlinsen
Urteil vom 20.12.2006
(5 U 105/06)
Das
Widerrufs-/Rückgaberecht nach § 312 d BGB kann bei dem Verkauf von
Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflegemitteln nicht auf ungeöffnete
Original-Umverpackungen beschränkt werden.
JurPC Web-Dok. 124/2007
LG
Köln: Wettbewerbswidrige Widerrufsbelehrung trotz Verwendung des Musters zu §
14 Abs. 1 BGB-Info-V
Beschluss vom
20.03.2007 (31 O 13/07)
Der wettbewerbsrechtlichen
Unlauterkeit dieses Vorgehens steht nicht entgegen, dass der Wortlaut der
Widerrufsbelehrung aus der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1 BGB-InfoV übernommen wurde.
§ 14 Abs. 1 BGB-InfoV verweist auf das Muster nur für Widerrufsbelehrungen in
Textform, so dass letzteres bei einer lediglich ins Internet gestellten
Belehrung von vornherein nicht zum Tragen kommt.
JurPC Web-Dok. 125/2007
BGH:
"grundke.de"
Urteil vom 08.02.2007
(I ZR 59/04)
Wird ein Domainname
aufgrund des Auftrags eines Namensträgers auf den Namen eines Treuhänders
registriert, kommt dieser Registrierung im Verhältnis zu Gleichnamigen nur dann
die Priorität der Registrierung zugute, wenn für Gleichnamige eine einfache und
zuverlässige Möglichkeit besteht zu überprüfen, ob die Registrierung im Auftrag
eines Namensträgers erfolgt ist.
JurPC Web-Dok. 131/2007
OLG
Stuttgart: Störerhaftung nach Überlassung des eBay-Accounts
Beschluss vom
16.04.2007 (2 W 71/06)
Wer einer anderen Person
den auf seinen Namen lautenden Internet-Account (hier: e-bay) zum Betrieb von
Handelsgeschäften zur Verfügung stellt, kann nach den Grundsätzen der
wettbewerbsrechtlichen Störerhaftung wegen Verstößen auf Unterlassung in
Anspruch genommen werden, die diese Person in Nutzung des Account begeht (hier:
Informations- und Belehrungspflichten nach §§ 312c, d BGB i.V.m. BGB-InfoV).
JurPC Web-Dok. 117/2007
LG
Paderborn: Rechtsmissbräuchliche Abmahnung wegen falscher Widerrufsfrist bei
eBay
Urteil vom 03.04.2007
(7 O 20/07)
Eine wegen angeblichen
Verstoßes gegen die Belehrungspflicht über ein 1-monatiges Widerrufsrecht bei
eBay-Verkäufen ausgesprochene Abmahnung ist rechtsmissbräuchlich, wenn der
Abmahnende sich planmäßig mit Rechtsanwälten verbündet, um Belehrungsdefizite
auf Websites und bei eBay aufzuspüren, und diese Verstöße zur Erzielung eigener
Einnahmen massenhaft verfolgt. Indizien für die Rechtsmissbräuchlichkeit sind
dabei die gezielte Streuung teilweise weit vom betreffenden Firmensitz des
abmahnenden Unternehmens entfernter Gerichtsorte zum Zwecke der Verfolgung der
Verstöße, die mehrfache Zusammenarbeit mit denselben Rechtsanwaltskanzleien in
gleichartigen Verfahren und ein fehlendes nennenswertes wirtschaftliches oder
wettbewerbspolitisches Interesse des Abmahnenden an der Rechtsverfolgung.
JurPC Web-Dok. 111/2007
LG
Berlin: Vermutetes Interesse keine Rechtfertigung für E-Mail-Werbung
Urteil vom 13.03.2007
(15 O 821/06)
Ein vermutetes Interesse
einer bestimmten Zielgruppe an der E-Mail-Werbung ist keine Rechtfertigung, da
dies eine quasi einschränkungslose Zulassung dieser Werbeform bedeuten würde.
Es müssen vielmehr besondere Umstände die Annahme rechtfertigen, der Empfänger
werde mit dieser Werbeform einverstanden sein. Die Tatsache, dass der Empfänger
eine E-Mail-Adresse unterhält, die unabhängig von der exakten Adressierung vor
dem @-Zeichen alle unter der Domain eingehenden Mails annimmt, ist kein Umstand
in diesem Sinne und damit keine Rechtfertigung für die E-Mail-Werbung.
JurPC Web-Dok. 113/2007
LG
Frankfurt a.M.: Schadensersatz bei Falschangaben im Rahmen einer
Internet-Versteigerung
Urteil vom 31.01.2007
(2-16 S 3/06)
Dem Käufer bei einer Internet-Auktion
über eBay steht ein Schadensersatzanspruch nach §§ 434, 437 Nr. 3, 281 BGB zu,
wenn der im Rahmen der Auktion eingestellte Artikel fahrlässig falsch
beschrieben wurde. Artikelbeschreibungen in Internet-Versteigerungsplattformen
müssen vollständig und richtig sein, dies ergibt sich auch aus § 8 Nr. 4 der
eBay-Bedingungen. Der Verkäufer muss sich an den falschen Beschreibungen
festhalten lassen und hat Schadensersatz zu leisten, der auf das positive
Interesse gerichtet ist.
JurPC Web-Dok. 109/2007
LG
Hamburg: Zurechnung von Äußerungen in einem Internetforum
Urteil vom 27.04.2007
(324 O 600/06)
Der Betreiber eines
Internetforums muss sich persönlichkeitsrechtsverletzende Äußerungen, die über
das von ihm unterhaltene Internetforum abgegeben werden, zurechnen lassen, da
er insoweit als Störer anzusehen ist. Für die Störereigenschaft reicht das
bloße Verbreiten einer unzulässigen Äußerung aus, dass der Verbreiter selbst
die Äußerung verfasst hat oder hinter ihr steht, ist unerheblich.
Haftungsprivilegierungen kommen für eigene Informationen nicht in Betracht. Um
eine eigene Information in diesem Sinn handelt es sich bei allen über den
Internetauftritt zur Verfügung gestellten Mitteilungen und Informationen, auch
wenn sie von dritter Seite stammen. Die Grenze der Zurechnung ist dann
erreicht, wenn sich der Betreiber der Domain von der betreffenden Äußerung
konkret und ausdrücklich, nicht pauschal, distanziert.
JurPC Web-Dok. 110/2007
OLG
Köln: Beanstandung der AGB eines Mitbewerbers
Urteil vom 30.03.2007
(6 U 249/06)
Bei den Bestimmungen der
§§ 305 ff. BGB handelt es sich in der Regel nicht um Vorschriften, die i. S.
des § 4 Nr. 11 UWG dazu bestimmt sind, das Marktverhalten zu regeln (a. A. KG
MDR 2005, 677). Insoweit reicht nicht aus, dass eine Norm erkennbar den
Verbraucher schützen will; es kommt auf seinen Schutz als am Markt agierende
Person an.
JurPC Web-Dok. 102/2007
LG
München I: Geschäftsbrief als Werk
Urteil vom 12.07.2006
(21 O 22918/05)
Geschäftsbriefe können
grundsätzlich als Schriftwerke (§ 2 Abs. 1 Nr. 1 UrhG) urheberrechtlich
schutzfähig sein. Bei Geschäftsbriefen findet der erforderliche
geistig-schöpferische Gehalt seinen Niederschlag und Ausdruck in erster Linie
in der Form und Art der Sammlung, Einteilung und Anordnung des dargebotenen
Stoffes und nicht ohne weiteres auch - wie meist bei literarischen Werken - in
der von der Gedankenformung und -führung geprägten sprachlichen Gestaltung des
dargebotenen Inhalts. Die Frage, ob ein Geschäftsbrief einen hinreichenden
schöpferischen Eigentümlichkeitsgrad besitzt, bemißt sich dabei nach dem
geistig-schöpferischen Gesamteindruck der konkreten Gestaltung, gegebenenfalls
im Gesamtvergleich mit vorbestehenden Gestaltungen. Lassen sich nach Maßgabe
des Gesamtvergleichs mit dem Vorbekannten schöpferische Eigenheiten
feststellen, so sind diese der durchschnittlichen Gestaltertätigkeit
gegenüberzustellen. Die Urheberrechtsschutzfähigkeit erfordert ein deutliches
Überragen des Alltäglichen, des Handwerksmäßigen, der mechanisch-technischen
Aneinanderreihung des Materials (vorliegend verneint).
JurPC Web-Dok. 103/2007
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg: "deutsches-handwerk.de"
LG
Wiesbaden: Impressumspflichten bei einem gemeinschaftlichen Internetportal
Urteil vom 27.07.2006
(13 O 43/06)
Bei einem gemeinschaftlich
genutzten Internetportal müssen Pflichtangaben nicht nur von demjenigen gemacht
werden, der mit Hilfe der Internetpräsenz verkauft, sondern auch von
demjenigen, der dort lediglich für sich selbst werbend tätig wird.
JurPC Web-Dok. 99/2007
BGH:
Forenhaftung
Urteil vom 27.03.2007
(VI ZR 101/06)
Ein Unterlassungsanspruch
wegen eines in ein Meinungsforum im Internet eingestellten ehrverletzenden
Beitrags kann auch dann gegen den Betreiber des Forums gegeben sein, wenn dem
Verletzten die Identität des Autors bekannt ist.
JurPC Web-Dok. 95/2007
BGH:
Internet-Versicherung
Beschluss vom
26.04.2007 (I ZR 190/04)
Ist ein Diensteanbieter
nach Art. 5 Abs. 1 lit. c der Richtlinie zum elektronischen Geschäftsverkehr
verpflichtet, vor Vertragsabschluss mit einem Nutzer des Dienstes eine Telefonnummer
anzugeben, um eine schnelle Kontaktaufnahme und eine unmittelbare und
effiziente Kommunikation zu ermöglichen?
JurPC Web-Dok. 97/2007
BGH:
Widerrufsbelehrung
Urteil vom 12.04.2007
(VII ZR 122/06)
Eine Widerrufsbelehrung,
die lediglich über die Pflichten des Verbrauchers im Falle des Widerrufs, nicht
jedoch über dessen wesentliche Rechte informiert, entspricht nicht den
Anforderungen des Gesetzes.
JurPC Web-Dok. 92/2007
Kammergericht:
Anbieterkennzeichnung auf der "mich"-Seite
Beschluss vom
11.05.2007 (5 W 116/07)
Der Pflicht zur Anzeige
der Anbieterkennzeichnung (Impressumpflicht) nach § 6 TDG (jetzt § 5 TMG) in
einem Internetauftritt bei eBay kann auch durch einen Eintrag auf einer
nachgelagerten Seite genügt werden, die über die Startseite mit Anklicken der
Schaltfläche "mich" erreicht wird. Die Schaltfläche "mich"
ist in diesem Zusammenhang nicht anders zu beurteilen als die Schaltflächen
"Kontakt" oder "Impressum".
JurPC Web-Dok. 91/2007
LG
Hamburg: Rückgewähr von durch Phishing erlangtem Geld
Urteil vom 18.05.2006
(334 O 10/06)
Wird Geld, das illegal
durch Phishing erlangt worden ist, auf ein Konto gutgeschrieben und
anschließend an Dritte transferiert, ist die Bank berechtigt, die Gutschriften
zurückzubuchen, da die Gutschriften unter Verstoß gegen das Kreditwesengesetz
zustande gekommen sind und das Konto vereinbarungswidrig Dritten gegen Entgelt
zur Verfügung gestellt worden ist. Aus der Berechtigung der Bank zur
Stornierung folgt zugleich die Verpflichtung des Kontoinhabers zum Ausgleich
der fraglichen Forderung.
JurPC Web-Dok. 86/2007
LG
Mannheim: Prüfungspflichten bei Filesharing
Urteil vom 30.01.2007
(2 O 71/06)
Soweit ein
Internetanschluss Familienangehörigen und insbesondere Kindern zur Verfügung
gestellt wird, sind Prüfungs- und Überwachungspflichten hinsichtlich der
Nutzung des Internet nur insofern anzunehmen, als diese im Rahmen der Erziehung
von Kindern in Abhängigkeit von deren Alter auch auf anderen Betätigungsfeldern
notwendig ist. Eine dauerhafte Überprüfung des Handelns der eigenen Kinder oder
des Ehepartners ist ohne konkreten Anlass nicht zumutbar. Bei einem
volljährigen Kind, das bezüglich Computer- und Internettechnologie einen
Wissensvorsprung vor seinen Eltern hat, kann es sinnvollerweise keiner
einweisenden Belehrung über die Nutzung des Internet bedürfen.
JurPC Web-Dok. 83/2007
LG
Berlin: Widerrufsbelehrung in Textform (Wertersatzklausel)
Beschluss vom
15.03.2007 (52 O 88/07)
Eine Formulierung über die
Wertersatzpflicht bei der Belehrung über das gesetzliche Rückgaberecht verstößt
gegen §§ 3, 4 Nr. 11 UWG i.V.m. §§ 312 c BGB i.V.m. § 1 Abs. 1 Ziffer 10 InfoVO
i.V.m. 357 Abs. 1 und 3, 346 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 BGB, wenn der Verbraucher
nicht darauf hingewiesen wird, dass eine Verschlechterung der Ware, die durch
den bestimmungsgemäßen Gebrauch entstanden ist, bei der Wertersatzpflicht wegen
Verschlechterung außer Betracht bleibt. Von dieser Ausnahme von der
Wertersatzpflicht wird nur abgesehen, wenn der Verbraucher spätestens bei Vertragsschluss
auf diese Rechtsfolge hingewiesen wird. Eine Belehrung in Textform findet aber
bei Verkäufen über eBay nicht statt, da die Textform nicht gewahrt ist.
JurPC Web-Dok. 84/2007
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg: test24.de
Urteil vom 08.02.2007
(3 U 109/06)
Ein Anspruch auf
Unterlassung der Verwendung der Domain "test24.de" zur Kommunikation
von Ergebnissen von vergleichenden Waren- oder Dienstleistungsuntersuchungen
ist markenrechtlich nicht begründet, da weder eine unmittelbare noch eine
mittelbare Verwechslungsgefahr zwischen dem als Zeitschriftentitel verwendeten
Kennzeichen "Test" und der Domain "test24.de" gegeben ist
und die Aufmachung der Internetseite von der Gestaltung des Kennzeichens
hinreichend deutlich abweicht.
JurPC Web-Dok. 79/2007
AG
Eisenhüttenstadt: Vertragspartner bei Verkauf in eBay unter Aliasnamen
Urteil vom 12.09.2005
(6 C 155/05)
Vertragspartner bei einem Verkauf
über die Plattform eBay werden die Parteien, die den rechtlichen Bindungswillen
bis zum Abschluss der Transaktion erklärt haben, wobei es erheblich ist, welche
Person unter einem Aliasnamen handelt, da über die Zuteilung dieses Aliasnamens
die Individualisierung als Vertragspartei erfolgt. Die sich aufgrund dieser
Individualisierung ergebende Vertragspartei kann nicht aufgrund einer Regelung
in ihren AGB auf eine andere Person oder Firma als Vertragspartner verweisen,
da eine solche Klausel in AGB gemäß § 305c BGB überraschend wäre.
JurPC Web-Dok. 80/2007
LG
Dresden: Keine Haftung des Admin-C für Wettbewerbsverstöße
Urteil vom 09.03.2007
(43 O 0128/07)
Der Admin-C haftet nicht
als Störer für einen Wettbewerbsverstoß, der von den Inhalten der betreffenden
Website ausgeht. Der Admin-C hat in der Regel keine Möglichkeit zur
Verhinderung rechtswidriger Inhalte der Website und auch keine diesbezüglichen
Überprüfungspflichten. Der Admin-C ist im Außenverhältnis nur für Fragen
zuständig, die die Domain selbst betreffen, nicht aber für die Inhalte der
Website. Unter Berücksichtigung der Funktion des Admin-C ist ihm daher auch
nicht zumutbar, Websites ständig auf ihre sich ggf. verändernden Inhalte hin zu
überprüfen. Eine Haftung des Admin-C für wettbewerbswidrige Inhalte kann
demnach nur bei Vorliegen besonderer Umstände des Einzelfalles in Betracht
kommen (vorliegend verneint).
JurPC Web-Dok. 76/2007
LG Köln: Google AdWords Werbung
Teilanerkenntnis- und Schlussurteil vom
09.02.2007 (81 O 174/06)
Die Nennung eines markenrechtlich
geschützten Begriffes als AdWord bei der Werbung in der Suchmaschine Google
stellt eine Verwendung der Marke in kennzeichenmäßiger Form dar und führt zu
Unterlassungs- und Schadensersatzansprüchen. Dabei fällt entscheidend ins
Gewicht, dass das beworbene Angebot im Kontext des Markennamens und
Firmenschlagwortes platziert worden ist, um die Werbewirksamkeit der Marke für
die Präsentation des eigenen Sortiments zu nutzen.
JurPC Web-Dok. 70/2007
Kammergericht: Hinreichende
Bestimmung von Lieferfristen in AGB
Beschluss vom 03.04.2007 (5 W 73/07)
Die Festlegung einer Lieferfrist mit der
Formulierung "in der Regel..." ist nicht hinreichend bestimmt. Ein
Durchschnittskunde muss nämlich ohne Schwierigkeiten und ohne rechtliche
Beratung in der Lage sein, das Ende einer in Allgemeinen Geschäftsbedingungen
vorgegebenen Lieferfrist selbst zu erkennen und zu berechnen. Nicht hinreichend
bestimmte Leistungszeitangaben führen dazu, dass die Leistungszeit mehr oder
weniger in das Belieben des Verwenders gestellt wird. Das will § 308 Nr. 1 BGB
verhindern.
JurPC Web-Dok. 63/2007
LG Hamburg:
Anbieterkennzeichnung unter der Rubrik "mich"
Urteil vom 11.05.2006 (327 O 196/06)
Anbieterdaten im Sinne des § 6 TDG sind
auch dann leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar, wenn
sie auf der Auktionsplattform eBay unter der Rubrik "mich" zu finden sind. Es
gibt zum einen keine gesetzliche Vorgabe, unter welcher Bezeichnung die Angaben
zum Anbieter dargeboten werden müssen, zum anderen bietet die
Benutzeroberfläche von eBay keine eigenständige Rubrik für diese Angaben. Nicht
erforderlich ist es, diese Angaben direkt auf der Startseite zu platzieren, da
damit die Gefahr der Überfrachtung der Eingangsseite verbunden wäre. Die
vorliegende Entscheidung steht damit nicht im Widerspruch zum Urteil des OLG
Hamm vom 14.04.2005 - 4 U 2/05 - (JurPC
Web-Dok. 91/2005), da es dort nicht um
die Anbieterkennzeichnung, sondern um Angaben zur Widerrufsbelehrung ging und
das OLG Hamm gerade feststellte, dass unter der Rubrik "mich" weitere Angaben
zum Verkäufer vermutet werden dürfen.
JurPC Web-Dok. 67/2007
Kammergericht: Auskunftsanspruch
bezüglich IP-Adressen
Urteil vom 25.09.2006 (10 U 262/05)
Ein Auskunftsanspruch bezüglich Namen und
Adressen der Verantwortlichen sowie der IP-Adressen von Personen, die über
einen FTP-Server auf Webseiten zugegriffen haben, besteht weder nach § 242 BGB
noch nach § 101 a UrhG analog, da dem Anspruch die Vorschrift des § 3 Abs. 2
TDDSG entgegensteht, die eine Nutzung und Verarbeitung personenbezogener Daten
für andere Zwecke nur zulässt, soweit eine andere Vorschrift dies zulässt oder
der Nutzer einwilligt. § 242 BGB ist keine "andere Vorschrift" in diesem Sinne.
JurPC Web-Dok. 61/2007
LG München I: Handel mit
gebrauchten Softwarelizenzen
Urteil vom 15.03.2007 (7 O 7061/06)
Die Nutzungsrechte des Softwareherstellers
(Klägerin) werden durch den Verkauf "gebrauchter" Lizenzen seitens des
Beklagten verletzt. Nach § 69 c Nr. 1 UrhG ist die dauerhafte oder
vorübergehende Vervielfältigung eines Computerprogramms dem Rechtsinhaber
vorbehalten. Die Beklagte veranlasst ihre Kunden im Rahmen des von ihr
unterhaltenen Vertriebsmodells die aktuelle Version der Software der Klägerin
von der Homepage der Klägerin herunterzuladen - soweit diese nicht bereits im
Besitz der aktuellen Version sind, oder soweit Lizenzen für zusätzliche Nutzer
hinzugekauft werden in den Arbeitsspeicher der Rechner der zusätzlichen
Anwender geladen wird. Beides stellt eine dem Rechtsinhaber vorbehaltene
Vervielfältigung dar. Soweit die Software von der Homepage der Klägerin
heruntergeladen wird, entsteht auf dem Server des Kunden ein Vervielfältigung,
§ 16 Abs. 1, § 69 c Nr. 1 UrhG. Aber auch das Laden des Programmes in die
Arbeitsspeicher der Rechner der einzelnen Anwender beinhaltet eine
Vervielfältigung nach §§ 16 Abs. 1, 69 c Nr. 1
UrhG.
JurPC Web-Dok. 60/2007
LG Koblenz: Widerrufsbelehrung
nach dem Muster der BGB-Info-VO
Urteil vom 20.12.2006 (12 S 128/06)
Soweit die Musterbelehrungen nach der
BGB-Info-VO hinter den Anforderungen des BGB zurückbleiben, sind diese wegen
Verstoßes gegen höherrangiges Recht nichtig. Die BGB-Info-VO kann als
nachrangiges Recht nicht die Regelungen des BGB außer Kraft setzen. In § 312
Abs. 2 BGB ist vorgeschrieben, dass bei Haustürgeschäften auch auf die
Rechtsfolgen des § 357 BGB hinzuweisen ist. Die Fußnote 4) der Anlage 2) zu §
14 BGB-Info-VO verstößt gegen diese Anordnung und ist damit nichtig.
JurPC Web-Dok. 52/2007
LG München I: E-Mail-Werbung
Urteil vom 15.11.2006 (33 O 11693/06)
Eine werbende E-Mail liegt nur vor, wenn
sie nach ihrem Inhalt auf die Förderung des Absatzes von
Produkten/Dienstleistungen gerichtet ist, nicht jedoch, wenn ein Presseorgan
mit Hilfe der E-Mail Informationen recherchieren will.
JurPC Web-Dok. 48/2007
Hanseatisches Oberlandesgericht
Hamburg: Widerrufsbelehrung bei eBay-Kauf
Urteil vom 24.08.2006 (3 U 103/06)
Wird beim Internetversandhandel der
Verbraucher über sein Widerrufsrecht (§ 312 d Abs. 1, § 355 BGB) erst nach
Vertragsschluss informiert, weil die betreffende AGB-Bestimmung zuvor nur zum
Download bereit gehalten, aber nicht verkörpert übermittelt wird (§ 126 b BGB),
und fehlt in der Widerrufsbelehrung die dann maßgebliche Widerrufsfrist von 1
Monat (§ 355 Abs. 2 Satz 2 BGB), so verstößt das gegen § 312 c Abs. 1 BGB, § 1
Abs. 1 Nr. 10 BGB-InfoV, weil es an der rechtzeitigen, vor Abgabe der
Vertragserklärung des Verbrauchers zu erfolgenden Belehrung fehlt.
JurPC Web-Dok. 50/2007
LG Dortmund: Tesafilmstreifen
keine Versiegelung
Urteil vom 26.10.2006 (16 O 55/06)
Eine Versiegelung im Sinne des § 312d Abs.
4 Nr. 2 BGB liegt nicht vor, wenn eine CD-ROM oder DVD lediglich mit einem
Tesafilmstreifen zugeklebt ist. Ein Siegel ist eine besondere Form der
Sicherstellung der Unversehrtheit von Gegenständen oder Behältnissen mit Hilfe
des Siegels. Ein solches Siegel kann vom Kunden nach dem Öffnen der Ware auch
nicht ohne weiteres ersetzt werden. Dies ist bei einem Tesafilmstreifen
grundsätzlich anders.
JurPC Web-Dok. 44/2007
AG München: Hinweis auf
Entgeltlichkeit eines Internet-Geschäftes in den AGB
Urteil vom 16.01.2007 (161 C 23695/06)
Ein wirksamer Vertrag, der zum Bezug einer
kostenpflichtigen Leistung verpflichtet, kommt wegen eines versteckten
Einigungsmangels nicht zustande, wenn der Besucher der Internet-Seite über ein
Gewinnspiel und einen Gutschein angelockt wird und sich erst aus den
Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ergibt, dass ein entgeltlicher Vertrag
geschlossen wird. Zwar können grundsätzlich auch Hauptleistungspflichten in AGB
geregelt werden, in diesem Fall muss den Parteien aber auch ohne AGB klar sein,
dass ein entgeltliches Geschäft gewollt ist. Ein allgemeiner Hinweis auf den
kommerziellen Zweck der Internet-Seite reicht dazu nicht aus.
JurPC Web-Dok. 43/2007
AG Charlottenburg:
E-Mail-Werbung
Urteil vom 10.11.2006 (220 C 170/06)
Die Zusendung weiterer E-Mail-Werbung ist
unter dem Gesichtpunkt der bestehenden Geschäftsbeziehung dann nicht
gerechtfertigt, wenn bei einer ersten Kontaktaufnahme ein Geschäft nicht
zustandekam und die weiteren E-Mails keinen Bezug zur vorherigen Kaufanfrage
aufweisen. Ein Verbraucher muss nach einer schlichten Kaufanfrage und selbst
nach gescheiterten Vertragsverhandlungen nicht mehr mit Folgewerbung rechnen.
JurPC Web-Dok. 37/2007
LG Kleve: Widerrufsbelehrung in
Textform
Urteil vom 02.03.2007 (8 O 128/06)
Gemäß § 355 Abs. 2 Satz 1 BGB ist die
Widerrufsbelehrung "in Textform" mitzuteilen. "Textform" bedeutet nach der
nicht interpretationsbedürftigen oder interpretationsfähigen Regelung in § 126b
BGB Wiedergabe "in einer Urkunde oder auf eine andere zur dauerhaften
Wiedergabe in Schriftzeichen geeignete Weise". Die Kammer folgt nicht der in
der Rechtsprechung teilweise vertretenen Ansicht, diese Voraussetzungen seien
auch erfüllt, wenn der Empfänger einer elektronischen Widerrufsbelehrung diese
speichern oder ausdrucken und damit dauerhaft machen könne. Nicht der Empfänger
der Widerrufsbelehrung hat die Erfüllung der die Textform bestimmenden Merkmale
zu leisten, sondern der Anbieter von Waren hat die Belehrung in Textform
mitzuteilen, also eine Mitteilung herauszugeben, die ihrerseits bereits die
genannten Anforderungen erfüllt.
JurPC Web-Dok. 40/2007
LG Münster: Widerrufsbelehrung
im Fernabsatz
Urteil vom 02.08.2006 (24 O 96/06)
Im Hinblick darauf, dass die BGB-InfoV
durch das Gesetz zur Änderung der Vorschriften über Fernabsatzverträge bei
Finanzdienstleistungen vom 02.12.2004 (BGBl. 2004, S. 3102) Gesetzesrang
erhalten hat, steht § 14 BGB-InfoV mit §§ 355, 312 d Abs. 2 BGB
normenhierarchisch auf einer Ebene. Dies hat zur Folge, dass ein
Gesetzesverstoß in Bezug auf die Widerrufsbelehrung dann zu verneinen ist, wenn
die verwendete Widerrufsbelehrung dem Muster der Anlage 2 zu § 14 Abs. 1, 3
BGB-InfoV entspricht.
JurPC Web-Dok. 34/2007
OLG Hamm: Anscheinsbeweis bei
Vorliegen einer mit Passwort gekennzeichneten eBay-Kaufbestätigung
Urteil vom 16.11.2006 (28 U 84/06)
Ein Anscheinsbeweis dafür, dass eine
eBay-Kaufbestätigung, die mit dem Kürzel des Passwortes versehen ist, die
Annahme des Kaufangebotes belegt, kommt auch dann nicht in Betracht, wenn der
Betreffende bei ebay unter dem Kürzel registriert war und dort auch bereits
eine Vielzahl von Geschäften getätigt hat. Der Sicherheitsstandard im Internet
ist derzeit nicht ausreichend, um aus der Verwendung eines geheimen Passworts
auf denjenigen als Verwender zu schließen, dem dieses Passwort ursprünglich
zugeteilt worden ist.
JurPC Web-Dok. 31/2007
AG München: Double-Opt-In
Verfahren beim Mailversand
Urteil vom 30.11.2006 (161 C 29330/06)
Das sog. Double-Opt-In-Verfahren beim
Mailversand, bei dem durch Wegklicken bzw. durch Nichtreaktion sichergestellt
ist, dass weitere E-Mails des Versenders nicht mehr zu erwarten sind, ist
geeignet und ausreichend, um einen Missbrauch durch Eingabe von E-Mail-Adressen
Dritter zu verhindern. In der Zusendung einer diesbezüglichen Bestätigungs-Mail
kann noch keine unzumutbare Belästigung im Sinne der §§ 823, 1004 BGB gesehen
werden.
JurPC Web-Dok. 32/2007
OLG Koblenz: Streitwert bei
E-Mail-Werbung
Beschluss vom 29.09.2006 (14 W 590/06)
Bei unverlangt zugesandter E-Mail-Werbung
ist ein Streitwert von 10.000 Euro angemessen. E-Mail-Werbung ist ein Ärgernis,
dessen finanziellem Anreiz nur durch eine entsprechende Streitwertfestsetzung
angemessen begegnet werden kann.
JurPC Web-Dok. 27/2007
LG Aurich: E-Mail-Werbung
Urteil vom 22.06.2005 (2 S 57/05 (10))
Auch bei einer als Weihnachtsgruß
formulierten E-Mail-Sendung kann es sich um unverlangt zugesandte rechtswidrige
E-Mail-Werbung handeln. Für die Verfolgung eines derartigen Verstoßes im Rahmen
eines einstweiligen Verfügungsverfahrens fehlt es jedoch an einem
Verfügungsgrund, da die Frage der Rechtmäßigkeit und der Wiederholungsgefahr in
einem normalen Zivilverfahren geklärt werden können und gerade bei
Weihnachtsgrüßen die Gefahr einer weiteren Belästigung erst nach Ablauf von
weiteren 12 Monaten droht.
JurPC Web-Dok. 28/2007
BGH: Online-Durchsuchung
Beschluss vom 31.01.2007 (StB 18/06)
Die "verdeckte Online-Durchsuchung" ist
mangels einer Ermächtigungsgrundlage unzulässig. Sie kann insbesondere nicht
auf § 102 StPO gestützt werden. Diese Vorschrift gestattet nicht eine auf
heimliche Ausführung angelegte Durchsuchung.
JurPC Web-Dok. 22/2007
Bundesarbeitsgericht: Unerlaubte
Installierung einer Anonymisierungssoftware
Urteil vom 12.01.2006 (2 AZR 179/05)
Durch das unerlaubte Herunterladen und
Installieren einer Anonymisierungssoftware infolge einer privaten Nutzung des
Internet während der Arbeitszeit verletzt ein Arbeitnehmer seine vertraglichen
Pflichten insbesondere dann, wenn sich aus einer Dienstanweisung bzw. einer
Dienstvereinbarung das Verbot einer Installation privater Software ergibt. Der
Ausspruch einer ordentlichen Kündigung ist in diesen Fällen ohne vorherige
Abmahnung möglich, da es sich um eine schwere Verletzung der Dienstpflichten
handelt, dem Arbeitnehmer zumindest aufgrund der Dienstanweisung die
Rechtswidrigkeit seines Handelns ohne weiteres erkennbar ist und er nicht mit
der Duldung seines Verhaltens durch den Arbeitgeber rechnen kann. Ob der damit
an sich gegebene Grund zur ordentlichen Kündigung die ausgesprochene Kündigung
trägt, bleibt der Interessenabwägung im Einzelfall vorbehalten, bei der die
persönlichen Verhältnisse des Arbeitnehmers (z.B. Dauer der
Betriebszugehörigkeit, Lebensalter, Schwerbehinderteneigenschaft etc.)
ebenfalls zu berücksichtigen sind.
JurPC Web-Dok. 24/2007
AG Meldorf: Anschlusssperrung
Urteil vom 28.11.2006 (81 C 1093/06)
Sperrt ein Telekommunikationsanbieter wegen
Zahlungsverzugs des Kunden dessen Anschluss, ohne den Zugang eines
qualifizierten Mahnschreibens im Sinne des § 19 Abs. 2 S. 1 TKV nachweisen zu
können, so kann er für die Zeit ab der Sperrung weder Entgelte noch
Schadensersatz wegen entgangenen Gewinns verlangen.
JurPC Web-Dok. 16/2007
LG München I, Nutzung eines
Werks im Internet mittels Framing
Urteil vom 10.01.2007 (21 O 20028/05)
Das Darstellen externer Dateien im Browser
eines Internetnutzers mittels der Technik des
"Framing" stellt ein öffentliches
Zugänglichmachen im Sinne des § 19a UrhG dar.
JurPC Web-Dok. 12/2007
AG Frankfurt a.M.,
Schuldanerkenntnis unter Kaufleuten wirksam per E-Mail
Urteil vom 13.10.2005 (31 C 745/05-83)
Schuldanerkenntnisse im Sinne des § 781 BGB
sind unter Kaufleuten formfrei nach §§ 350, 343 HGB möglich und können damit
auch wirksam per E-Mail, d.h. ohne Unterschrift, abgegeben werden.
JurPC Web-Dok. 14/2007
OLG Frankfurt, Unzureichende
Widerrufsbelehrung als Wettbewerbsverstoß
Urteil vom 14.12.2006 (6 U 129/06)
Ein Link auf die vollständige
Widerrufsbelehrung reicht nur aus, wenn die Kennzeichnung dieses Links
hinreichend klar erkennen lässt, dass überhaupt eine Widerrufsbelehrung
aufgerufen werden kann. Die Widerrufsbelehrung hat vielmehr auch den Zweck, den
Käufer darüber zu informieren, dass ihm überhaupt ein Widerrufsrecht zusteht.
Diesen Zweck kann ein Link nur erfüllen, wenn seine Kennzeichnung bereits
erkennen lässt, dass Informationen über ein Widerrufsrecht aufgerufen werden
können ( "sprechender Link").
JurPC Web-Dok. 10/2007
LG Frankfurt a.M.,
Urheberrechtlich untersagte Bearbeitung einer Flash-Datei
Beschluss vom 07.08.2003 (2-03 O
299/03)
Der Antragsgegnerin wird im Wege der
einstweiligen Verfügung untersagt, das urheberrechtlich geschützte Programm der
Flash-Datei für die Website "choizz" zu bearbeiten oder umzugestalten und
solche bearbeiteten oder umgestalteten Werke zu verbreiten, zu vervielfältigen,
im Internet öffentlich zugänglich zu machen oder an einer solchen Handlung
mitzuwirken.
JurPC Web-Dok. 8/2007
BGH, Rechtsnatur der
Softwareüberlassung im Rahmen eines ASP-Vertrages
Urteil vom 15.11.2006 (XII ZR 120/04)
Als typische Leistung steht beim
ASP-Vertrag die Gewährung der Onlinenutzung von Software für eine begrenzte
Zeit im Mittelpunkt der vertraglichen Pflichten. Es liegt deshalb nahe - mit
der überwiegenden Meinung im Schrifttum - als Rechtsgrundlage für diese
vertraglichen Ansprüche, einen Mietvertrag, der die entgeltliche
Gebrauchsüberlassung einer beweglichen oder unbeweglichen Sache zum Gegenstand
hat, anzunehmen.
JurPC Web-Dok. 1/2007
Hanseatisches Oberlandesgericht
Hamburg, Unwirksame AGB
Beschluss vom 13.11.2006 (5 W 162/06)
Bei den §§ 307 ff. BGB handelt es sich
ebenso wie bei den sonstigen Vorschriften des BGB, nach denen vertragliche
Absprachen unwirksam sein können – z.B. §§ 134, 138, 242 BGB – um Bestimmungen,
die darauf gerichtet sind, das individuelle Verhältnis der Vertragsparteien zu
regeln. Nicht jede Verwendung einer nach den §§ 307 ff. unwirksamen AGB-Klausel
ist auch wettbewerbswidrig nach § 4 Nr.11 UWG. Hierfür ist es erforderlich,
dass die Klausel sich bei bei der Nachfrageentscheidung des Verbrauchers
auswirkt und nicht erst bei der Durchführung des Vertrages, z.B. bei
Leistungsstörungen.
JurPC Web-Dok. 4/2007
LG München I, Übernahme eines Zeitungsartikels im Internet als Urheberrechtsverletzung
Urteil vom 15.11.2006 (21 O 22557/05)
Bei nicht vollständiger und identischer Übernahme des Zeitungsartikels kommt es für die Beurteilung als Urheberrechtsverletzung darauf an, ob die konkrete entlehnte Textpassage für
sich selbst eine persönliche geistige
Schöpfung darstellt, also für sich selbst
Urheberrechtsschutz genießt. Voraussetzungen für den Schutz von Werkteilen gegen Verletzungshandlungen ist nämlich, dass der entlehnte Teil für sich genommen den Schutzvoraussetzungen des § 3 Urhebergesetz genügt, also eine geistige Schöpfung darstellt (vorliegend verneint).
JurPC Web-Dok. 150/2006
OLG München, Handel mit gebrauchten Softwarelizenzen
Urteil vom 03.08.2006 (6 U 1818/06)
Durch den Handel mit gebrauchten Softewarelizenzen verstößt derjenige, der die Lizenzen weitergibt, gegen urheberrechtliche Befugnisse des Berechtigten. Eine Erschöpfung des Verbreitungsrechts ist nicht anzunehmen. Eine analoge Anwendung der Regelungen über die Erschöpfung des Verbreitungsrechts kommt nicht in Betracht, da sich die Regelungen ausdrücklich nur auf in einem Gegenstand verkörperte Werke beziehen und immaterielle Rechtsgüter nicht darunter fallen.
JurPC Web-Dok. 141/2006
LG München I, Urheberrechtsverletzung durch Wiedergabe von Stadtplänen im Internet
Urteil vom 15.11.2006 (21 O 506/06)
Stadtpläne und Landkarten genießen als Darstellungen wissenschaftlich- technischer Art gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 7 UrhG Urheberrechtsschutz, wenn es sich um persönliche geistige Schöpfungen im Sinne des § 2 Abs. 2 UrhG handelt. Die schöpferische Eigentümlichkeit einer Karte kann sich bereits daraus ergeben, dass die Karte nach ihrer Konzeption von einer individuellen kartographischen Darstellungsweise geprägt ist, die sie zu einer in sich geschlossenen eigentümlichen Darstellung des betreffenden Gebiets macht.
JurPC Web-Dok. 146/2006
BGH, Impuls
Versäumnisurteil vom 18.05.2006 (I ZR 183/03)
Im geschäftlichen Verkehr stellt die Verwendung eines fremden Kennzeichens als verstecktes Suchwort (Metatag) eine kennzeichenmäßige Benutzung dar. Wird das fremde Zeichen dazu eingesetzt, den Nutzer zu einer Internetseite des Verwenders zu führen, weist es - auch wenn es für den Nutzer nicht wahrnehmbar ist - auf das dort werbende Unternehmen und sein Angebot hin.
JurPC Web-Dok. 137/2006
LG Braunschweig, Markenverletzung durch AdWords
Urteil vom 15.11.2006 (9 O 1840/06 (261))
Die Verwendung von AdWords kann eine Kennzeichenverletzung darstellen. AdWords sind markenrechtlich wie Metatags zu behandeln. Entscheidend ist, dass AdWords und Metatags jeweils für den Internetnutzer nicht unmittelbar sichtbar sind, ihre Verwendung innerhalb der Suchmaschinen aber zu Treffern bzw. Anzeigen führt. Die Begründung, die der BGH im Urteil vom 18.05.2006 - I ZR 183/03 (= JurPC Web-Dok. 137/2006) gegeben hat, ist ohne weiteres auch auf AdWords übertragbar.
JurPC Web-Dok. 140/2006
OLG Dresden, Ad Words Werbung
Urteil vom 30.08.2005 (14 U 498/05)
Eine markenrechtliche Verwechselungsgefahr
bei der bloßen Verwendung des Wortbestandteils "Plakat 24" im Rahmen einer Ad
Words Werbung scheidet aus, da diese Wortbestandteile nicht prägend sind und
rein beschreibenden Angaben grundsätzlich kein bestimmender Einfluss auf den
Gesamteindruck zukommt.
JurPC Web-Dok. 134/2006
Kammergericht,
Widerrufsbelehrung im Fernabsatz
Beschluss vom 18.07.2006 (5 W 156/06)
Eine in "Textform" mitzuteilende Belehrung
erfordert nach § 126b BGB, dass die Erklärung in einer Urkunde oder auf andere
zur dauerhaften Wiedergabe in Schriftzeichen geeignete Weise abgegeben ist.
Eine lediglich im Internet zu findende Erklärung wird dem nicht gerecht. § 126b
BGB ist in diesen Fällen nur gewahrt, wenn es tatsächlich zu einer
Perpetuierung der Erklärung beim abrufenden Verbraucher (z.B. durch Ausdruck
der Seite oder Abspeicherung) kommt.
JurPC Web-Dok. 128/2006
LG Frankfurt a.M., Geltung der
GPL
Urteil vom 06.09.2006 (2-6 O 224/06)
Die General Public Licence (GPL) verstößt
nicht gegen geltendes Recht und ist wirksam. Die GPL sind als allgemeine
Geschäftsbedingungen anzusehen, die einer Prüfung nach §§ 305 ff. BGB
unterfallen. Da die GPL im Internet ohne weiteres abrufbar sind, sind diese in
das Vertragsverhältnis zwischen Urheber und Nutzer einbezogen (§ 305 Abs. 2 Nr.
2 BGB).
JurPC Web-Dok. 126/2006
BGH, Anbieterkennzeichnung im
Internet
Urteil vom 20.07.2006 (I ZR 228/03)
Die Angabe einer Anbieterkennzeichnung bei
einem Internetauftritt, die über zwei Links erreichbar ist (hier: die Links
"Kontakt" und "Impressum"), kann den Voraussetzungen entsprechen, die an eine
leichte Erkennbarkeit und unmittelbare Erreichbarkeit i.S. von
§ 6 TDG und § 10 Abs. 2 MDStV zu stellen sind.
JurPC Web-Dok. 123/2006
OLG München, Haftung von eBay
als Mitstörer für Urheberrechtsverletzungen
Urteil vom 21.09.2006 (29 U 2119/06)
Der Betreiber einer
Online-Handelsplattform, der als Störer für Urheberrechtsverletzungen von
Anbietern haftet, kann ab Eintritt der Störerhaftung nach § 101a UrhG
auskunftspflichtig sein.
JurPC Web-Dok. 124/2006
LG Halle, Nichtigkeit des
Musters der Widerrufsbelehrung nach § 14 Abs. 1 BGB-Info-V
Urteil vom 13.05.2005 (1 S 28/05)
§ 14 Abs. 1 BGB-Info-V und dessen Anlage 2
(Muster der Widerrufsbelehrung) stimmen zum Nachteil des Verbrauchers nicht mit
den gesetzlichen Regelungen in §§ 355 Abs. 2, 187 Abs. 1 BGB überein,
überschreiten damit den Rahmen der Verordnungsermächtigung in Art. 245 EGBGB
und sind damit rechtswidrig und mangels Verordnungsermächtigung nichtig.
JurPC Web-Dok. 121/2006
AG Pforzheim, E-Mail-Werbung für
Affiliate
Urteil vom 20.12.2005 (1 C 284/03)
Die Tatsache, dass die Werbemöglichkeit
eines Affiliate-Partnerprogrammes zur Versendung von E-Mail-Werbung verwendet
wird, macht denjenigen, der die Internetseite unterhält, noch nicht zum
Mitstörer der unerlaubten E-Mail-Werbung. Eine Mitstörerhaftung kann sich nur
dann ergeben, wenn die inkriminierten Inhalte leicht zu erkennen sind oder mit
ihrem Vorhandensein gerechnet werden muss.
JurPC Web-Dok. 120/2006
LG Frankenthal, Keine
Mitstörerhaftung für Internet-Pressedatenbank
Urteil vom 16.05.2006 (6 O 541/05)
Die Haftung des Störers setzt die
Verletzung zumutbarer Prüfungspflichten voraus. Dem Betreiber einer
Internet-Pressedatenbank mit 20 Millionen Dokumenten, darunter 2,2 Millionen
aus der Fachpresse, und täglich 12.000 neuen Beiträgen ist es nicht zuzumuten,
die Daten daraufhin zu überprüfen, ob darin Artikel bestimmter Autoren
enthalten sind.
JurPC Web-Dok. 115/2006
BGH, Einbeziehung von AGB bei
Bestellung im Internet
Urteil vom 14.06.2006 (I ZR 75/03)
Für die Möglichkeit der
Kenntnisverschaffung kann es genügen, wenn bei einer Bestellung über das
Internet die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Anbieters über einen auf der
Bestellseite gut sichtbaren Link aufgerufen und ausgedruckt werden können.
JurPC Web-Dok. 104/2006
LG Bielefeld: Schadensersatz für
Urheberrechtsverletzung durch Thumbnails
Urteil vom 08.11.2005 (20 S 49/05)
Bei Urheberrechtsverletzungen durch die
Veröffentlichung von Thumbnails geschützter Bilder gilt für die
Schadensberechnung nach den Grundsätzen der Lizenzanalogie ein objektiver
Maßstab, d.h. es ist darauf abzustellen, was bei vertraglicher Einräumung ein
vernünftiger Lizenzgeber gefordert und ein vernünftiger Lizenznehmer gewährt
hätte, wenn beide die im Zeitpunkt der Entscheidung gegebene Sachlage gekannt
hätten. Wird nicht dargelegt, dass beim Einstellen von Thumbnails im Rahmen von
Bildersuchmaschinen üblicherweise ein Entgelt zu zahlen wäre, ist ein
Schadensersatzanspruch bereits aus diesem Grund nicht gegeben.
JurPC Web-Dok. 106/2006
LG Mainz, Unternehmereigenschaft
bei Verkäufen über eBay
Urteil vom 06.07.2005 (3 O 184/04)
Ein Indiz - unter mehreren - für eine
planvolle (unternehmerische) Tätigkeit kann die Tatsache sein, dass der
Betreffende mehr als 250 Verkäufe über eBay abgewickelt hat und durch die
Teilnahme an dem eBay-Powerseller-Programm den Anschein eines Profi-Verkäufers
erweckt hat. Auch die Tatsache, dass in den Verkaufsbedingungen eine
Vertragsstrafe geregelt ist, spricht gegen einen privaten Verkauf.
JurPC Web-Dok. 102/2006
Hanseatisches Oberlandesgericht
Hamburg, Störerhaftung des Betreibers eines Internetforums für im Forum
eingestellte Beiträge mit rechtsverletzendem Inhalt
Urteil vom 22.08.2006 (7 U 50/06)
Bei Abwägung der widerstreitenden
Grundrechte der Meinungsäußerungsfreiheit einerseits und dem
Persönlichkeitsrecht bzw. dem Schutz des Eigentums andererseits ist eine
spezielle Überprüfungspflicht des Betreibers dann angemessen, wenn dieser
entweder durch sein eigenes Verhalten vorhersehbar rechtswidrige Beiträge
Dritter provoziert hat, oder wenn ihm bereits mindestens eine
Rechtsverletzungshandlung von einigem Gewicht im Rahmen des Forums benannt
worden ist, und sich damit die Gefahr weiterer Rechtsverletzungshandlungen
durch einzelne Nutzer bereits konkretisiert hat (so auch OLG Düsseldorf, Urteil
vom 7.6.2006; I 15 U 21/06 = JurPC Web-Dok. 77/2006).
JurPC Web-Dok. 98/2006
AG Stollberg, Anfechtung von
Kaufverträgen auf der Handelsplattform eBay
Urteil vom 30.03.2006 (3 C 0535/05)
Ein Angebot über die Plattform eBay kann
nach § 119 Abs. 1, 2. Alt. BGB wirksam angefochten werden, wenn aufgrund eines
Eingabefehlers in die Software statt der gewollten Startpreisofferte eine
Festpreisofferte eingegeben wird. Bei offenkundiger Divergenz von Listenpreis
(vorliegend: 69 Euro) und Angebotspreis (hier: 1 Euro) liegt der Irrtum auf der
Hand, so dass ohne weiteres angenommen werden kann, dass das Angebot bei
Kenntnis der Sachlage und verständiger Würdigung des Falles nicht abgegeben
worden wäre.
JurPC Web-Dok. 92/2006
AG Gemünden
a.M., Unternehmereigenschaft bei Verkäufen
über eBay
Urteil vom 13.01.2004 (10 C 1212/03)
Eine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des §
14 BGB liegt bei einem Verkauf über die
Plattform eBay dann nicht vor, wenn der
Betreffende zwar auch ein Unternehmen betreibt,
das fragliche Rechtsgeschäft aber nicht den
unternehmerischen, sondern den privaten Bereich
betrifft. Daran ändert der Umstand nichts, dass
über den Betreffenden etwa 150 Beurteilungen
bei eBay eingetragen sind, sofern sich aus
diesen nicht ergibt, dass er im konkreten Fall
als Unternehmer tätig geworden ist.
JurPC Web-Dok. 95/2006
LG Berlin,
Urheberrechtsfähigkeit von Webdesign
Urteil vom 26.01.2006 (16 O 543/05)
Werbetexte, die speziell auf den
Geschäftsgegenstand und ein Unternehmen zugeschnitten sind und das
Dienstleistungsangebot darstellen, lassen jedenfalls in ihrer Gesamtheit eine
individuelle schöpferische Tätigkeit erkennen, die das Werk aus der Masse des
Alltäglichen abhebt und ihm dadurch Sprachwerkqualität nach § 2 Abs. 1 Nr. 1
UrhG nach den Grundsätzen der kleinen Münze verleiht.
JurPC Web-Dok. 84/2006
Brandenburgisches
Oberlandesgericht, Störerhaftung von eBay
Urteil vom 13.06.2006 (6 U 114/05)
Nach der Rechtsprechung des BGH, die eine
Störerhaftung im Grundsatz noch anzunehmen scheint, können Dritte, die ohne
Wettbewerbsförderungsabsicht und ohne Verschulden an dem Wettbewerbsverstoß
eines Dritten beteiligt sind, nur dann als Störer in Anspruch genommen werden,
wenn ihnen eine Überprüfung etwaiger Wettbewerbsverstöße ihrer Kunden zuzumuten
war und sie ihrer Prüfungspflicht nicht nachgekommen sind (vorliegend
verneint).
JurPC Web-Dok. 80/2006
OLG
Düsseldorf, Haftung des Forenbetreibers
Urteil vom 07.06.2006 (I-15 U 21/06)
Mit dieser neuen Entscheidung grenzt das OLG Düsseldorf die Haftung des Forenbetreibers
weiter ein. Das OLG statuiert im entschiedenen Fall lediglich die Pflicht des
Forenbetreibers, bekannt gewordene Beiträge rechtsverletzender Art unverzüglich
zu löschen, geht aber nicht von umfassenden Prüfungspflichten des Betreibers
aus, zumal in einem Fall, in dem der Betreiber nicht professionell tätig wird
und keine wirtschaftlichen Vorteile aus dem Forum erzielt.
JurPC Web-Dok. 77/2006
OLG Düsseldorf,
Massenhafte Versendung eines E-Mail-Newsletters
Urteil vom 24.05.2006 (I-15 U 45/06)
Das OLG Düsseldorf nahm im Rahmen der Prüfung des Unterlassungsanspruchs wegen
unerlaubter E-Mail-Werbung zu den Sorgfaltspflichten beim massenhaften Versand von
Mail z.B. als Newsletter Stellung und verneinte in
diesem Zusammenhang auch eine Obliegenheit des E-Mail-Empfängers, sich durch
Filter gegen unerwünschte Mails zu schützen.
JurPC Web-Dok. 78/2006
OLG
Frankfurt, Ersatz von Abmahnkosten bei eigener Rechtsabteilung
Urteil vom 09.02.2006 (6 U 94/05)
Anders als bei einem Wettbewerbsverband kann bei einem großen Unternehmen mit
eigener Rechtsabteilung unter bestimmten Umständen die Einschaltung eines
Rechtsanwalts für eine Vielzahl wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen gegen einen
Mitbewerber als erforderliche Aufwendung anerkannt werden.
JurPC Web-Dok. 74/2006
OLG
Celle, Unbefugter Namensgebrauch bei Treuhanddomain
Urteil vom 08.12.2005 (13 U 69/05)
Die Registrierung eines Domainnamens ist auch dann nicht als berechtigter
Namensgebrauch anzusehen, wenn der Benutzer des fremden Namens die Zustimmung
eines Namensträgers erhalten hat.
JurPC Web-Dok. 73/2006
OLG
Köln, Internet-Sportwetten ohne inländische Genehmigung
Urteil vom 21.04.2006 (6 U 145/05)
Die Veranstaltung von (Internet-)Sportwetten im Inland ohne Genehmigung der
zuständigen Landesbehörde verstößt bis zum Auslaufen der dem Gesetzgeber vom BVerfG in der Entscheidung vom 28.03.2006 gesetzten Frist
für eine gesetzliche Neuregelung (31.12.2007) weiterhin gegen den objektiven
Tatbestand des § 284 Abs. 1 StGB.
JurPC Web-Dok. 72/2006
LG
Hamburg, Haftung für Forenbeiträge
Urteil vom 02.12.2005 (324 O 721/05)
Eine Einschränkung der Verantwortlichkeit für denjenigen, der Äußerungen oder
Angebote über das Internet verbreitet, kommt jedenfalls dann nicht in Betracht,
wenn der Verbreiter aufgrund der Art seines Angebots selbst Anlass zu der
Annahme haben muss, dass dieses von Nutzern zu Zwecken der Verletzung von
Rechten Dritter gebraucht wird.
JurPC Web-Dok. 70/2006
OLG
Koblenz, Fehlen der Aufsichtsbehörde im Impressum
Urteil vom 25.04.2006 (4 U 1587/04)
Das Fehlen der Aufsichtsbehörde im Web-Impressum stellt nach Ansicht des OLG
Koblenz nicht immer eine Wettbewerbsbeeinträchtigung der Mitbewerber dar.
JurPC Web-Dok. 68/2006
OLG
Düsseldorf, Kein kennzeichenmäßiger Gebrauch von Metatags
Urteil vom 14.02.2006 (I-20 U 195/05)
Als Verwendung im kennzeichenrechtlichen Sinne ist lediglich der
kennzeichenmäßige Gebrauch anzusehen. Dies bedeutet, dass der Gebrauch des
Kennzeichens vom Verkehr als Hinweis auf eine bestimmte Herkunft der Waren bzw.
Dienstleistungen aufgefasst werden muss. Dies ist bei einer Verwendung als Metatag
nicht der Fall (Bestätigung der bisherigen Senatsrechtsprechung).
JurPC Web-Dok. 69/2006
OLG
Düsseldorf, Äußerungen in einem Internet-Forum
Urteil vom 26.04.2006 (I-15 U 180/05)
Der Betreiber eines Meinungsforums im Internet kann wegen rechtswidriger
Äußerungen eines Teilnehmers dann selbst auf Unterlassung in Anspruch genommen
werden, wenn die Beiträge in dem Forum anonym veröffentlicht werden und der
Betreiber die Identität des Äußernden nicht preisgibt.
JurPC Web-Dok. 64/2006
BGH,
Arzneimittelwerbung im Internet
Urteil vom 30.03.2006 (I ZR 24/03)
Der Werbende kann das Verbreitungsgebiet der Werbung im Internet durch einen
sog. Disclaimer einschränken, in dem er ankündigt,
Adressaten in einem bestimmten Land nicht zu beliefern. Um wirksam zu sein,
muss ein Disclaimer eindeutig gestaltet und aufgrund
seiner Aufmachung als ernst gemeint aufzufassen sein und vom Werbenden auch
tatsächlich beachtet werden.
JurPC Web-Dok. 59/2006
OLG
Nürnberg, suess.de
Urteil vom 12.04.2006 (4 U 1790/05)
Der Inhaber einer mit einer "catch-all"-Funktion
ausgestatteten Domain (www.suess.de), die bei Eingabe der Domain und eines
Vornamens oder dessen Abkürzung als Subdomain eine Weiterleitung auf ein
Erotikportal bewirkt, verletzt den Träger eines gleich lautenden Familiennamens
in seinem Namensrecht.
JurPC Web-Dok. 58/2006
Brandenburgisches
Oberlandesgericht, Prüfungspflichten von eBay bei
Namensanmaßung im Rahmen der Registrierung
Urteil vom 16.11.2005 (4 U 5/05)
Namensrechtsverletzungen durch Namensanmaßungen bei der Registrierung auf der
Auktionsplattform eBay lassen sich wirkungsvoll nur
durch eine entsprechende Überwachung der Anmeldeprozedur neuer Mitglieder
vermeiden. Dabei setzt die Prüfungspflicht erst dann ein, wenn der
Plattformbetreiber Kenntnis von der Rechtsverletzung erlangt hat. Demjenigen,
dessen Identität missbraucht wurde, steht bei Verletzung der Prüfungspflichten
gegen das Auktionshaus als Störer ein Unterlassungsanspruch wegen Verletzung
des Namensrechts aus § 12 Satz 2 BGB zu.
JurPC Web-Dok. 56/2006
LG
Frankfurt a.M., Haftung des Teilnehmers eines Affiliate-Programms
für Markenverletzungen seiner Werbepartner
Urteil vom 15.12.2005 (2/03 O 537/04)
Der Teilnehmer eines Affiliate-Programms ist nicht
für von seinen Werbepartnern begangene Markenverletzungen verantwortlich und
haftet entsprechend auch nicht als Störer, solange er keine Kenntnis von den
Markenverletzungen hat.
JurPC Web-Dok. 55/2006
LG
Darmstadt, Speicherung von IP-Adressen
Urteil vom 07.12.2005 (25 S 118/2005)
T-Online ist verpflichtet, die zugeordnete dynamische IP-Adresse
unmittelbar nach dem Ende der jeweiligen Verbindung zu löschen. Denn die IP-Adresse ist weder für die Entgeltermittlung noch die
Entgeltabrechnung erforderlich.
JurPC Web-Dok. 52/2006
OLG
Köln, Verwendung eines fremden Passwortes bei der Internet-Auktion
Urteil vom 13.01.2006 (19 U 120/05)
Für einen hinreichenden Anknüpfungstatbestand einer möglichen Haftung nach den
Grundsätzen zur Duldungs- oder Anscheinsvollmacht genügt es nicht, dass jemand
sich als Nutzer der Internet-Plattform "eBay"
hat registrieren lassen. Die Einrichtung eines E-Mail-Kontos und eines Benutzerkennworts
vermag angesichts der nach wie vor unvermindert gegebenen
Missbrauchsmöglichkeiten keinen schützenswerten Vertrauenstatbestand zu
begründen. Der Geschäftspartner kann im anonymen Internetverkehr daher allein
aufgrund eines verwendeten Passworts nicht berechtigterweise davon ausgehen,
einen Vertragspartner zu erhalten. Vielmehr muss das Handeln des
"Vertreters" im Einzelfall dem Namensträger aufgrund konkreter
Umstände zugerechnet werden können.
JurPC Web-Dok. 48/2006
LG Köln,
Erstattung von Abmahnkosten nach privatem Verkauf von Original-Software im
Internet
Urteil vom 23.11.2005 (28 S 6/05)
Bei einem Verstoß gegen die durch das Gesetz zur Regelung des Urheberrechts in
der Informationsgesellschaft vom 10. September 2003 (BGBl. I, S. 1774)
geschaffene Regelung des § 95a UrhG können
zivilrechtliche Sanktionsansprüche aus § 97 UrhG in
direkter oder zumindest analoger Anwendung bestehen.
JurPC Web-Dok. 49/2006
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Überprüfungspflicht bei Web-Katalogen
Urteil vom 08.09.2005 (3 U 49/05)
Wer eine Plattform eröffnet, in der sich in Form eines Webkataloges jeder
Interessent eintragen kann, hat eine Prüfungspflicht hinsichtlich der unter den
dortigen Einträgen angebotenen Leistungen. Die Besonderheiten, die hinsichtlich
der Prüfungspflichten für Suchmaschinenbetreiber gelten, können auf einen
Betreiber eines Webkataloges nicht übertragen werden.
JurPC Web-Dok. 43/2006
LG
Hamburg, Rechtsanwaltskosten für Abmahnung
Urteil vom 06.09.2005 (312 O 321/05)
Gegenüber der Geltendmachung der Rechtsanwaltskosten für die Abmahnung kann
nicht eingewandt werden, die Abmahnung hätte durch die Rechtsabteilung des
betroffenen Pay-TV-Unternehmens geltend gemacht werden müssen, da es wegen der
damit verbundenen organisatorischen und finanziellen Mehrbelastungen keine
Verpflichtung für das Unternehmen gibt, seine Rechtsabteilung so auszustatten,
dass die Verfolgung derartiger Ansprüche mit eigenen Mitarbeitern möglich ist.
JurPC Web-Dok. 44/2006
Kammergericht,
Störerhaftung bei Einbindung von fremden Internet-Seiten
Urteil vom 10.02.2006 (9 U 105/05)
Sind Metatags nicht nachweisbar oder nicht vorhanden, reicht es für die
Begründung der Störereigenschaft nicht aus, dass vorgetragen wird, die
Internetseite sei per Framing in eine andere
Internetseite eingebunden worden, da damit noch nicht dargetan und glaubhaft
gemacht ist, dass diese Einbindung nur mit Zutun des Domaininhabers der
eingebundenen Seite erfolgen konnte.
JurPC Web-Dok. 37/2006
OLG
Nürnberg, Produktempfehlung per E-Mail mit weiterer Werbung
Urteil vom 25.10.2005 (3 U 1084/05)
Bietet ein Versandhandelshaus auf seiner Internetseite einem Dritten, der ein
bestimmtes Produkt ausgewählt hat, an, dieses Produkt per E-Mail direkt von der
Internetseite aus an einen vom Dritten benannten Empfänger zu versenden, liegt
eine nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG unzumutbare Belästigung vor, wenn in der bei dem
Empfänger ankommenden E-Mail nicht nur die Empfehlung des bestimmten Produkts,
sondern eine darüber hinausgehende Werbung enthalten ist. Hierbei handelt es
sich um Direktwerbung i.S. von Art. 13 RL 2002/58/EG.
JurPC Web-Dok. 33/2006
Bundesverfassungsgericht,
Speicherung von Verbindungsdaten
Urteil vom 02.03.2006 (2 BvR 2099/04)
Die nach Abschluss des Übertragungsvorgangs im Herrschaftsbereich des
Kommunikationsteilnehmers gespeicherten Verbindungsdaten werden nicht durch
Art. 10 Abs. 1 GG, sondern durch das Recht auf informationelle Selbstbestimmung
(Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1 GG) und gegebenenfalls durch
Art. 13 Abs. 1 GG geschützt.
JurPC Web-Dok. 38/2006
LG
Leipzig, kettenzüge.de
Urteil vom 24.11.2005 (05 O 2142/05)
Zwar kann die systematische Blockade eines Themas mit Hilfe von generischen
Domainnamen (hier: "kettenzüge.de) im Einzelfall
als gezielte Behinderung unlauter sein, wenn beispielsweise dem Mitbewerber die
Benutzung eines beschreibenden Begriffs zur gleichen Thematik abgeschnitten
wird, dies ist aber nicht der Fall, wenn der Mitbewerber selbst Inhaber der
Domain "kettenzuege.de" ist und im Übrigen
auf die Nutzung der Umlaut-Domain auch nicht dringend angewiesen ist, was bei
einem geplanten internationalen Webauftritt naheliegt.
JurPC Web-Dok. 35/2006
BAG,
Fristlose Kündigung wegen Internet-Surfen am Arbeitsplatz
Urteil vom 07.07.2005 (2 AZR 581/04)
Ein wichtiger Grund zur außerordentlichen Kündigung an sich kann vorliegen,
wenn der Arbeitnehmer das Internet während der Arbeitszeit zu privaten Zwecken
in erheblichem zeitlichen Umfang ("ausschweifend") nutzt und damit
seine arbeitsvertraglichen Pflichten verletzt.
JurPC Web-Dok. 31/2006
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Advanced Microwave Systems
Urteil vom 14.04.2005 (5 U 74/04)
Die Anmeldung von vier Domain-Namen, die die Geschäftsbezeichnung eines
Mitbewerbers in unterschiedlichen Schreibvarianten und mit verschiedenen
Top-Level-Domains enthalten, stellt sich jedenfalls dann als gezielte
wettbewerbswidrige Behinderung dar, wenn Internetnutzer, die diese Domains im
Internet aufsuchen, auf die Domain des Verletzers
umgeleitet werden. An der Rechtswidrigkeit eines solchen Verhaltens ändert sich
dadurch nichts, dass der enthaltene Begriff die Produkte beider Parteien
beschreibt.
JurPC Web-Dok. 27/2006
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Cybersky
Urteil vom 08.02.2006 (5 U 78/05)
Allein der Umstand, dass ein für rechtmäßige Zwecke geeignetes Produkt
(vorliegend: Produkt zur Errichtung eines peer-to-peer
Netzwerks zur Übertragung verschlüsselt gesendeter Fernsehprogramme im
Internet) auch zum Rechtsmissbrauch durch Dritte verwendet werden kann, führt
noch nicht zur Rechtsfolge eines allgemeinen oder auf bestimmte Nutzungsarten
beschränkten Verbots. Anders ist dies aber, wenn der Anbieter des Produkts die
Möglichkeit des Rechtsmissbrauchs in Produktankündigungen und in seiner
Absatzwerbung herausstellt und die rechtswidrige Nutzungsmöglichkeit damit zur
Zweckbestimmung der Ware bzw. Dienstleistung erhebt.
JurPC Web-Dok. 29/2006
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Handy-Klingeltöne II
Urteil vom 18.01.2006 (5 U 58/05)
Die Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik als Handy-Klingelton stellt
einen Eingriff in das Urheberpersönlichkeitsrecht gemäß den §§ 14, 23 UrhG dar. Dies gilt gleichermaßen für monophone
und polyphone Klingeltöne. Die Nutzung von Musik als Klingelton kommt eher
einer Merchandising-Nutzung nahe als der herkömmlichen Nutzung in Konzerten, im
Rundfunk oder auf Tonträgern.
JurPC Web-Dok. 22/2006
AG
Ebersberg, Ersatzfähigkeit der Kosten für Standard-Abmahnung
Urteil vom 11.10.2004 (2 C 719/04)
Die Kosten einer berechtigten Abmahnung sind nur dann ersatzfähig, wenn die
Kosten der Rechtsverfolgung erforderlich waren bzw. die Klagepartei sie als
erforderlich erachten durfte. Daran fehlt es, wenn es sich um Abmahnungen
handelt, die in einer Vielzahl gleichgelagerter Fälle ausgesprochen werden, in
denen der zugrunde liegende Sachverhalt rechtlich nicht besonders schwierig ist
und bei denen die Abmahnungen im Wesentlichen gleichlautend und mit Hilfe von
Textbausteinen erstellt werden können. In derartigen Fällen ist es dem abmahnenden
Unternehmen zuzumuten, die Abmahnungen durch die eigene Rechtsabteilung
vornehmen zu lassen.
JurPC Web-Dok. 21/2006
AG
Charlottenburg, Beweislastfragen bei Telekommunikations-Entgelten
Urteil vom 09.12.2005 (234 C 40/05)
Die Entlastung des Anbieters vom Nachweis der Herstellung der berechneten
Einzelverbindungen nach § 16 Abs. 2 TKV greift nur dann ein, wenn der Kunde in
der jeweiligen Rechnung über die Fristen für die Löschung gespeicherter
Verbindungsdaten in drucktechnisch deutlich gestalteter Form hingewiesen wurde.
Die Belehrung muss danach in nicht zu übersehender Weise hervorgehoben sein und
zwar durch eine andere Farbe, größere Lettern oder Fettdruck. Ist dies nicht
erfolgt, ändert auch die Tatsache, dass der Kunde den Einzelverbindungsnachweis
erhalten hat, nichts daran, dass der Anbieter darlegungs- und beweisbelastet
bleibt.
JurPC Web-Dok. 18/2006
AG
Waiblingen, Anscheinsbeweis für Zustandekommen der Telekommunikationsverbindung
Urteil vom 15.09.2005 - 8 C 2472/04)
Werden Einwendungen gegen die Höhe der Entgeltforderung vorgebracht, ist gemäß
§ 16 Abs. 1 TKV eine interne Prüfung des Einzelfalles vorzunehmen und dem Kunden
auf Verlangen eine Dokumentation zu übersenden. Dabei stellt ein Zertifikat
bezüglich des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO 9001:2000 begrifflich wie
inhaltlich nicht das Ergebnis einer technischen Prüfung im Sinne des § 16 Abs.
1 TKV dar. Auch ein dem § 16 Abs. 1 TKV entsprechendes Prüfprotokoll, das rund
2 Jahre nach der erbrachten Dienstleistung erstellt ist, genügt den
Anforderungen nicht, da es als weit verspätete Dokumentation der unterlassenen
Dokumentation gleichsteht.
JurPC Web-Dok. 19/2006
OLG
Köln, Anforderungsprofil einer Individualsoftware
Urteil vom 29.07.2005 (19 U 4/05)
Grundsätzlich ist es Sache des Bestellers, für den Auftragnehmer das für die
Programmierung der Software erforderliche Anforderungsprofil zu erstellen. Der
Auftragnehmer muss daran aber in der Weise mitwirken, dass er von sich aus die
innerbetrieblichen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen ermittelt, für ihn
erkennbare Unklarheiten aufklärt, bei der Formulierung der Bedürfnisse hilft
und Organisationsvorschläge zur Problemlösung unterbreitet.
JurPC Web-Dok. 16/2006
Landesarbeitsgericht
Köln, Arbeitsrechtlicher Wettbewerbsverstoß bei Domainregistrierung
Urteil vom 12.04.2005 (9 Sa 1518/04)
Die Registrierung einer Internet-Domäne für einen Arbeitnehmer mit einer
Bezeichnung, die darauf schließen lässt, dass sie für den Internet-Auftritt
eines noch zu gründenden Konkurrenzunternehmens verwendet werden soll, stellt
keinen Verstoß gegen das für die Dauer des Arbeitsverhältnisses bestehende
Wettbewerbsverbot dar.
JurPC Web-Dok. 14/2006
OLG
Bamberg, Sperrung einer E-Mail-Adresse
Urteil vom 12.05.2005 (1 U 143/04)
Gegenüber dem Versender der Werbe-Mails besteht nach §§ 35 Abs. 2 S. 2 Nr. 1
BDSG i.V.m. §§ 1 Abs. 2, 3, 5 TDDSG ein Anspruch auf Löschung der
personenbezogenen Daten, soweit es sich - wie vorliegend - nicht um sog. Nutzungsdaten
handelt, die für die Begründung, inhaltliche Ausgestaltung oder Änderung des
Nutzungsverhältnisses erforderlich sind. Die Sperrung der E-Mail-Adresse durch
Einstellen in einen Sperrfilter statt der Löschung ist ein schutzwürdiges
Interesse im Sinne des § 35 Abs. 3 BDSG, um den Versand weiterer unerwünschter
Werbemails zu verhindern.
JurPC Web-Dok. 11/2006
AG Lahr,
Irrtumsanfechtung bei falscher Preisauszeichnung im Online-Shop
Urteil vom 21.12.2004 (5 C 245/04)
Unterläuft bei der Eingabe des Preises in die EDV ein Tippfehler und wird
infolgedessen vom System der Angebotspreis im Online-Shop falsch angegeben,
berechtigt diese fehlerhafte Eingabe von Daten gemäß § 119 Abs. 1 BGB zur
Anfechtung des später zustandegekommenen
Kaufvertrages.
JurPC Web-Dok. 9/2006
BGH,
Information über zusätzliche Liefer- und Versandkosten im Online-Warenhandel
Urteil vom 05.10.2005 (VIII ZR 382/04)
Eine klare und verständliche Information des Verbrauchers über zusätzlich zum
Warenpreis anfallende Liefer- und Versandkosten im Online- Warenhandel kann
erfolgen, ohne dass die Versandkosten noch einmal in einer - auf der für die
Bestellung eingerichteten Internetseite unmittelbar vor Abschluss des
Bestellvorgangs erscheinenden - "Bestell-Übersicht" neben dem
Warenpreis der Höhe nach ausgewiesen werden müssen.
JurPC Web-Dok. 8/2006
BGH, segnitz.de
Urteil vom 09.06.2005 (I ZR 231/01)
Eine Holdinggesellschaft, die die Unternehmensbezeichnung einer
Tochtergesellschaft mit deren Zustimmung als Domainname registrieren lässt, ist
im Streit um den Domainnamen so zu behandeln, als sei sie selbst berechtigt,
die fragliche Bezeichnung zu führen.
JurPC Web-Dok. 7/2006
LG
Düsseldorf, confetti.de
Urteil vom 23.11.2005 (34 O 218/04)
Ein Unternehmen, das seit 1989 unter dem geschäftlichen Zeichen "confetti" und seit 1996 unter Nutzung der Domain
"confetti.de" die Bereitstellung von
Informationen und die Plaung von Events,
Feiern, Partys und Festen jeder Art anbietet, kann gegenüber einem seit
1999/2000 auf dem deutschen Markt tätigen Unternehmen Unterlassung der Verwendung
der Bezeichnung "confetti" für die
genannten Tätigkeiten verlangen, da insoweit bereits zu einem früheren
Zeitpunkt ein Schutz im geschäftlichen Verkehr für diese Tätigkeiten entstanden
ist.
JurPC Web-Dok. 4/2006
OLG Düsseldorf,
Altersverifikationssysteme
Urteil vom 24.05.2005 (I-20 U 143/04)
Die Mitwirkung an einem Verstoß gegen § 4 Abs. 2 Nr. 2 JMStV, § 184 c StGB im
Falle des Einsatzes eines Altersverifikationssystems auf Internetseiten mit
pornografischem Inhalt ist als unlauter im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG anzusehen,
da die genannten Normen auch dazu bestimmt sind, im Interesse der
Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln.
JurPC Web-Dok. 158/2005
AG Bad Kissingen, Händlereigenschaft
bei eBay-Verkauf
Urteil vom 04.04.2005 (21 C 185/04)
Unternehmer i.S.d. § 14 BGB ist jeder, der planmäßig und dauerhaft Leistungen
gegen Entgelt anbietet, wobei ein eingerichteter Gewerbebetrieb oder eine
Gewinnerzielungsabsicht nicht erforderlich sind. Ein Indiz für die
Unternehmereigenschaft kann folglich auch darin zu sehen sein, dass der
Betreffende bei eBay bereits 154 Bewertungen erhalten hat und nach den
eBay-Bedingungen als sog. PowerSeller anzusehen ist.
JurPC Web-Dok. 159/2005
AG Darmstadt, Löschung
einer IP-Adresse durch Access-Provider
Urteil vom 30.06.2005 (300 C 397/04)
Die Speicherung dynamischer IP-Adressen ist unzulässig, soweit sie nicht mehr für
die Ermittlung der Abrechnungsdaten erforderlich ist. Dagegen ist die
Speicherung der Verbindungsdaten wie Beginn und Ende sowie des Volumens der übertragenen
Daten bis zum Ablauf der Einwendungsfrist gegen die Abrechnung zulässig.
JurPC Web-Dok. 150/2005
AG Hannover, Forderung
aus Telekommunikationsleistungen
Urteil vom 24.02.2005 (551 C 15010/04)
Besteht Streit hinsichtlich der Berechtigung einer Forderung aus
Telekommunikationsleistungen kann der Kunde bis zur Vorlage eines Prüfberichtes
nach § 16 TKV ein Zurückbehaltungsrecht hinsichtlich der Entgeltforderung
geltend machen.
JurPC Web-Dok. 148/2005
Urteil vom 20.10.2005 (III ZR 37/05)
Der BGH nahm Stellung zum Rückforderungsanspruch eines Telefonanschlussinhabers
gegen einen Verbindungsnetz- und Plattformbetreiber wegen unter Vorbehalt
gezahlten Entgelts für die Herstellung einer Verbindung zu einem
Mehrwertdienst.
JurPC Web-Dok. 151/2005
BGH, Geschäftsbedingungen
eines Internetshops
Urteil vom 21.09.2005 (VIII ZR 284/04)
Der BGH bewertete eine Ersatzartikel-Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen
eines Internetshops.
JurPC Web-Dok. 152/2005
LG Hamburg, Haftung des
Suchmaschinenbetreibers für markenverletzende "AdWords-Werbung"
Urteil vom 21.09.2004 (312 O 324/04)
Für die Haftung für markenverletzende sog. "AdWords-Werbung" bei
Suchmaschinen im Internet sind wegen der Vergleichbarkeit der Sachverhalte die
presserechtlichen Grundsätze für Inseratwerbung in Zeitungen oder
Branchenverzeichnissen heranzuziehen.
JurPC Web-Dok. 147/2005
OVG Nordrhein-Westfalen,
Rücknahme von Dialer-Registrierungen
Beschluss vom 12.09.2005 (13 A 1453/05)
Die Regulierungsbehörde ist berechtigt, die Registrierungen aller vom
Hersteller mit gleicher Wirkungsweise beschriebenen Dialer - Anwählprogramme über
0190er- oder 0900er-Mehrwertdiensterufnummern - zurückzunehmen, wenn
stichprobenhafte Überprüfungen ergeben, dass sie entgegen den für sie
abgegebenen Rechtskonformitätserklärungen die Mindestanforderungen nicht erfüllen.
JurPC Web-Dok. 137/2005
AG Detmold, Händlereigenschaft
bei Internet-Auktion
Urteil vom 27.04.2004 (7 C 117/04)
Auch derjenige, der regelmäßig über Internet-Auktionen Waren anbietet,
handelt damit nicht zwangsläufig dauerhaft und planmäßig am Markt. Auch die
Tatsache, dass AGB verwendet werden, macht alleine nicht hinreichend deutlich,
dass es sich zumindest um eine nebenberufliche Tätigkeit der Teilnahme an
Internetversteigerungen handelt.
JurPC Web-Dok. 139/2005
AG Elmshorn, Vergütungsanspruch
des Netzbetreibers für die Übermittlung von SMS-Nachrichten
Urteil vom 12.10.2005 (49 C 144/05)
Zur Begründung eines Anscheinsbeweises für den Versand von SMS-Nachrichten ist
die Vorlage des Textes der versandten SMS-Nachrichten nicht erforderlich.
JurPC Web-Dok. 132/2005
AG Neuburg a.d. Donau,
Gewährleistungsausschluss bei eBay-Kauf
Urteil vom 07.09.2005 (1 C 730/04)
Beim Verkauf eines als "Oldtimer" bezeichneten Fahrzeugs über die
Plattform eBay ist die bei Übergabe unterschriebene Erklärung "unter
Ausschluss jeglicher Garantie" dann als wirksamer Gewährleistungsausschluss
zu betrachten, wenn die Umstände des Vertragsschlusses (vorliegend: Alter des
Fahrzeugs, Hinweis auf Schäden) nahelegen, dass sich die Parteien einig waren,
dass die gesetzliche Mängelgewährleistung nicht eingreifen sollte.
JurPC Web-Dok. 135/2005
Hanseatisches
Oberlandesgericht Bremen, AGB-Einbeziehung durch Hinweis auf Internetadresse
Urteil vom 11.02.2004 (1 U 68/03)
Auch unter Kaufleuten gilt der Grundsatz, dass der Verwender von AGB dem anderen
Teil ermöglichen muss von dem Inhalt der AGB in zumutbarer Weise Kenntnis zu
nehmen. Dem für den Vertragsschluss maßgeblichen Schreiben brauchen die AGB
dabei nicht beigefügt zu werden. Es reicht diesbezüglich aus, wenn die Möglichkeit
besteht, sich die AGB im Internet herunterzuladen - sofern auf diese Möglichkeit
durch Nennung der Internetadresse hingewiesen wurde - oder die AGB beim
Vertragspartner anzufordern.
JurPC Web-Dok. 130/2005
AG Bad Schwartau,
Widerruf bei der Online-Auktion
Urteil vom 08.09.2004 (3 C 319/04)
Bei dem Verkauf über die Versteigerungsplattform eBay ist das Widerrufsrecht
des Kunden nicht nach § 312 d Abs. 4 Nr. 5 BGB ausgeschlossen, da es sich beim
Verkauf über eBay nicht um eine Versteigerung im Sinne des § 156 BGB handelt.
Eine analoge Anwendung von § 312 d Abs. 4 Nr. 5 BGB kommt nicht in Betracht.
JurPC Web-Dok. 128/2005
OLG Stuttgart,
Domainnutzung bei Gestattung durch den Namensträger
Urteil vom 04.07.2005 (5 U 33/05)
Eine Internetdomain, die aus einem bürgerlichen Namen besteht, kann mit Priorität
auch von einer Person gehalten und genutzt werden, die zwar selbst nicht
Namensträger ist, aber ein berechtigtes Interesse an der Führung des Namens
hat und der die Führung des Namens durch den Namensträger (vorliegend:
Ehegatte) gestattet worden ist.
JurPC Web-Dok. 125/2005
AG Kamen, Gewährleistungsausschluss
beim eBay-Kauf
Urteil vom 03.11.2004 (3 C 359/04)
Die bei einem Verkauf über die Internetplattform eBay verwendete Klausel,
wonach "nach dem EU-Recht keine Garantie" übernommen wird, ist bei
einer Verwendung unter juristischen Laien dahin auszulegen, dass damit der
Ausschluss jeglicher Gewährleistung gemeint ist.
JurPC Web-Dok. 124/2005
BGH, Karten-Grundsubstanz
Urteil vom 23.06.2005 (I ZR 227/02)
Die in einem digitalen Datenbestand verkörperte Vorstufe für einen Stadtplan
kann ein urheberrechtlich schutzfähiges Werk im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 7
UrhG sein.
JurPC Web-Dok. 120/2005
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Yacht-Archiv
Urteil vom 24.02.2005 (5 U 62/04)
Die Veröffentlichung von urheberrechtlich geschützten Werken in Form von
digitalisierten Zeitungen bzw. Zeitschriften im Internet stellte sich spätestens
im Jahr 1993 nicht mehr als eine „noch nicht bekannte Nutzungsart“ i.S.v. §
31 Abs. 4 UrhG dar. Im Jahr 1986 besaß diese Nutzungsart hingegen noch keine
wirtschaftliche Bedeutung und war deshalb noch unbekannt im Sinne dieser
Vorschrift.
JurPC Web-Dok. 121/2005
BGH,
Internetversandhandel
Urteil vom 07.04.2005 (I ZR 314/02)
Der von der Werbung eines Internet-Versandhauses angesprochene
Durchschnittsverbraucher erwartet in der Regel, dass die beworbene Ware unverzüglich
versandt werden kann, wenn nicht auf das Bestehen einer abweichenden Lieferfrist
unmissverständlich hingewiesen wird.
JurPC Web-Dok. 115/2005
OLG Köln, schlüsselbänder.de
Urteil vom 02.09.2005 (6 U 39/05)
Wer nach dem 01.03.2004 von der neu eröffneten Möglichkeit, Internetdomains
mit Umlauten registrieren zu lassen, in der Weise Gebrauch gemacht hat, dass er
sich weitere Schreibweisen eines Gattungsbegriffs gesichert hat, behindert
dadurch allein nicht wettbewerbswidrig einen Mitbewerber, der denselben
Gattungsbegriff ohne Umlautschreibweise als Domain nutzt.
JurPC Web-Dok. 116/2005
BGH, Fash 2000
Urteil vom 03.03.2005 (I ZR 111/02)
Bei komplexen Computerprogrammen spricht eine tatsächliche Vermutung für eine
hinreichende Individualität der Programmgestaltung. In derartigen Fällen ist
es Sache des Beklagten darzutun, daß das fragliche Programm nur eine gänzlich
banale Programmierleistung ist oder lediglich das Programmschaffen eines anderen
Programmierers übernimmt.
JurPC Web-Dok. 111/2005
BGH, Pfändung einer
Internet-Domain
Beschluss vom 05.07.2005 (VII ZB 5/05)
Eine "Internet-Domain" stellt als solche kein anderes Vermögensrecht
i. S. v. § 857 Abs. 1 ZPO dar. Gegenstand zulässiger Pfändung nach
§ 857 Abs. 1 ZPO in eine "Internet-Domain" ist vielmehr die
Gesamtheit der schuldrechtlichen Ansprüche, die dem Inhaber der Domain gegenüber
der Vergabestelle aus dem der Domainregistrierung zugrunde liegenden
Vertragsverhältnis zustehen.
JurPC Web-Dok. 110/2005
BGH, HIT BILANZ
Urteil vom 21.07.2005 (I ZR 290/02)
Ein Verstoß gegen das ausschließliche Recht eines Datenbankherstellers, die
Datenbank insgesamt oder in einem nach Art oder Umfang wesentlichen Teil der
Datenbank zu vervielfältigen, kann auch gegeben sein, wenn Daten entnommen und
auf andere Weise zusammengefaßt werden. Auf die Übernahme der Anordnung der
Daten in der Datenbank des Herstellers kommt es für den Schutz nach § 87b Abs.
1 Satz 1 UrhG nicht an. Die andersartige Anordnung der entnommenen Daten durch
den Verwender hat nicht zur Folge, daß diese ihre Eigenschaft als wesentlicher
Teil der Datenbank verlieren.
JurPC Web-Dok. 108/2005
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, TFT-Display
Urteil vom 24.02.2005 (5 U 72/04)
Bei Bildschirmangeboten, die auf den Abschluss eines Fernabsatzvertrages
gerichtet sind, ist die Aufklärung, dass im Preis auch die Umsatzsteuer und
sonstige Preisbestandteile enthalten sind, im räumlichen Bezug zu dem einzelnen
Warenangebot und dem jeweiligen Einzelpreis anzugeben. Ein allgemeiner, für
alle Angebote (auf einer Bildschirmseite) geltender Hinweis erfüllt diese
Voraussetzungen nicht.
JurPC Web-Dok. 109/2005
Hessisches
Landesarbeitsgericht, Internetveröffentlichung einer Werkszeitung durch den
Betriebsrat
Beschluss vom 15.07.2004 (9 TaBV 190/03)
Aus der Verletzung des Gebots zur vertrauensvollen Zusammenarbeit nach § 2 Abs.
1 BetrVG folgt ein Anspruch des Arbeitgebers gegen Betriebsratsmitglieder, die
Veröffentlichung einer Werkszeitung, die Betriebs- und Betriebsratsinterna enthält,
auf der Homepage des Betriebsrats zu unterlassen. Das Grundrecht auf
Pressefreiheit steht dem nicht entgegen.
JurPC Web-Dok. 105/2005
AG Völklingen,
Vertragsschluss bei Entgegennahme von R-Gesprächen durch Minderjährige
Urteil vom 23.02.2005 (5C C 575/04)
Nimmt ein 12-jähriges Kind ein sog. R-Gespräch im Rahmen eines
Call-by-call-Dienstes an, kommt ohne ausdrückliche Bevollmächtigung ein
Vertrag des Diensteanbieters mit den Eltern nicht zustande. Die Grundsätze
der Anscheinsvollmacht greifen nicht ein, da die Situation nicht derjenigen bei
der Anwahl von 0190-Nummern durch Minderjährige vergleichbar ist, weil die
wesentlichen Angaben bei R-Gesprächen von demjenigen ausgeführt werden, der
das R-Gespräch veranlasst und nicht von dem Minderjährigen.
JurPC Web-Dok. 106/2005
Kammergericht,
Wettbewerbswidrigkeit vergleichender Werbung im Rahmen einer eBay-Auktion
Beschluss vom 04.03.2005 (5 W 32/05)
Es ist wettbewerbswidrig, Werbung im Zusammenhang mit dem Angebot eines Artikels
bei eBay so zu gestalten, dass dem Verbraucher beim Betrachten der Werbung
vorrangig das Unterscheidungszeichen des Wettbewerbers ins Auge springt und das
Layout der vergleichenden Werbung nicht der Aufklärung des Verbrauchers dient,
sondern als Blickfang verwendet wird, um die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf
den Werbenden zu lenken. Dies kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass die
durch Werbung bekannt gemachte Marke in der für die Suchfunktion der
Internet-Interessenten wesentlichen Artikelbezeichnung verwendet wird, um
Interessenten anzulocken.
JurPC Web-Dok. 98/2005
FG Rheinland-Pfalz,
Abschreibungsfähigkeit der Kosten einer Domainanschaffung
Urteil vom 16.11.2004 (2 K 1431/03)
Bei den Kosten im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Domain-Adresse handelt es
sich weder um sofort abzugsfähige Betriebsausgaben noch um Anschaffungskosten für
ein abschreibungsfähiges Wirtschaftsgut.
JurPC Web-Dok. 101/2005
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Presseäußerung des Geschäftsführers als
Wettbewerbshandlung
Urteil vom 27.01.2005 (3 U 113/04)
Die Presseäußerung des interviewten Geschäftsführers eines Online-Dienstes für
Preisvergleiche stellt grundsätzlich keine "Wettbewerbshandlung" (§
2 Abs. 1 Nr. 1 UWG) dar, auch wenn darin Sonderangebote eines
namentlich genannten Elektronik-Kaufhauses kritisch-bilanzierend bewertet
werden.
JurPC Web-Dok. 96/2005
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, TV-Werbung mit Telefon-Minutenpreisen
Urteil vom 10.02.2005 (3 U 141/04)
Treffen die im TV-Spot verglichenen Minutenpreise der konkurrierenden
Telefondiensteanbieter als solche zu und erkennt man klar und deutlich, dass
die Tarife für eine bestimmte Zeit (werktags von 19 bis 21 Uhr) und eine
bestimmte Destination (ein Ferngespräch zwischen Köln und München) verglichen
werden, so ist die Werbung nicht irreführend.
JurPC Web-Dok. 97/2005
OLG Frankfurt, Urheberrechtsschutz von HTML-Quelltext
Urteil vom 22.03.2005 (11 U 64/04)
Das
OLG Frankfurt nahm zur Frage Stellung, ob das Ergebnis einer
Umschreibung von in Form einer Word-Datei zur Verfügung gestellten
Texte, Bildern, Logos und Designs in eine HTML- Datei für eine einzelne
Web-Site des Auftraggebers durch einen Web-Designer oder Programmierer
urheberrechtsfähig ist, insbesondere ob einer solchen HTML-Datei
Sonderrechtsschutz als Computerprogramm nach §§ 2 Abs. 1 Nr. 1, 69a ff
UrhG, als Datenbankwerk nach § 4 Abs. 2 UrhG oder als Datenbank nach §§
87 a ff UrhG zukommen kann.
JurPC Web-Dok. 92/2005
OLG Oldenburg, Verbindlichkeit eines Angebots bei eBay
Urteil vom 28.07.2005 (8 U 93/05)
Das
Einstellen eines Warenangebots auf der Webseite von eBay zwecks
Durchführung einer Online-Auktion begründet ein verbindliches Angebot.
Die Wirksamkeit eines solchen verbindlichen Angebots wird durch die
nach den eBay-Grundsätzen mögliche vorzeitige Beendigung der Auktion
nicht berührt. Seine Willenserklärung kann der Anbieter nur im Wege der
Anfechtung beseitigen.
JurPC Web-Dok. 90/2005
AG Elmshorn, Verbindungsentgelte bei Mehrwertdienstleistungen
Urteil vom 24.05.2005 (49 C 58/05)
Ein
Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen für die Öffentlichkeit
ist gemäß § 16 Abs. 3 S. 3 Var. 1 TKV berechtigt, angefallene
Verbindungsentgelte von einem Anschlussinhaber zu fordern, dessen
Netzzugang in von ihm zu vertretendem Umfang genutzt wurde. Dies gilt
auch für Entgelte, die Mehrwertdienstleistungen umfassen.
JurPC Web-Dok. 86/2005
AG Plön, Beweis für Vertragsschluss bei Mehrwertdienstleistungen
Urteil vom 03.09.2004 (1 C 252/04)
Wer
Forderungen aus einem Vertrag über Mehrwertdienstleistungen geltend
macht, muss das Vorliegen eines entsprechenden Vertragsschlusses durch
Angebot und Annahme darlegen und beweisen, da es im Netz ebenso gut
möglich ist, dass Verbindungen über sich selbst installierende Dialer
zustandegebracht werden.
JurPC Web-Dok. 89/2005
LG Erfurt, deutsche-anwaltshotline.de
Urteil vom 21.10.2004 (2 HK O 77/04)
Voraussetzung
eines Behinderungswettbewerbs nach § 1 UWG ist die Beeinträchtigung der
wettbewerblichen Entfaltungsmöglichkeiten der Mitbewerber. Ein
derartiger Behinderungswettbewerb liegt vor, wenn ein Domainname
verwendet wird (vorliegend: deutsche-anwalthotline.de), der dem des
Mitbewerbers (vorliegend: deutsche-anwaltshotline.de) außerordentlich
ähnlich ist und automatisch eine Weiterverlinkung von diesem
Domainnamen auf das eigene Angebot erfolgt.
JurPC Web-Dok. 84/2005
LG Berlin, Verantwortlichkeit bei Meta-Suchmaschine
Urteil vom 22.02.2005 (27 O 45/05)
Bei
der Frage der Veranwortlichkeit des Suchmaschinenbetreibers für
rechtsverletzende Einträge in den Ergebnislisten scheidet eine analoge
Anwendung der Verantwortlichkeitsregeln des TDG mangels planwidriger
Gesetzeslücke aus, da der Gesetzgeber die Verantwortlichkeit für
Hyperlinks und Suchmaschinen explizit offen ließ.
JurPC Web-Dok. 85/2005
LG Deggendorf, Hyperlink auf ausländisches Glücksspielunternehmen
Urteil vom 12.10.2004 (1 S 36/04)
Wer
einen Hyperlink auf ein nicht konzessioniertes ausländisches
Glücksspielunternehmen setzt, handelt damit nicht zwangsläufig bereits
"zu Zwecken des Wettbewerbs" im Sinne des § 1 UWG. Ein Handeln in
Wettbewerbsabsicht ist nicht anzunehmen, wenn die Links von
Werbepartnern und Links zu Informationszwecken auf der Website getrennt
werden und sich der Link auf das Glücksspielunternehmen im informativen
Bereich der Website befindet. Eine Vermutung dafür, fremden Wettbewerb
fördern zu wollen, besteht nicht.
JurPC Web-Dok. 79/2005
AG Schöneberg, Vorleistungspflicht bei Webhostingverträgen
Urteil vom 31.03.2005 (9 C 516/04)
In
einer Vertragsklausel kann zulässigerweise eine Vorleistungspflicht bei
Webhostingverträgen betreffend Einrichtung und Pflege von Web-Adressen
vereinbart werden.
JurPC Web-Dok. 80/2005
OLG Köln, "Telefonisch angebotene neue Tarife“
Urteil vom 25.02.2005 (6 U 155/04)
Die
Vorschrift des § 7 Abs. 2 Nr. 2, 1. Alt. UWG steht nicht im Widerspruch
zu gemeinschaftsrechtlichen Vorgaben. Die nachträgliche Billigung eines
Telefonanrufs stellt keine Einwilligung i. S. der vorgenannten
Bestimmung dar.
JurPC Web-Dok. 75/2005
LG Koblenz, AGB-Klauseln eines Internetproviders
Urteil vom 05.11.2004 (10 O 101/04)
Die
von einem Internetzugangs-Provider verwendete Klausel in Allgemeinen
Geschäftsbedingungen, wonach der Kunde den Provider
verschuldensunabhängig und ohne Beschränkung hinsichtlich der Höhe für
Aufwendungen bei unzulässiger Verwendung einer Domain freistellt, ist
wegen Verstoßes gegen § 307 Abs. 1 BGB unwirksam, da die Klausel zum
einen ungerechtfertigte Beurteilungsspielräume eröffnet, zum anderen
der Betrag der Aufwendungen durch das Fehlen eines
Angemessenheitserfordernisses eine nicht vorhersehbare Höhe erreichen
kann.
JurPC Web-Dok. 76/2005
LG Essen, Suchmaschinenspamming
Urteil vom 26.05.2004 (44 O 166/03)
Die
Verwendung von Namen, Marken oder Geschäftsbezeichnungen in der Weise,
dass die Begriffe nicht bei Aufruf einer Domain selbst sichtbar sind,
sondern nur von Suchmaschinen im Quelltext ausgewertet werden, ist
wettbewerbswidrig. Dies gilt bei der Verwendung von meta-tags
jedenfalls dann, wenn die Internet-Seite mit Suchbegriffen gefüllt ist,
die nicht in einem Zusammenhang mit dem Leistungsangebot des Anbieters
stehen.
JurPC Web-Dok. 73/2005
AG Bielefeld, Haftung des Suchmaschinenbetreibers
Urteil vom 18.02.2005 (42 C 767/04)
§
11 TDG ist auf die Speicherung in einem Suchindex eines
Suchmaschinenbetreibers nicht anzuwenden, da die Informationen nicht im
Auftrag des Nutzers gespeichert werden. Die Voraussetzungen einer
Privilegierung nach § 10 TDG liegen vor, wenn die Speicherung lediglich
zeitlich begrenzt ist.
JurPC Web-Dok. 74/2005
OLG Koblenz, Ausschluss der Kündigung eines Software-Wartungsvertrages
Urteil vom 12.01.2005 (1 U 1009/04)
Gegenüber
festgelegten Zeiträumen vorzugswürdig ist aber die Auffassung, dass es
in der Autonomie der Parteien liegt, eine Mindestwartungszeit frei
auszuhandeln, so dass es keinen generellen Ausschluss des
Kündigungsrechts unter dem Gesichtspunkt von Treu und Glauben geben
kann. Zur Begründung dieser Ansicht kann auf die Verkehrssitten in
diesem Bereich zurückgegriffen werden, wie sie z.B. in den "Besonderen
Vertragsbedingungen für die Pflege von DV-Programmen" festgelegt sind.
JurPC
Web-Dok. 67/2005
LG Hamburg, Domainregistrierung bei Vereinbarung mit dem Namensträger
Urteil vom 26.01.2005 (302 O 116/04)
Lässt
sich ein Unternehmen im Auftrag eines privaten Namensträgers mit einer
aus dem Namen gebildeten Domain bei der DENIC registrieren, liegt
gegenüber einem anderen Träger des Namens eine Namensanmaßung durch
unbefugten Gebrauch des Namens vor. Zwar kann ein Namensträger einem
anderen die Benutzung des Namens gestatten, aufgrund der
Unübertragbarkeit des Namensrechts kann eine schuldrechtliche Abrede
aber kein eigenes Namensrecht des zur Nutzung Berechtigten begründen.
JurPC
Web-Dok. 68/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, günstiger.de
Beschluss vom 25.04.2005 (5 U 117/04)
Es
ist Inhalt der aus dem vertraglichen oder vorvertraglichen
Schuldverhältnis resultierenden rechtlichen Verpflichtung des
Internet-Providers, einen vor dem 1.3.2004 gestellten
Registrierungsantrag auf die Umlaut-Domain "günstiger.de" am 1.3.2004
an die Denic zu übermitteln und etwaige weitere Anträge auf die Domain
"günstiger.de" nicht zu bevorzugen.
JurPC Web-Dok. 63/2005
LG Görlitz, Schadensersatz bei Verzögerung der Domainregistrierung
Urteil vom 31.08.2004 (1 O 127/03)
Wird
ein Provider mit der Einrichtung und Registrierung einer Domain
beauftragt und sagt der Provider zu, dass der Account in der Regel
innerhalb eines Arbeitstages freigeschaltet wird, kann dies ein
Durchschnittskunde nur so auffassen, dass ihm zu diesem Zeitpunkt die
gewünschte Domain auch zur Verfügung steht. Wird die Domain durch eine
verzögerte Bearbeitung des Providers zwischenzeitlich von einem Dritten
registriert, steht dem Auftraggeber ein Schadensersatzanspruch zu.
JurPC
Web-Dok. 64/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Auskunftspflicht eines Access-Providers
Urteil vom 28.04.2005 (5 U 156/04)
Rechteinhaber
haben weder in direkter noch in analoger Anwendung von § 101 a Abs. 1
UrhG einen Auskunftsanspruch über die Identität eines Kunden gegenüber
einem Access-Provider, wenn der Provider allein einen Internetzugang
vermittelt, über den durch Download Urheberrechtsverletzungen nach § 19
a UrhG erfolgen.
JurPC Web-Dok. 62/2005
LG Hannover, schmidt.de
Urteil vom 22.04.2005 (9 O 117/04)
In
entsprechender Anwendung des Rechtsgedankens des § 986 Abs. 1
BGB kann sich der Inhaber einer Gestattung durch den Namensinhaber,
ungeachtet des nur obligatorischen Charakters einer solchen,
einredeweise auf deren bessere Priorität gegenüber einem nachfolgenden
dritten Namensinhaber berufen. Für das Vorliegen der Gestattung ist
derjenige, der sich darauf beruft, beweispflichtig.
JurPC Web-Dok. 60/2005
LG Berlin, Softwareraubkopien
Urteil vom 19.02.2004 - (505) 84 Js 670/01 KLs (17/03)
Das LG Berlin befasste sich mit einem Fall organisierter Verbreitung von Raubkopien von Computersoftware auf Bestellung.
JurPC
Web-Dok. 59/2005
LG Berlin, Softwareraubkopien
Urteil vom 26.02.2004 - (505) 84 Js 670/01 KLs (5/04)
Das LG Berlin hatte Fälle gewerbsmäßiger Verwertung von raubkopierter Software zu beurteilen.
JurPC
Web-Dok. 58/2005
BGH, Atlanta
Urteil vom 03.03.2005 (I ZR 133/02)
Die
Darlegungs- und Beweislast für den Eintritt der Erschöpfung nach § 17
Abs. 2 UrhG trifft denjenigen, der sich darauf beruft. Der Nachweis, ob
eine Übereignung stattgefunden hat, die in der Regel einen
Veräußerungstatbestand i.S. des § 17 Abs. 2 UrhG darstellt, kann
gegebenenfalls durch die Vermutung des § 1006 BGB erleichtert werden.
JurPC
Web-Dok. 48/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Online-Casino
Beschluss vom 01.07.2004 (3 U 5/04)
Das
Konnektierthalten einer Internet-Domain durch die DENIC, soweit auf den
Websites der Domain für ausländische Online-Casinos geworben wird,
verstößt als solches nicht gegen § 284 StGB, § 1 UWG, denn ein solches
Verbot betrifft mangels näherer Bestimmung keine Werbung für ein
verbotenes Glücksspiel.
JurPC Web-Dok. 45/2005
BGH, Literaturhaus
Urteil vom 16.12.2004 (I ZR 69/02)
Wer
auf eine Anfrage, einen Internet-Auftritt unter einem bestimmten
Domain-Namen zu erstellen, diesen für sich registrieren lässt, kann
unter dem Gesichtspunkt einer gezielten Behinderung eines Mitbewerbers
nach § 4 Nr. 10 UWG und eines Verschuldens bei Vertragsverhandlungen
zur Unterlassung der Verwendung der Domain-Namen und zur Einwilligung
in die Löschung der Registrierungen verpflichtet sein.
JurPC Web-Dok. 47/2005
Schweizerisches Bundesgericht, www.maggi.com (II)
Urteil vom 21.01.2005 (4C.376/2004)
Internet-Benutzer,
die den Domain-Namen "maggi.com" gebrauchen, erwarten unter dieser
Bezeichnung nicht einen unbekannten Familien-Namen, sondern bringen
damit das berühmte Zeichen "Maggi" in Verbindung.
JurPC Web-Dok. 46/2005
BGH, Bestellnummernübernahme
Beschluss vom 02.12.2004 (I ZR 273/01)
Der
BGH hat in diesem Beschluss dem Gerichtshof der Europäischen
Gemeinschaften u.a. die Frage vorgelegt, ob der Ruf eines "anderen
Unterscheidungszeichens" eines Mitbewerbers i.S. von Art. 3a
Abs. 1 lit. g der Richtlinie 84/450/EWG in unlauterer Weise
ausgenutzt wird, wenn der Werbende das in den Fachkreisen bekannte
Unterscheidungszeichen (hier: Bestellnummernsystem) des Mitbewerbers in
seinem Kern identisch übernimmt und auf die identische Übernahme in der
Werbung Bezug nimmt?
JurPC Web-Dok. 40/2005
BGH, Epson-Tinte
Urteil vom 16.12.2004 (I ZR 222/02)
Bei
der Beurteilung der Frage, ob eine Werbung im Internet irreführende
Angaben enthält, ist wie auch sonst auf das Verständnis eines
durchschnittlich informierten und verständigen Verbrauchers
abzustellen, der der Werbung die der Situation angemessene
Aufmerksamkeit entgegenbringt. Die besonderen Umstände der Werbung im
Internet wie insbesondere der Umstand, daß der interessierte
Internet-Nutzer die benötigten Informationen selbst nachfragen muss,
sind bei der Bestimmung des Grades der Aufmerksamkeit zu
berücksichtigen.
JurPC Web-Dok. 38/2005
BGH, mho.de
Urteil vom 09.09.2004 (I ZR 65/02)
Grundsätzlich
liegt bereits in der durch einen Nichtberechtigten vorgenommenen
Registrierung eines Zeichens als Domainname unter der in Deutschland
üblichen Top-Level-Domain "de" eine Namensanmaßung und damit eine
Verletzung des Namensrechts desjenigen, der ein identisches Zeichen als
Unternehmenskennzeichen benutzt. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn
die Registrierung des Domainnamens einer - für sich genommen rechtlich
unbedenklichen - Benutzungsaufnahme als Unternehmenskennzeichen in
einer anderen Branche unmittelbar vorausgeht.
JurPC Web-Dok. 39/2005
LG Coburg, Vertragsschluss bei eBay
Urteil vom 06.07.2004 (22 O 43/04)
Die Einstellung eines Artikels in die Auktionsplattform eBay enthält nach dem Empfängerhorizont die Erklärung, ein verbindliches Angebot über den Artikel abgeben zu wollen. Dieser Erklärungswert kommt auch in den AGB von eBay zum Ausdruck, die als Auslegungsgrundlage für die Erwartung des Erklärungsempfängers herangezogen werden können.
JurPC
Web-Dok. 35/2005
AG Lahnstein, Sofortkauf bei eBay
Urteil vom 15.12.2004 (2 C 471/04)
Ein Verkauf bei eBay mit der Option "Sofortkauf" zum Preis von 1,-- Euro kann wegen Irrtums angefochten werden, wenn der Anbieter den Preis als Startpreis und Mindestgebot verstanden hat, von einem weitaus höheren tatsächlichen Preis der Ware auszugehen ist und dem Anbieter bereits im Zeitpunkt der Einstellung des Angebotes höhere Unkosten als der Einstiegspreis entstanden sind.
JurPC
Web-Dok. 34/2005
BGH, Irrtumsanfechtung bei falscher Preisangabe im Internet infolge fehlerhaften Datentransfers
Urteil vom 26.01.2005 (VIII ZR 79/04)
Der BGH nahm Stellung zum Vorliegen eines Erklärungsirrtums im Falle einer falschen Kaufpreisauszeichnung im Internet, die auf einen im Bereich des Erklärenden aufgetretenen Fehler im Datentransfer zurückzuführen ist.
JurPC
Web-Dok. 26/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Versandkosten für ISDN-Karte
Urteil vom 03.02.2005 (5 U 128/04)
An der leichten Erkennbarkeit und Wahrnehmbarkeit der Preisangaben fehlt es, wenn die Informationen zu den Versandkosten nur über einen Sternchen-Verweis und einen Link unter dem Stichwort "mehr Info" erreichbar sind, sofern nach der Art der Gestaltung der Verkehr nicht hinreichend auf weitere Preisbestandteile hingewiesen wird.
JurPC
Web-Dok. 27/2005
LG Hamburg, Haftung des Admin-C
Urteil vom 02.03.2004 (312 O 529/03)
Die Registrierung als Admin-C ist als kausaler Beitrag zu dem Wettbewerbsverstoß durch ein internetbasiertes Angebot unkonzessionierten Glückspiels anzusehen, da die Benennung als Admin-C zwingende Voraussetzung für die Domain-Registrierung ist.
JurPC
Web-Dok. 24/2005
BGH, soco.de
Urteil vom 22.07.2004 (I ZR 135/01)
Durch die Benutzung eines Domainnamens kann ein entsprechendes Unternehmenskennzeichen entstehen, wenn durch die Art der Benutzung deutlich wird, dass der Domainname nicht lediglich als Adressbezeichnung verwendet wird, und der Verkehr daher in der als Domainname gewählten Bezeichnung einen Herkunftshinweis erkennt.
JurPC
Web-Dok. 19/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Domain-Hiding
Urteil vom 09.09.2004 (5 U 194/03)
Der im Impressum einer Internetseite als Verantwortlicher genannte Diensteanbieter ist - insbesondere im Fall des sog. Domain-Hiding - für die zugänglich gemachten Leistungen auch dann verantwortlich, wenn er nicht Domain-Inhaber ist. Objektiv widersprüchliche
Impressum-Angaben, die auf zwei unterschiedliche Unternehmen verzweigen, begründen jedenfalls eine Verantwortlichkeit als Mitstörer.
JurPC
Web-Dok. 20/2005
AG Eggenfelden, Kundenbewertungen bei eBay
Urteil vom 16.08.2004 (1 C 196/04)
Ein Anspruch auf Löschung von negativen Bewertungen von Kunden der Internetplattform eBay besteht analog § 1004 BGB dann, wenn falsche Tatsachenbehauptungen im Streit sind. Hinsichtlich reiner Wertungen ist eine Einstufung als richtig oder falsch bzw. vertretbar oder unvertretbar nicht möglich, so dass diese bloßen Wertungen vom Grundrecht der Meinungsäußerungsfreiheit gedeckt sind.
JurPC
Web-Dok. 16/2005
AG Radolfzell, Widerrufsrecht bei gewerblichem eBay-Handel
Urteil vom 29.07.2004 (3 C 553/03)
Im Rahmen einer Internetversteigerung über die Verkaufsplattform eBay wird ein Fernabsatzvertrag geschlossen, wenn der Anbieter (Verkäufer) gewerblich handelt und damit im Sinne des § 14 BGB Unternehmer ist.
JurPC
Web-Dok. 15/2005
LG München I, Markenrechtsverletzung durch Meta-Tag
Urteil vom 24.06.2004 (17 HK O 10389/04)
Die Benutzung einer fremden Marke bzw. einer geschäftlichen Bezeichnung als Meta-Tag im Quellcode von Websites stellt eine rechtsverletzende Gebrauchshandlung gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 2, § 15 Abs. 2 MarkenG dar.
JurPC
Web-Dok. 14/2005
AG Syke, Sofortkauf bei eBay
Urteil vom 27.09.2004 (24 C 988/04)
Personen, die über die Verkaufsplattform eBay
höherpreisige Artikel zu einem Gesamtpreis von 1,-- Euro als Startpreis für die Internetauktion im Wege des sog. "Sofortkaufs" anbieten, sind an dieses Angebot gebunden, wenn der Bieter zu diesem Preis kauft.
JurPC
Web-Dok. 13/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Informationspflichten bei Versandhandelswerbung
Urteil vom 23.12.2004 (5 U 17/04)
Fernseh-, Radio- oder Anzeigenwerbung eines Versandhandelsunternehmens, in der zur Bestellung der Produkte eine Telefonnummer oder Internetadresse angegeben ist, muss nicht bereits über die Einzelheiten des Fernabsatzvertrages gemäß § 312c Abs. 1 S. 1, Art. 240 EGBGB, § 1 Abs. 1 BGB-InfoV informieren.
JurPC
Web-Dok. 11/2005
OLG Köln, Flugpreistarife im Internet - Mehrwertsteuerpflichtige Inlandflüge
Urteil vom 29.10.2004 (6 U 126/04)
Der Anbieter eines Reservierungssystems für Linienflüge im Internet verstößt nicht gegen § 1 Abs. 1, 6
PAngV, wenn das System bei der erstmaligen Benennung eines Preises die bei Inlandflügen anfallende Mehrwertsteuer noch nicht angibt, der zutreffende Endpreis aber bei der fortlaufenden Eingabe in das Reservierungssystem genannt und der Nutzer zuvor hierauf klar und unmissverständlich hingewiesen wird.
JurPC
Web-Dok. 12/2005
BGH, SIM-Lock
Urteil vom 09.06.2004 (I ZR 13/02)
Werden Mobiltelefone, mit denen aufgrund einer Sperre (sog. SIM-Lock) nur in einem bestimmten Mobilfunknetz telefoniert werden kann, nach dem Inverkehrbringen durch den Markeninhaber ohne dessen Zustimmung von Dritten entsperrt, so liegt eine die Erschöpfung nach § 24 Abs. 1 MarkenG ausschließende Produktveränderung i.S. von § 24 Abs. 2 MarkenG vor.
JurPC
Web-Dok. 9/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Bauhaus aus Italien
Urteil vom 07.07.2004 (5 U 143/03)
Das "Anbieten" von Verletzungsstücken eines in Deutschland urheberrechtlich geschützten Werks gegenüber Endverbrauchern ist nur dann gem. § 17 Abs. 1 UrhG rechtswidrig, wenn sich diese Handlung auch auf ein Inverkehrbringen im Inland bezieht. Wird der Erwerbsvorgang vollständig und rechtskonform im Ausland abgeschlossen, liegt selbst bei einer Bewerbung gegenüber den inländischen Verkehrskreisen keine in Deutschland verfolgbare Urheberrechtsverletzung vor.
JurPC
Web-Dok. 8/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Sportwetten in Hamburg
Urteil vom 12.08.2004 (5 U 58/03)
Der Inhaber einer vor der Wiedervereinigung Deutschlands durch die Stadt Gera erteilten Genehmigung zur Veranstaltung von Sportwetten handelt nicht wettbewerbswidrig, wenn er ohne Genehmigung der Stadt Hamburg in Hamburg für Sportwetten wirbt und auch Bürgern von Hamburg über das Internet Sportwetten anbietet.
JurPC
Web-Dok. 1/2005
BGH, Fernabsatz bei Einschaltung eines Boten
Urteil vom 21.10.2004 (III ZR 380/03)
Wird bei Vertragsschluß oder -anbahnung ein Bote beauftragt, der zwar dem Verbraucher in unmittelbarem persönlichen Kontakt gegenübertritt, jedoch über den Vertragsinhalt und insbesondere über die Beschaffenheit der Vertragsleistung des Unternehmers keine näheren Auskünfte geben kann und soll, steht dies der Annahme eines Fernabsatzvertrages nicht entgegen.
JurPC
Web-Dok. 3/2005
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Verdächtige Datei
Beschluss vom 13.05.2004 (5 W 52/04)
Der Warnhinweis auf eine "verdächtige Datei" bzw. "infizierte Datei", die als "gefährlich" eingestuft wird, ist in Ansehung von Dialer-Programmen im Rahmen einer Antiviren-Software trotz fehlender "Infizierung" dann nicht zu beanstanden, wenn der Nutzer durch das optionale Schalten entsprechender Schutzmechanismen derartige Dateien als "unerwünschte Programme" definiert hat.
JurPC
Web-Dok. 5/2005
BGH,
Anscheinsbeweis bei Verwendung von ec-Karte mit PIN
Urteil vom 05.10.2004 (XI ZR 210/03)
Wird zeitnah nach dem Diebstahl einer ec-Karte unter Verwendung dieser Karte
und Eingabe der richtigen persönlichen Geheimzahl (PIN) an
Geldausgabeautomaten Bargeld abgehoben, spricht grundsätzlich der Beweis des
ersten Anscheins dafür, daß der Karteninhaber die PIN auf der ec-Karte
notiert oder gemeinsam mit dieser verwahrt hat, wenn andere Ursachen für den
Missbrauch nach der Lebenserfahrung außer Betracht bleiben.
JurPC Web-Dok. 285/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Störerhaftung von Netzbetreibern
Urteil vom 29.04.2004 (3 U 204/03)
Zwischen einem Rechtsanwalt und einem Netzbetreiber, der Dritten
Mehrwertdienste-Rufnummern anbietet, besteht kein Wettbewerbsverhältnis. Aus
der sog. Störerhaftung ergibt sich nichts anderes, auch wenn die Rufnummern
an einen sog. Re-Seller und von dort an einen Telefax-Abrufdiensteanbeiter
vermittelt werden.
JurPC Web-Dok. 284/2004
BGH,
Grundeintrag online
Urteil vom 08.07.2004 (I ZR 142/02)
Der durch die irreführende Gestaltung eines Formulars -
"Grundeintrag" ohne Preisangabe, "hervorgehobene Einträge"
mit bestimmtem "Aufpreis" - geweckte Eindruck, der beworbene
"Grundeintrag" in ein Firmenverzeichnis sei kostenfrei, wird nicht
dadurch beseitigt, dass über einen alle "Einträge" betreffenden
Sternchenhinweis im Fließtext die Aussage enthalten ist, auch der
Grundeintrag koste einen bestimmten Betrag.
JurPC Web-Dok. 277/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, TV-Preiswerbung einer Telefongesellschaft
Urteil vom 25.03.2004 (3 U 184/03)
Ein TV-Spot mit vergleichender Preis-Werbung eines Telefondienstanbieters ist
nach den Umständen des Einzelfalles irreführend, wenn die Tarife mit Preisen
und Geltungsbereich zwar richtig angegeben sind, aber nicht deutlich wird,
dass sich der Vergleich nur auf einen (eng) begrenzten Zeitraum bezieht.
JurPC Web-Dok. 248/2004
BGH,
Widerrufsrecht bei Internet-Auktion
Urteil vom 03.11.2004 (VIII ZR 375/03)
Bei Verkäufen, die im Rahmen einer Internetauktion durch Angebot und Annahme
und nicht durch Zuschlag nach § 156 BGB zustandekommen, ist nach Ansicht des
BGH das Widerrufsrecht nach § 312d BGB nicht ausgeschlossen.
JurPC Web-Dok. 281/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, "awd-aussteiger.us"
Beschluss vom 23.04.2004 (3 U 65/04)
Das Hanseatische Oberlandesgericht urteilte, dass eine einzelne
Internet-Domain für ein unternehmenskritisches Forum im Internet hinzunehmen
ist, für mehrere Domains dieser Art aber kein schutzwürdiges Interesse
besteht.
JurPC Web-Dok. 273/2004
BGH,
Haftung von Presseorganen für Links
Urteil vom 01.04.2004 (I ZR 317/01)
Der BGH nahm zur Störerhaftung eines Presseunternehmens Stellung, das neben
einem im Rahmen seines Internetauftritts veröffentlichten redaktionellen
Artikel die als Hyperlink ausgestaltete Internetadresse eines Glücksspielunternehmens
angibt.
JurPC Web-Dok. 275/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Benutzung einer fremden Marke als Meta-Tag
Urteil vom 06.05.2004 (3 U 34/02)
Die Benutzung einer fremden Marke als Meta-Tag stellt eine unzulässige
zeichenmäßige Markenbenutzung dar, wenn die Bezeichnung als typische
Markenbezeichnung für ein bestimmtes Unternehmen verstanden wird.
JurPC Web-Dok. 274/2004
BGH,
Direktansprache am Arbeitsplatz
Urteil vom 04.03.2004 (I ZR 221/01)
Der BGH urteilte, dass es nicht wettbewerbswidrig ist, wenn ein Arbeitnehmer
von einem Personalberater am Arbeitsplatz telefonisch nach seinem Interesse an
einer neuen Stelle befragt wird.
JurPC Web-Dok. 271/2004
OLG Köln,
Gleichzeitige Nutzung von Internet und Fernsehprogramm mittels Set-Top-Box
Urteil vom 08.10.2004 (6 U 113/04)
Ein Internet – Service – Provider, der es dem Zuschauer mittels einer
Set-Top-Box ermöglicht, bei einem „Wechsel“ vom Fernsehprogramm ins
Internet beide Medien gleichzeitig zu nutzen, indem im Hintergrund das
Fernsehbild sichtbar bleibt, handelt weder nach dem Tatbestand der
unmittelbaren Leistungsübernahme noch dem der Ausbeutung des Rufes der
jeweiligen Sendeanstalten unlauter.
JurPC Web-Dok. 272/2004
BGH, Größter
Online-Dienst
Urteil vom 17.06.2004 (I ZR 284/03)
Der BGH nahm zu den Voraussetzungen Stellung, unter denen Allein- und
Spitzenstellungsberühmungen eines Online-Dienstes irreführend sind.
JurPC Web-Dok. 268/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Umsatzsteuer und Versandkosten nach der
PreisangabenVO im Internetversandhandel
Urteil vom 12.08.2004 (5 U 187/03)
Den Anforderungen der PreisangabenVO hinsichtlich Angaben zu Umsatzsteuer und
Versandkosten ist nicht Genüge getan, wenn sich die Angaben nur über die
Links zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder „Service“ finden
lassen. Ein „sprechender“ Link ist dagegen ausreichend.
JurPC Web-Dok. 269/2004
BGH,
Internet-Versteigerung
Urteil vom 11.03.2004 (I ZR 304/01)
Der Umstand, dass ein Diensteanbieter im Rahmen des Hosting eine Plattform eröffnet,
auf der private und gewerbliche Anbieter Waren im Internet versteigern können,
reicht nicht aus, um ihn als Täter einer Markenverletzung anzusehen, falls
ein Anbieter gefälschte Markenware (hier: falsche ROLEX-Uhren) zur
Versteigerung stellt.
JurPC Web-Dok. 265/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, tipp.ag
Urteil vom 16.06.2004 (5 U 162/03)
Die Verwendung der ccTLD "*.ag" kann nach den Umständen des
Einzelfalls i.S.v. § 3 UWG irreführend sein, wenn die angesprochenen
Verkehrskreise dadurch zu der unrichtigen - und für die Aufnahme geschäftlicher
Kontakte relevanten - Annahme veranlasst werden, bei dem Anbieter handele es
sich um ein Unternehmen in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft.
JurPC Web-Dok. 262/2004
OLG Hamm, Urheberrechtlicher Schutz von Grafiken auf einer Website
Urteil vom 24.08.2004 (4 U 51/04)
Computergefertigte Grafiken weisen nicht die nach § 2 Abs. 2 UrhG erforderliche Gestaltungshöhe auf und sind auch nicht als Lichtbilder nach § 72 UrhG vor Nachahmung geschützt.
JurPC
Web-Dok. 260/2004
OLG Düsseldorf, E-Mail-Werbung
Urteil vom 22.09.2004 (I-15 U 41/04)
Die Einwilligung des Adressaten in E-Mail-Werbung ist nach § 7 Abs. 2 Nr. 3 UWG vom Werbenden darzulegen und zu beweisen. Das nur potentielle, nicht weiter hinterfragte Interesse des Empfängers reicht zur Begründung konkreter Umstände, aus denen sich die Einwilligung ergibt, nicht aus.
JurPC
Web-Dok. 261/2004
Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg, Störerhaftung bei Verknüpfung von Internetdaten durch Suchmaschinen -
"polonia-hamburg.de"
Beschluss vom 02.09.2004 (5 W 106/04)
Das bloße Geschehenlassen einer Verknüpfung von Internetdaten einer Homepage zu einer Geschäftsbezeichnung durch Suchmaschinen begründet keine Störerhaftung, wenn die Verwendung der Internetdaten an sich zulässig ist.
JurPC
Web-Dok. 257/2004
OLG Braunschweig, fh-wf.de
Beschluss vom 19.12.2003 (2 W 233/03)
Die
Reservierung und Einrichtung der Domain fh-wf.de durch einen Privatmann verletzt die
Namensrechte der Fachhochschule Wolfenbüttel.
JurPC Web-Dok. 254/2004
LG Frankfurt a.M.,
muehlhausen.com
Urteil vom 30.04.2004 (2-8 S 83/03)
Geht aufgrund
Nichtzahlung der Gebühr für eine Domainregistrierung im Ausland die
Domain verloren, hat der Provider Schadensersatz zu leisten. Als Schaden
sind dabei die Kosten für die Wiederbeschaffung der Domain zu ersetzen, nicht aber
der Erreichbarkeitsausfall, solange hierzu nicht substantiiert hinsichtlich Schadensberechnung
und -höhe vorgetragen wird.
JurPC Web-Dok. 244/2004
AG
Duisburg, Widerruf eines Angebotes bei eBay
Urteil vom 25.03.2004
(27 C 4288/03)
Ein verbindliches Angebot
zum Verkauf einer wertvollen Uhr über eBay kann nicht mit der Begründung
widerrufen werden, eine Gravur könne nicht beseitigt werden, sofern
auf die Gravur bereits bei der Beschreibung im Internet hingewiesen
worden war.
JurPC Web-Dok. 200/2004
AG
Neuss, Anscheinsbeweis für Inanspruchnahme von
Mehrwertdienstenummern
Urteil vom 07.05.2004
(77 C 3418/03)
Ein Anscheinsbeweis für ein
bewusstes und gewolltes Einwählen in Mehrwertdienstenummern besteht
nach Ansicht des AG Neuss nicht.
JurPC Web-Dok. 242/2004
LG
Düsseldorf, eBay-Bewertungen
Urteil vom 18.02.2004 (12 O
6/04)
Wer sich mit Produkten auf
der Internetauktionsplattform eBay präsentiert, muss auch kritische
Bewertungen hinnehmen. Dies gilt um so mehr, als die
Bewertungsrichtlinien von eBay auch Gegenäußerungen des Anbieters
ermöglichen.
JurPC Web-Dok. 243/2004
LG
München I, sexquisit.de
Urteil vom 18.03.2004 (17 HK
O 16815/03)
Eine ursprünglich
berechtigte Domain-Registrierung wird nicht alleine dadurch
unberechtigt, dass plötzlich ein anderer dieselbe Bezeichnung als
Geschäftszeichen der Firma nutzen will.
JurPC Web-Dok. 246/2004
Thüringer
Oberlandesgericht, Passwortgeschützte Veröffentlichung eines Fotos
im Internet
Beschluss vom 10.12.2003 (2
W 658/03)
Liegt die adäquate
Verursachung einer Urheberrechtsverletzung auch vor, wenn
Lichtbilder im Bereich einer passwortgeschützten Subdomain veröffentlicht
werden?
JurPC Web-Dok. 233/2004
AG
Cottbus, Verurteilung wegen Nutzung der Musiktauschbörse KaZaA
Urteil vom 06.05.2004 (95 Ds
1653 Js 15556/04 (57/04))
Das AG Cottbus verhängte -
soweit ersichtlich - bundesweit die erste Strafe wegen des Anbietens
unberechtigt kopierter Musikstücke über die Tauschbörse KaZaA.
JurPC Web-Dok. 236/2004
OLG
Köln, Irreführende Eintragung im elektronischen Telefonbuch
Urteil vom 19.12.2003 (6 U
83/03)
Wann sind die Herausgeber
und Verleger eines elektronischen Telefonbuchs für irreführende
Angaben in den Kundenverzeichnissen verantwortlich?
JurPC Web-Dok. 222/2004
Brandenburgisches
Oberlandesgericht, Haftung eines Onlineauktionshauses
Urteil vom 16.12.2003 (6 U
161/02)
Haftet ein
Internetauktionshaus für auf der Plattform angebotene Inhalte
jugendgefährdender oder volksverhetzender Art?
JurPC Web-Dok. 222/2004
LG
Cottbus, Softwarewartung
Urteil vom 28.08.2003 (4 O
361/02)
Muss eine Softwarewartung
vor Ort im Büro des Kunden stattfinden? Wann verjähren Gewährleistungsansprüche
bei Mängeln einer Standardsoftware?
JurPC Web-Dok. 229/2004
LG
Köln, Wettbewerbswidrigkeit von Pop-Ups
Beschluss vom 12.03.2004 (31
O 145/04)
Sind ohne Einwilligung des
Betroffenen getätigte Werbeeinblendungen durch Pop-Ups
wettbewerbswidrig?
JurPC Web-Dok. 230/2004
BGH,
kurt-biedenkopf.de
Urteil vom 19.02.2004 (I ZR
82/01)
Der BGH untersuchte die
Frage, ob dem Namensinhaber, der die Löschung eines Domain-Namens
wegen Verletzung seiner Rechte veranlasst hat, ein Anspruch auf
"Sperrung" des Domain-Namens für jede zukünftige
Eintragung eines Dritten zusteht.
JurPC Web-Dok. 216/2004
AG
Norderstedt, Vergütung für Datenverbindungen mit Mehrwertdiensten
Urteil vom 01.10.2003 (42 C
119/03)
Das AG Norderstedt nahm zu
Fragen des Anscheinsbeweises für technische Aufzeichnungen zu
Zwecken der Telekommunikationsrechnung Stellung und ging auf die
Frage ein, ob aus dem Verzicht des Kunden auf einen detaillierten
Einzelverbindungsnachweis eine Beweislastumkehr folgen kann.
JurPC Web-Dok. 100/2004
AG
Berlin-Mitte, Private Video-Überwachung
Urteil vom 18.12.2003 (16 C
427/02)
Ist die private Videoüberwachung
eines öffentlichen Straßenraums vor einem Kaufhaus zulässig?
JurPC Web-Dok. 199/2004
OLG
Köln, Preisinformation durch Link
Urteil vom 07.05.2004 (6 U
4/04)
Das OLG Köln befasste sich
mit der Frage, wie Links mit Preisangaben auf Internetseiten
ausgestaltet sein müssen, um den Anforderungen der
Preisangabenverordnung zu genügen.
JurPC Web-Dok. 210/2004
LG
Wuppertal, Faxwerbung über 0190-Nummer
Urteil vom 25.03.2003 (1 O
539/02)
Das LG Wuppertal konnte im
entschiedenen Fall keine adäquat kausale Verursachung der störenden
Faxwerbung durch Zurverfügungstellung der 0190-Faxabrufnummer
feststellen.
JurPC Web-Dok. 157/2004
LAG
Rheinland-Pfalz, Keine fristlose Kündigung bei Herunterladen von
pornografischen Dateien am Arbeitsplatz
Urteil vom 18.12.2003 (4 Sa
1288/03)
Rechtfertigt das
Herunterladen pornografischer Dateien in jedem Fall eine außerordentliche
Kündigung ohne vorherige Abmahnung?
JurPC Web-Dok. 207/2004
LG
Saarbrücken, Sofortkauf eines Fahrzeugs bei Internet-Versteigerung
Urteil vom 02.01.2004 (12 O
255/03)
Das LG Saarbrücken musste
darüber entscheiden, wie bei Sofortkauf in der
Internetversteigerung ein Gewährleistungsausschluss vereinbart
werden kann.
JurPC Web-Dok. 203/2004
Bundespatentgericht,
Software als technische Vorrichtung
Beschluss vom 06.05.2003 -
21 W (pat) 12/02 -
Das Bundespatentgericht nahm
zu der Frage Stellung, ob ein in einer Software implementiertes
Verfahren die für die Gewährung eines Patentanspruches
erforderliche Technizität aufweist.
JurPC Web-Dok. 173/2004
AG
Brilon, Inkasso bei Dialer-Einsatz
Urteil vom 28.01.2004 - 8 C
413/03 -
Das Amtsgericht Brilon nahm
u.a. zu der Frage Stellung, ob die Deutsche Telekom aufgrund
abgetretenen Rechts Forderungen eines Netzbetreibers aus der Einwahl
über Dialer geltend machen kann.
JurPC Web-Dok. 170/2004
OLG
Celle, Domain-Registrierung für Dritte
Urteil vom 08.04.2004 (13 U
213/03)
Kann eine Verletzung des
Namensrechts an einem bürgerlichen Namen auch dadurch eintreten,
dass ein gewerblicher Unternehmer für seinen Kunden mit dessen
Zustimmung eine Domain registrieren lässt?
JurPC Web-Dok. 188/2004
OLG
Düsseldorf, Meta-Tag als Kennzeichennutzung
Urteil vom 15.07.2003 ( I-20
U 21/03)
Verletzt die Verwendung
eines Begriffes als Meta-Tag das Recht an dem betreffenden
Unternehmenskennzeichen?
JurPC Web-Dok. 190/2004
BGH,
Heimlicher Dialer
Urteil vom 04.03.2004 (III
ZR 96/03)
Wer trägt das Risiko einer
heimlichen Installation eines Dialers auf einem Computer? Muss der
Anschlussnutzer Sicherheitsvorkehrungen gegen Dialer treffen?
JurPC Web-Dok. 179/2004
LG
Nürnberg-Fürth, Freundschaftswerbung per Internet
Beschluss vom 04.03.2004 (4
HK O 2056/04)
Ist es wettbewerbsrechtlich
zulässig, im Internet dazu aufzufordern, persönliche
Werbebotschaften mit Produktempfehlungen an Bekannte zu versenden?
JurPC Web-Dok. 185/2004
BGH,
E-Mail-Werbung
Urteil vom 11.03.2004 (I ZR
81/01)
Der BGH entschied, ob
E-Mail-Werbung durch Versenden von Newslettern unter Mitbewerbern
gegen § 1 UWG verstößt.
JurPC Web-Dok. 176/2004
LG
Saarbrücken, Verpflichtung zur Angabe des Verbindungspreises bei
0700-Nummern
Urteil vom 27.01.2004 (7II O
116/03)
Muss bei Werbung im
Internet, bei der eine 0700-Nummer angegeben wird, darauf
hingewiesen werden, dass die Nummer entgeltpflichtig ist und in
welcher Höhe ein Entgelt anfällt?
JurPC Web-Dok. 169/2004
OLG
Köln, Telediensteanbieter ohne Telefon-Nr.
Urteil vom 13.02.2004 (6 U
109/03)
Muss bei der
Anbieterkennzeichnung im Internet nach § 6 TDG neben E-Mail-Adresse
und Postanschrift auch eine Telefon- oder Faxnummer angegeben
werden?
JurPC Web-Dok. 159/2004
AG
Schwäbisch-Gmünd: Widerruf bei der Online-Auktion
Urteil vom 23.07.2002 (8 C
130/01)
Reicht für die
Ingangsetzung der Widerrufsfrist nach dem Fernabsatzgesetz (a.F.)
eine Information über das Widerrufsrecht, die lediglich über die
Homepage des Unternehmers erreichbar ist?
JurPC Web-Dok. 46/2004
OLG
Köln, Porträtfoto im Internet
Urteil vom 19.12.2003 (6 U
91/03)
Nach Ansicht des OLG Köln
greift § 60 UrhG bei öffentlicher Wiedergabe des Fotos nicht ein.
§ 60 UrhG ist nach Auffassung des OLG Köln nur bei natürlichen
Personen anwendbar.
JurPC Web-Dok. 152/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Preisangabe bei Internetangeboten
Urteil vom 06.11.2003 (5 U
48/03)
Verstößt ein Internethändler
gegen Wettbewerbsrecht, wenn er Artikel der Unterhaltungselektronik
mit dem Hinweis "Top Tagespreis" bewirbt, sofern sich dem
Nutzer die Preisangaben erst nach Anklicken dieses als Link
ausgestalteten Hinweises erschließen?
JurPC Web-Dok. 79/2004
OLG
Oldenburg, schulenberg.de
Urteil vom 30.09.2003 (13 U
73/03)
Das OLG Oldenburg entschied,
dass im Konflikt um die Nutzung der Domain "schulenberg.de"
im Falle der Namensgleichheit zwischen einem Privatmann und einer
Gemeinde nicht unbedingt das Prioritätsprinzip Anwendung finden
muss.
JurPC Web-Dok. 97/2004
LG
Frankfurt a.M., mormonen.de
Urteil vom 27.02.2003 (2/3 O
536/02)
Fallen auch als Domain
gebrauchte Spitznamen unter den Namensschutz des § 12 BGB?
JurPC Web-Dok. 130/2004
BGH,
Computerfax
Beschluss vom 28.08.2003 (I
ZB 1/03)
Der BGH entschied über die
Zulässigkeit der Einreichung einer Beschwerde im
Markenbeschwerdeverfahren per Computerfax.
JurPC Web-Dok. 120/2004
OLG
Hamm, Nachweispflicht bei TK-Verbindungen
Urteil vom 17.10.2003 (34 U
104/02)
Das OLG Hamm nahm u.a. zu
der Frage des Anscheinsbeweises für die Richtigkeit von
Telekommunikations-Abrechnungen nach Prüfung gemäß § 16 Abs. 1
TKV Stellung.
JurPC Web-Dok. 125/2004
BGH,
Depotkosmetik im Internet
Versäumnisurteil vom
04.11.2003 (KZR 2/02)
Darf der Hersteller eines
Markenparfums mit eigenem Vertriebssystem Händler von der
Belieferung ausschließen, die ausschließlich über das Internet
verkaufen wollen?
JurPC Web-Dok. 88/2004
OLG
München, Anbieterkennzeichnung
Urteil vom 12.02.2004 (29 U
4564/03)
Ist eine
Anbieterkennzeichnung, die über einen Link nach Scrollen von 4
Bildschirmseiten erreichbar ist, im Sinne des § 6 TDG "leicht
erkennbar" und "unmittelbar erreichbar"?
JurPC Web-Dok. 136/2004
LG
Berlin, E-Mail Werbung mit Austragungsmöglichkeit
Urteil vom 26.08.2003 (16 O
339/03)
Das LG Berlin befasste sich
eingehend mit Fragen der Rechtswidrigkeit von E-Mail-Werbung bei
behaupteter Bestellung eines Newsletters und bei unstreitig
gegebener Möglichkeit, sich aus der Bezugsliste für E-Mails
austragen zu lassen.
JurPC Web-Dok. 93/2004
AG
Mannheim, E-Mail-Werbung mit Austragungsmöglichkeit
Urteil vom 12.12.2003 (5 C
260/03)
Führt die in einer
unaufgefordert übersandten werbenden E-Mail gegebene Möglichkeit
zur Abbestellung weiterer E-Mail-Werbung zur Rechtmäßigkeit der
E-Mail-Werbung?
JurPC Web-Dok. 95/2004
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Computerspiel mit Name und Darstellung
eines bekannten Fußballers
Urteil vom 13.01.2004 (7 U
41/03)
Darf in einem Computerspiel
mit dem Namen und der bildlichen Darstellung eines bekannten Fußballers
geworben werden?
JurPC Web-Dok. 113/2004
Arbeitsgericht
Frankfurt a.M., Handyüberwachung durch Arbeitgeber ohne
Betriebsratsanhörung
Beschluss vom 20.01.2004 (5
BVGa 14/04)
Das Arbeitsgericht Frankfurt
a.M. entschied, ob die Einführung einer Telefonanlage, mit der
Handyverbindungen der Arbeitnehmer protokolliert und überwacht
werden können, dem Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats unterliegt.
JurPC Web-Dok. 119/2004
BGH,
CPU-Klausel
Urteil vom 24.10.2002 (I ZR
3/00)
Der BGH entschied, dass eine
Klausel in einem Softwarelizenzvertrag, die die Verwendung einer auf
begrenzte Zeit überlassenen Software auf einem im Vergleich zum
vertraglich vereinbarten Rechner leistungsstärkeren Rechner oder
auf weiteren Rechnern von der Vereinbarung über die Zahlung einer
zusätzlichen Vergütung abhängig macht, den Vertragspartner nicht
unangemessen benachteiligt.
JurPC Web-Dok. 59/2004
LG
Freiburg, Schadensersatz bei Verwendung eines Domainnamens ("dilatrend.de")
Urteil vom 28.10.2003 (9 S
94/03)
Das LG Freiburg entschied,
dass private Domaininhaber keine Pflicht zu Nachforschungen und
Recherchen hinsichtlich der Frage haben, ob ein in der Domain
vorkommender Begriff mit relativ geringem Bekanntheitsgrad als Marke
geschützt ist.
JurPC Web-Dok. 103/2004
LG
München I, Störerhaftung des Resellers
Urteil vom 03.09.2003 (1 HK
O 7754/03)
Das LG München I musste
sich mit einer neuen Form der wettbewerbswidrigen Werbung durch
Mobiltelefon-Anrufe befassen und in diesem Zusammenhang auch die
Frage der Haftung des Resellers klären.
JurPC Web-Dok. 96/2004
LG
München I, AGB im Internet
Urteil vom 14.08.2003 (12 O
2393/03)
Das LG München I überprüfte
mehrere AGB-Klauseln eines Internet-Anbieters auf ihre Wirksamkeit.
JurPC Web-Dok. 68/2004
OLG
Oldenburg, Internet-Auktion
Urteil vom 30.10.2003 (8 U
136/03)
Das OLG Oldenburg nahm zur
Frage des Abschlusses eines Kaufvertrages im Rahmen einer
Internet-Auktion in einem Fall Stellung, in dem die Vertragsparteien
während der laufenden Bietzeit mit deutlich unterschiedlichen
Preisvorstellungen erfolglos über einen Vertragsschluss verhandelt
hatten.
JurPC Web-Dok. 51/2004
OLG
Köln, DVD als bekannte Nutzungsart
Urteil vom 17.01.2003 (6 U
158/02)
Das OLG Köln musste
entscheiden, ob die DVD-Technik eine im Jahr 1998 bekannte
Nutzungsart war.
JurPC Web-Dok. 52/2004
LG
Köln, Haftung des Internet-Portalbetreibers für eingestellte
verleumderische Äußerungen
Urteil vom 26.11.2003 (28 O
706/02)
Das LG Köln hatte zu
entscheiden, ob der Internet-Portalbetreiber dafür haftet, dass ein
nicht zu ermittelnder Dritter eine Verkaufsanzeige mit
verleumderischen Inhalten (hier: Angabe einer angeblich bestehenden
Insolvenz des Verkäufers) im Rahmen des Portals platziert.
JurPC Web-Dok. 56/2004
LG
Leipzig, Haftung des Access-Providers für SPAM
Urteil vom 13.11.2003 (12 S
2595/03)
Unter welchen Umständen
haftet der Access-Provider für E-Mail-Werbung, die über von ihm
gehostete Subdomains versandt wird?
JurPC Web-Dok. 66/2004
OLG
Koblenz, Kündigungsrecht für Online-Provider
Urteil vom 30.10.2003 (2 U
504/03)
Verstoßen unterschiedliche
Bindungsfristen für den Internet-Provider einerseits und seinen
Kunden andererseits gegen Treu und Glauben?
JurPC Web-Dok. 53/2004
LG
Berlin, "Sniper"-Software bei Internetauktionen
Urteil vom 11.02.2003 (15 O
704/02)
Das LG Berlin entschied,
dass der Einsatz einer "Sniper"-Software, die
softwaregesteuert zur Abgabe eines Gebots zum letzten Bietzeitpunkt
einer Internetauktion führt, nicht wettbewerbswidrig ist.
JurPC Web-Dok. 38/2004
Europäischer
Gerichtshof, Internet-Apotheke
Urteil vom 11.12.2003
(C-322/01)
Der EuGH entschied, dass das
Verbot des Versandhandels von Arzneimitteln über Internet-Apotheken
nur für verschreibungspflichtige Arzneimittel gerechtfertigt sein
kann.
JurPC Web-Dok. 341/2003
LG
Frankfurt a.M., Entsiegelung beim Fernabsatz
Urteil vom 18.12.2002 (2/1 S
20/02)
Wann ist von einer
Entsiegelung im Sinne des § 3 Abs. 2 Nr. 2 FernAbsG (a.F.)
auszugehen, die zum Ausschluss des Widerrufsrechts führt?
JurPC Web-Dok. 298/2003
LG
München I, Agenten-Rechte bei Fotoveröffentlichungen im Internet
Urteil vom 07.05.2003 (21 O
5250/03)
Kann eine Fotoagentur, die
sich von Fotografen die Rechte an Fotos zur Veröffentlichung im
Internet umfassend und ausschließlich übertragen lässt, aus
eigenem Recht gegen eine Verwertung und weitere Bearbeitung der
Fotos aus dem Internet durch Dritte vorgehen?
JurPC Web-Dok. 286/2003
LG
Stuttgart, Telefax-Werbung
Beschluss vom 11.06.2003 (31
O 85/03 KfH)
Unter welchen Umständen ist
Telefax-Werbung wettbewerbswidrig?
JurPC Web-Dok. 198/2003
OLG
Frankfurt, "Weltweit die Nr. 1"
Urteil vom 07.11.2002 (6 U
12/00)
Das OLG Frankfurt urteilte
über die Zulässigkeit einer Spitzenstellungs-Werbung für einen
Online-Dienst.
JurPC Web-Dok. 336/2003
OLG
Frankfurt, cityfloh.de
Urteil vom 08.06.2000 (6 U
47/00)
Wann ist Raum für eine
Anwendung des § 12 BGB bei Domainstreitigkeiten im geschäftlichen
Bereich?
JurPC Web-Dok. 293/2003
LG
Berlin, Haftung eines Online-Auktionshändlers
Urteil vom 25.02.2003 (16 O
476/01)
Das LG Berlin nahm zu der
Frage Stellung, ob ein Internetauktionshaus für etwaige
Urheberrechtsverletzungen durch angebotene Auktionsgegenstände
verantwortlich ist.
JurPC Web-Dok. 313/2003
LG
München I, Veröffentlichung der Privatadresse eines Geschäftsführers
im Internet
Urteil vom 10.09.2003 (9 O
13848/03)
Darf auf fremden
Internetseiten die Privatadresse eines GmbH-Geschäftsführers veröffentlicht
werden?
JurPC Web-Dok. 334/2003
LG
Kassel, Verantwortlichkeit des Admin-C
Urteil vom 15.11.2002 (7 O
343/02)
Können Ansprüche wegen
Verletzung des Namensrechts durch Eintragung einer Domain gegen den
Admin-C geltend gemacht werden?
JurPC Web-Dok. 329/2003
AG
Osterholz-Scharmbeck, Online-Auktion
Urteil vom 23.08.2002 (3 C
415/02)
Besteht beim Kauf über
Online-Auktionen ein Widerrufsrecht nach § 312 d Abs. 4 BGB?
JurPC Web-Dok. 330/2003
BGH,
Haftung des Internetproviders für Inhalte
Urteil vom 23.09.2003 (VI ZR
335/02)
Der BGH entschied, ob die
Voraussetzungen des § 5 Abs. 2 TDG a.F. anspruchsbegründend sind
und ob sich durch § 5 Abs. 2 TDG a.F. etwas an der grundsätzlichen
Verteilung der Darlegungs- und Beweislast in den Fällen der Haftung
eines Providers für Internetinhalte ändert.
JurPC Web-Dok. 323/2003
OLG
Düsseldorf, Haftung für Werbe-Mailings
Urteil vom 13.03.2003 (I-5 U
39/02)
Ist der Werbeunternehmer für
die wettbewerbsrechtliche Zulässigkeit der von ihm vorgeschlagenen
Werbemaßnahme verantwortlich und wenn ja, ab welchem Stadium der
Planungen greift diese Haftung ein?
JurPC Web-Dok. 269/2003
LG
Berlin, kanzlerschroeder.de
Beschluss vom 11.08.2003 (23
O 374/03)
Darf die Domain
"kanzlerschroeder.de" durch einen Privatmann registriert
und genutzt werden?
JurPC Web-Dok. 290/2003
AG
Hamburg-Altona, Zahlung von Entgelten für Mehrwertdienstnummern
Urteil vom 02.08.2003 (316 C
354/03)
Das AG Hamburg-Altona
befasste sich mit der Substantiierung eines Anspruchs auf Zahlung
von Mehrwertdienstentgelten.
JurPC Web-Dok. 292/2003
BGH,
Telefonischer Auskunftsdienst
Urteil vom 03.07.2003 (I ZR
211/01)
Der BGH nahm zu
verschiedenen Rechtsfragen in Bezug auf Preisangaben für
Telefonauskunftsdienste Stellung und beantwortete die Frage, ob die
Vorschriften der Preisangabenverordnung Wettbewerbsbezug aufweisen.
JurPC Web-Dok. 295/2003
LG
München I, SMS-Chat
Urteil vom 17.06.2003 (22 O
9966/03)
Das LG München I musste
sich mit der Zulässigkeit der Ausgestaltung eines SMS-Chat-Dienstes
befassen.
JurPC Web-Dok. 288/2003
LG
Köln, Online-AGB
Urteil vom 29.01.2003 (26 O
33/02)
Das LG Köln untersuchte die
Wirksamkeit von Online-AGB einer Flugreisegesellschaft und nahm auch
zur Frage Stellung, wann Klauseln AGB darstellen.
JurPC Web-Dok. 256/2003
LG
Essen, Internet-Vertragsschluss
Urteil vom 13.02.2003 (16 O
416/02)
Das LG Essen nahm zu Fragen
der Einbeziehung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen bei einem
Vertragsschluss über das Internet und zur Auslegung von Erklärungen
bezüglich einer Angebotsannahme Stellung.
JurPC Web-Dok. 287/2003
OLG
München, Anbieterkennzeichnung nach zwei Klicks
Urteil vom 11.09.2003 (29 U
2681/03)
Genügt eine
Anbieterkennzeichnung, die über zwei Klicks auf der Website
erreichbar ist, den gesetzlichen Anforderungen?
JurPC Web-Dok. 276/2003
OLG
Stuttgart, Haftung des Admin-C
Beschluss vom 01.09.2003 (2
W 27/03)
Unter welchen Umständen
haftet auch der Admin-C für Kennzeichenverletzungen bei der
Domain-Registrierung?
JurPC Web-Dok. 277/2003
BGH,
Paperboy
Urteil vom 17.07.2003 (I ZR
259/00)
Wird durch das Setzen eines
Hyperlinks auf eine Website mit einem urheberrechtlich geschützten
Werk das Vervielfältigungsrecht an diesem Werk verletzt?
JurPC Web-Dok. 274/2003
AG
Kehl, Angebotsbeschreibung bei Internetversteigerung
Urteil vom 16.09.2003 (4 C
290/03)
Wie muss die Beschreibung
des angebotenen Verkaufsgegenstands bei einer Internetversteigerung
gestaltet sein?
JurPC Web-Dok. 267/2003
AG
Wolfenbüttel, Eingangsbestätigung bei Internethandel
Urteil vom 14.03.2003 (17 C
477/02)
Das AG Wolfenbüttel
entschied, welchen Anforderungen eine Bestätigung einer online
erfolgten Bestellung genügen muss.
JurPC Web-Dok. 237/2003
Arbeitsgericht
Paderborn, Intranetauftritt des Betriebsrats
Beschluss vom 29.01.1998 (1
BV 35/97)
Muss dem Betriebsrat im
betriebsinternen Intranet eine eigene Homepage zur Verfügung
gestellt werden?
JurPC Web-Dok. 261/2003
BGH,
maxem.de
Urteil vom 26.06.2003 (I ZR
296/00)
Ist das in einer Domain
verwendete Pseudonym (hier: "maxem") einem
namensrechtlichen Schutz zugänglich?
JurPC Web-Dok. 258/2003
OLG
München, "Domainbesorgungsvertrag" (ritter.de)
Urteil vom 05.12.2002 (6 U
5770/01)
Das OLG München musste zu
Fragen der Auslegung einer Vereinbarung hinsichtlich der
"Besorgung" der Domain "ritter.de" Stellung
nehmen.
JurPC Web-Dok. 257/2003
BGH,
Internet-Reservierungssystem
Urteil vom 03.04.2003 (I ZR
222/00)
Stellt es einen Verstoß
gegen die Preisangabenverordnung dar, wenn bei einem
Internet-Reservierungssystem für Flugreisen der Endpreis nicht
sofort angegeben wird, sondern erst bei Anklicken mehrerer
Internet-Seiten zusammengesetzt wird?
JurPC Web-Dok. 248/2003
OLG
Düsseldorf, solingen.info
Urteil vom 15.07.2003 (20 U
43/03)
Wird das Namensrecht einer
Gebietskörperschaft auch dann verletzt, wenn der Name in Verbindung
mit der Top-level-Domain ".info" verwendet wird?
JurPC Web-Dok. 241/2003
LG
Nürnberg-Fürth, Pflichten einer Online-Direktbank
Urteil vom 10.04.2002 (10 O
8034/01)
Welche Pflichten treffen
eine Online-Bank hinsichtlich der Abwicklung der Online-Bestellvorgänge
für Wertpapiere?
JurPC Web-Dok. 242/2003
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Domainkonnektierung als Benutzung der
Domain ("nimm2.com")
Urteil vom 27.02.2003 (3 U
7/01)
Stellt die Konnektierung
einer Domain bereits eine Benutzung der Domain im geschäftlichen
Verkehr im Sinne des § 14 MarkenG dar?
JurPC Web-Dok. 233/2003
LG
Köln, Verpflichtung zur Herausgabe des Quell-Codes und Einbeziehung
von AGB
Urteil vom 15.04.2003 (85 O
15/03)
Kann der Anspruch auf
Herausgabe des Quellcodes eines Softwareprogrammes wirksam durch
Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) ausgeschlossen werden? Wie können
die entsprechenden AGB in den Vertrag einbezogen werden?
JurPC Web-Dok. 232/2003
LG
Düsseldorf, Anbieterkennzeichnung
Beschluss vom 11.07.2003 (12
O 310/03)
Das LG Düsseldorf
untersagte in diesem Beschluss das Anbieten von Waren und
Dienstleistungen im Internet, wenn die nach § 6 TDG erforderliche
Anbieterkennzeichnung nicht korrekt angegeben ist.
JurPC Web-Dok. 216/2003
BGH,
Polygraph im Zivilverfahren
Beschluss vom 24.06.2003 (VI
ZR 327/02)
Der BGH entschied, ob
Polygraphen (Lügendetektoren) im Zivilverfahren zum Einsatz kommen
können.
JurPC Web-Dok. 213/2003
AG
Leipzig, Haftung des Subdomain-Vermieters für SPAM
Urteil vom 27.02.2003 (02 C
8566/02)
Ist auch der Vermieter einer
Subdomain als Störer hinsichtlich von Werbe-E-Mails anzusehen, die
über die Subdomain versandt werden?
JurPC Web-Dok. 205/2003
Thüringer
Oberlandesgericht, Links zu Fachverbänden
Urteil vom 14.05.2003 (2 U
1234/02)
Entgegen der Vorinstanz LG
Erfurt entschied das Thüringer Oberlandesgericht, dass Links zu
Fachverbänden, denen der Linksetzer nicht angehört, nicht irreführend
im Sinne des § 3 UWG sind.
JurPC Web-Dok. 207/2003
OLG
Hamm, Anbieterkennzeichnung
Urteil vom 03.09.2002 (4 U
90/02)
Wann stellt ein Verstoß
gegen § 6 TDG zugleich einen Wettbewerbsverstoß dar?
JurPC Web-Dok. 204/2003
Internet-Suchdienst
für Presseartikel nicht rechtswidrig
JurPC veröffentlicht eine
Pressemitteilung des BGH über eine Entscheidung vom 17.07.2003, die
sich mit der Zulässigkeit eines Internetsuchdienstes für
Presseartikel befasst, bei dem über sog. Deep Links die Inhalte
direkt aufrufbar waren.
JurPC Web-Dok. 206/2003
OLG
Hamm, aldireisen.de
Urteil vom 01.04.2003 (4 U
157/02)
Verletzt die Verwendung der
Domainbezeichnung "aldireisen.de" die Rechte an der Marke
"Aldi"?
JurPC Web-Dok. 197/2003
OLG
Frankfurt, viagratip.de
Urteil vom 13.02.2003 (6 U
132/01)
Welche Pflichten hat die
DENIC eG hinsichtlich der Feststellung etwaiger Rechtsverstöße bei
Registrierung einer Domain?
JurPC Web-Dok. 195/2003
OLG
Koblenz, Verpflichtung zur Angabe der Kosten bei 0190-Nummer
Beschluss vom 19.11.2002 (4
W 472/02)
Muss bei Werbung mit
0190-Nummern das anfallende Entgelt pro Minute angegeben werden?
JurPC Web-Dok. 143/2003
AG
Westerburg, Verkauf im Internet "unter Preis"
Urteil vom 14.03.2003 (21 C
26/03)
Kommt ein wirksamer
Kaufvertrag auch zustande, wenn der Preis für den Kaufgegenstand
(hier: eine Digitalkamera) durch einen Eingabefehler zu niedrig
ausgewiesen wird?
JurPC Web-Dok. 184/2003
Niedersächsisches
Finanzgericht, Abschreibung von Standardsoftware
Urteil vom 16.01.2003 (10 K
82/99)
Berechtigt ein Update einer
Standardsoftware, das im Anschaffungsjahr bezogen wird, zur
Vollabsetzung des Restwertes bzw. der Anschaffungskosten der
Altversion? Welche Nutzungsdauer ist im Rahmen der Absetzung bei
Standardsoftware zugrundezulegen?
JurPC Web-Dok. 180/2003
Arbeitsgericht
Wiesbaden, Fristlose Kündigung wegen Versendens einer beleidigenden
E-Mail
Urteil vom 02.05.2001 (3 Ca
33/01)
Ist eine fristlose Kündigung
zulässig, wenn ein Mitarbeiter eine metaphorisch verschlüsselte
beleidigende E-Mail (hier: mit einem Liedtext) an alle Betriebsangehörige
versendet?
JurPC Web-Dok. 178/2003
LG
Düsseldorf, Anbieterkennzeichnung
Urteil vom 19.09.2001 (12 O
311/01)
Stellt ein Verstoß gegen
die Kennzeichnungspflicht nach § 6 TDG zugleich einen Verstoß
gegen § 1 UWG dar?
JurPC Web-Dok. 175/2003
Arbeitsgericht
Hildesheim, Kündigung bei Verstoß gegen Vorgaben des
Administrators
Urteil vom 30.05.2001 (3 Ca
261/01)
Ist eine Kündigung aus
wichtigem Grund ohne vorherige Abmahnung gerechtfertigt, wenn ein
Auszubildender entgegen den Weisungen des Administrators ein
indiziertes Computerspiel herunterlädt und installiert und E-Mails
mit dienstlichem Inhalt an seine private E-Mail-Adresse versendet?
JurPC Web-Dok. 172/2003
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Mitwohnzentrale II
Urteil vom 06.03.2003 (5 U
186/01)
Ist für die Beurteilung der
irreführenden Wirkung einer beschreibenden Domain auf die
Bezeichnung abzustellen oder auch auf die Ausgestaltung der
Homepage?
JurPC Web-Dok. 165/2003
LG
Frankfurt a.M., Anbieterkennzeichnung
Urteil vom 28.03.2003 (3-12
O 151/02)
Begründet ein Verstoß
gegen § 6 TDG zugleich einen Wettbewerbsverstoß nach § 1 UWG?
JurPC Web-Dok. 153/2003
LG
Nürnberg-Fürth, Zugang von E-Mails im Geschäftsverkehr
Endurteil vom 07.05.2002 (2
HK O 9431/01)
Wann gehen elektronische
Mitteilungen per E-Mail zu? Wer ist für den unterbliebenen Zugang
beweispflichtig?
JurPC Web-Dok. 158/2003
LG
Düsseldorf, Exit-Pop-up-Fenster
Urteil vom 26.03.2003 (2 a O
186/02)
Sind sogenannte
"Exit-Pop-up-Fenster" wettbewerbswidrig?
JurPC Web-Dok. 144/2003
BGH,
Widerrufsrecht bei Fernabsatzverträgen
Urteil vom 19.03.2003 (VIII
ZR 295/01)
Der BGH musste zu der Frage
Stellung nehmen, unter welchen Voraussetzungen das Widerrufsrecht
bei Fernabsatzverträgen ausgeschlossen ist.
JurPC Web-Dok. 151/2003
LG
Berlin, Anbieterkennzeichnung
Versäumnisteil- und
Teilurteil vom 01.10.2002 (16 O 531/02)
Ist ein Verstoß gegen § 6
TDG durch das Fehlen von Anbieterangaben auf einer Homepage zugleich
ein Wettbewerbsverstoß?
JurPC Web-Dok. 146/2003
OLG
München, Aufnahme einer untersagten Äußerung in ein Onlinearchiv
Beschluss vom 11.11.2002 (21
W 1991/02)
Kann gegen ein gerichtliches
Äußerungsverbot auch durch Aufnahme der Äußerung in ein
Online-Archiv einer Website verstoßen werden?
JurPC Web-Dok. 120/2003
LG
Köln, Haftung eines Forenanbieters für eingestellte Inhalte
Urteil vom 04.12.2002 (28 O
627/02)
Ist der Anbieter eines
Internetforums für kritische Äußerungen der Nutzer im Rahmen des
Forums rechtlich verantwortlich?
JurPC Web-Dok. 140/2003
LG
Köln, Willenserklärung durch "Auto-Reply"
Urteil vom 16.04.2003 (9 S
289/02)
Ist eine mittels
"Auto-Reply"-Funktion erstellte Auftragsbestätigung eine
zurechenbare Willenserklärung? Kann eine Annahmeerklärung mit der
Begründung angefochten werden, bei der Einstellung des Preises ins
Internet sei ein Fehler unterlaufen?
JurPC Web-Dok. 138/2003
LG
München I, Framing
Urteil vom 14.11.2002 (7 O
4002/02)
Das LG München I musste
sich mit der urheberrechtlichen und wettbewerbsrechtlichen Zulässigkeit
des Framing auseinandersetzen.
JurPC Web-Dok. 130/2003
OLG
Karlsruhe, Lieferung eines Handbuchs als Hauptleistungspflicht
Urteil vom 16.08.2002 (1 U
250/01)
Ist die Lieferung eines
Handbuchs auch ohne entsprechende vertragliche Vereinbarung als
Hauptleistungspflicht bei der Erstellung einer Softwarelösung
anzusehen?
JurPC Web-Dok. 123/2003
Bundespatentgericht,
Verfahren zum Vorabspeichern von Computernetzwerk-Information
Beschluss vom 17.10.2002 (17
W (pat) 01/02)
Ist ein Verfahren zum
Vorabspeichern von Computernetzwerk-Information als technische Lehre
patentfähig?
JurPC Web-Dok. 121/2003
BGH,
Computerwerbung II
Urteil vom 24.10.2002 (I ZR
50/00)
Der BGH musste zu der Frage
Stellung nehmen, ob eine Werbung für eine Computeranlage irreführend
ist, wenn in einer Fußnote darauf hingewiesen wird, dass keine
Mitnahmegarantie besteht.
JurPC Web-Dok. 68/2003
OLG
München, Haftung für Äußerungen in einem Internet-Forum
Urteil vom 17.05.2002 (21 U
5569/01)
Das OLG München nahm zu
Fragen der Haftung für Äußerungen in einem Internet-Forum und zur
rechtlichen Wirkung eines Disclaimers Stellung.
JurPC Web-Dok. 84/2003
OLG
Köln, Markenverletzung durch Metatags
Urteil vom 04.10.2002 (6 U
64/02)
Unter welchen
Voraussetzungen kann eine Markenverletzung durch Verwendung eines
Metatags angenommen werden?
JurPC Web-Dok. 98/2003
LG
Erfurt, Wettbewerbswidrigkeit eines Hyperlinks
Urteil vom 28.11.2002 (2 HK
O 373/02)
Unter welchen Umständen können
Hyperlinks zu Bundes- und Fachverbänden gegen § 3 UWG verstoßen?
JurPC Web-Dok. 92/2003
LG
Düsseldorf, Impressumpflicht
Urteil vom 29.01.2003 (34 O
188/02)
Welche Angaben gehören bei
einem Unternehmen in das nach § 6 TDG vorgeschriebene Impressum?
Wann sind die Angaben leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar im
Sinne des § 6 TDG? Stellt ein Verstoß gegen § 6 TDG zugleich
einen Wettbewerbsverstoß dar?
JurPC Web-Dok. 102/2003
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Impressumpflicht
Beschluss vom 20.11.2002 (5
W 80/02)
Ist die
Anbieterkennzeichnung nach § 6 TDG rechtlich einwandfrei, wenn sie
auf dem Bildschirm erst nach "Scrollen" sichtbar wird?
Stellt ein Verstoß gegen die Vorschrift des § 6 TDG zugleich einen
Verstoß gegen Wettbewerbsrecht (§ 1 UWG) dar?
JurPC Web-Dok. 79/2003
OLG
Frankfurt, Anfechtungsrecht bei Online-Kaufvertrag
Urteil vom 20.11.2002 (9 U
94/02)
Besteht ein Anfechtungsrecht
bei einem online geschlossenen Kaufvertrag, wenn der Kaufpreis
aufgrund einer Softwareänderung versehentlich zu niedrig bezeichnet
war?
JurPC Web-Dok. 91/2003
OLG
Düsseldorf, Keywords in Metatags
Urteil vom 01.10.2002 (20 U
93/02)
Unter welchen
Voraussetzungen ist die Verwendung von Meta-Tags auf einer
Internetseite wettbewerbswidrig?
JurPC Web-Dok. 72/2003
LG
Berlin, Unerbetene SMS-Werbung
Urteil vom 14.01.2003 (15 O
420/02)
Ist unerbetene SMS-Werbung
unzulässig?
JurPC Web-Dok. 78/2003
Hanseatisches
Oberlandesgericht Hamburg, Umfang der Löschungspflicht bei Verbot
einer Website
Beschluss vom 09.09.2002 (3
W 60/02)
Liegt ein schuldhafter
Verstoß gegen eine einstweilige Verfügung vor, wenn der Schuldner
vorträgt, er habe die Website vollständig gelöscht, diese aber
weiterhin über Suchmaschinen gefunden wird?
JurPC Web-Dok. 52/2003
OLG
München, Ausnutzen offensichtlich fehlerhafter Preisangabe bei
Online-Buchung
Beschluss vom 15.11.2002 (19
W 2361/02)
Darf eine offensichtlich
fehlerhaft zu niedrige Preisangabe bei einer online angebotenen
Flugverbindung durch rasche Buchung zum ausgewiesenen Preis
ausgenutzt werden?
JurPC Web-Dok. 65/2003
LG
Kleve, Information über fernabsatzrechtliches Widerrufsrecht im
Internet
Urteil vom 22.11.2002 (5 S
90/02)
Reicht es zur Information über
ein nach dem Fernabsatzgesetz (a.F.) bestehendes Widerrufs- oder Rückgaberecht
aus, dass die Informationen im Internet bereitgehalten und durch
Anklicken der Allgemeinen Geschäftsbedingungen bestätigt werden können?
JurPC Web-Dok. 64/2003
Kammergericht,
Unverlangte E-Mail-Werbung
Urteil vom 20.06.2002 (10 U
54/02)
Das Kammergericht befasste
sich mit Fragen der Zulässigkeit von E-Mail-Werbung und u.a. auch
mit der Frage, ob die Geltendmachung der Unzulässigkeit im Wege des
Eilrechtsschutzes erfolgen kann.
JurPC Web-Dok. 31/2003
LG
Hamburg, stoppesso.de
Beschluss vom 10.06.2002
(312 O 280/02)
Steht dem Mineralölkonzern
Esso ein Unterlassungsanspruch hinsichtlich der Verwendung der
Domain "stoppesso.de" durch eine Umweltschutzorganisation
zu?
JurPC Web-Dok. 46/2003
OLG
Oldenburg, Händlereigenschaft bei Internet-Auktion
Beschluss vom 20.01.2003 (1
W 6/03)
Muss ein Anbieter bei der
Internet-Auktion offenbaren, dass er Händler ist?
JurPC Web-Dok. 47/2003
Bundespatentgericht,
Wortmarke "handy.de"
Beschluss vom 29.10.2002 (33
W (pat) 3/02)
Ist die Wortmarke
"handy.de" unterscheidungskräftig?
JurPC Web-Dok. 42/2003
Kammergericht,
Archivmaterial über Straftäter im Onlinearchiv eines
Zeitungsverlages
Beschluss vom 19.10.2001 (9
W 132/01)
Darf Archivmaterial über
einen Straftäter in einem Online-Archiv der Zeitung bereitgehalten
werden?
JurPC Web-Dok. 22/2003
LG
Berlin, Haftung als Zustandsstörer für unerbetene Faxwerbung
Urteil vom 31.05.2002 (16 O
15/02)
Wer haftet als Störer für
unerbetene Fax-Werbung?
JurPC Web-Dok. 12/2003
OVG
Berlin, Internet-Café als erlaubnispflichtige Spielhalle
Beschluss vom 17.12.2002 (1
S 67.02)
Ist ein Internet-Café, in
dem die Möglichkeit zu Computerspielen besteht, auch dann als
erlaubnispflichtige Spielhalle anzusehen, wenn die Geräte nicht überwiegend
zu Spielzwecken genutzt werden?
JurPC Web-Dok. 29/2003
LG
Mannheim, Dialer
Urteil vom 22.02.2002 (1 S
315/01)
Berührt die Tatsache, dass
über Dialer Verbindungen mit teuren 0190-Nummern zustandekommen,
den Gebührenanspruch seitens des Telekommunikationsdienstleisters?
JurPC Web-Dok. 25/2003
Bundespatentgericht,
WEBSPACE
Beschluss vom 12.11.2002 (24
W (pat) 98/01)
Ist der Begriff
"WEBSPACE" unterscheidungskräftig?
JurPC Web-Dok. 24/2003
LG
Düsseldorf, Gefälschte Rolex-Uhren bei ebay-Auktion
Urteil vom 29.10.2002 (4 a O
464/01)
Ist die
Internet-Auktionsplattform ebay für im Rahmen ihres Dienstes
angebotene gefälschte Markenprodukte rechtlich verantwortlich?
JurPC Web-Dok. 11/2003
LG
Osnabrück, Händlereigenschaft bei Internet-Auktionen
Beschluss vom 06.11.2002 (12
O 2975/02)
Muss ein Anbieter bei
Internetauktionen darauf hinweisen, dass er Händler ist?
JurPC Web-Dok. 19/2003
Arbeitsgericht
Hannover, Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen
Datenmissbrauchs
Urteil vom 10.01.2002 (10 Ca
250/01)
Berechtigt Datenmissbrauch
eines Arbeitnehmers zur außerordentlichen Kündigung auch ohne
vorherige Abmahnung?
JurPC Web-Dok. 6/2003